Schauen Sie sich das folgende Video an. Es zeigt zwei Zustände, in denen Beeinflussung und Führung geschehen kann. Auch unter Menschen gibt es diese beiden Zustände und natürlich all die Zustände dazwischen.

Wenn es Sie nicht in Ruhe lässt, welche Minuten im obigen Video fehlen, dann lüfte ich im nächsten Video das "Geheimnis".

 

In unserm Buch "Erziehen im Vertrauen" stellen wir dar, wie man Kinder in ein solches Join-up führen kann (Das ist vergleichsweise einfach). Vor allem aber, wie es kommt, dass wir durch unser Misstrauen unsere Kinder chronisch aus diesem Zustand vertreiben. Vor allem aber zeigen wir, wie wir mit Kindern umgehen müssen, damit sie im Join-up bleiben. Das nennen wir dann Vertrauenspädagogik oder Erziehung im Vertrauen.

Sie ist keine demokratische Erziehung, aber noch viel weniger eine autoritäre. Beide Konzepte haben im letzten Jahrhundert ihre Zeit gehabt. Das Pendel schlägt nicht nur in der Gesellschaft hin und her zwischen diesen Extremen, sondern oft auch im Verhalten der Eltern.

Der Join-up-Ansatz geht einen andern Weg. Er orientiert sich, was das Bild von Kindern anbelangt, an der Haltung Jesu. Jesus hatte eine völlig andere Beziehung zu Kindern als seine Zeitgenossen. Die Jünger wollten die Kinder hindern, zu Jesus zu gehen, aber dieser stellte sie sogar als Vorbild (Mt 18,3) für die Erwachsenen hin. Er hat die Beziehung, die Menschen zu Gott haben sollen, mit der Beziehung verglichen, die Kinder und Eltern haben. Wenn wir das "Unser Vater" beten, dann wird das deutlich. Gott will unsere Liebe, unser Vertrauen, unsern Respekt - die Bibel braucht den Begriff Gottesfurcht. Gleichzeitig bezeichnet er uns als Kinder Gottes, die er in alle Wahrheit führen will, denen er trotz all ihrer Mängel ungeheuerlich viel zutraut, denen er Verantwortung gegeben hat und einen freien Willen. Der zentrale Begriff heisst "Vertrauen". Beidseitiges Vertrauen soll die Beziehung zwischen Gott und Menschen prägen, und deshalb liegt es auf der Hand, dass das auch zwischen Eltern und Kindern so sein soll und letztlich auch zwischen Lehrern und Schülern.

Für diese Beziehung brauchen wir das Wort, das Monty Roberts geprägt hat: Join-up. Diese Art der Beziehung besteht im gegenseitigen Vertrauen zwischen zwei Wesen, die hierarchisch nicht auf gleicher Stufe sind. Dass wir dieses Vertrauen letztlich nicht verdienen, sondern dass man uns Vertrauen immer wieder "schenkt", ist ein wesentlicher Aspekt.

Erst wenn der Mensch sich nicht laufend Misstrauen, falschen Anschuldigungen und Unterstellungen ausgesetzt sieht, findet er heraus aus dem sich rechtfertigen Müssen, und der Blick auf die eigene Schuld, auf die eigene Erlösungsbedürftigkeit wird frei.

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