Infobriefe

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Info 16-12 "Traditionen"

Hast du auch schon gestaunt darüber, dass Kinder Geschichten manchmal x-mal hören wollen? Ich glaube, dass Kinder es einfach geniessen, wenn in unserer flackernden, grellen und schwer zu durchschauenden Welt etwas vorhersehbar ist. Scheue dich deshalb nicht, die Weihnachtsgeschichte jedes Jahr zu erzählen. Erzähle sie so wie beim ersten Mal und du wirst staunen, wie alle davon berührt werden. Jedes Jahr dürfen wir neu mit Maria erschrecken über die Ankündigung. Und wie jedes Jahr dürfen wir mit den Hirten staunen darüber, dass es ausgerechnet sie waren, denen der Engel die Geburt Jesu ankündigte. An Weihnachten braucht es keine Abwechslung, auch nicht so sehr kreative neue Einfälle, sondern die schlichte Besinnung auf das immer gleiche Wunder, an das wir denken wollen - auch wenn wir wissen, dass das Datum so wenig damit zu tun hat wie der Tannenbaum.
Ich möchte uns deshalb ermutigen, dem Zeitgeist, der nach Abwechslung schreit, mutig die Stirn zu bieten und deinen Kindern eine immer wiederkehrende vorhersehbare Weihnachtstradition zuzumuten. Besinne dich auf deine eigenen Kindheitserfahrungen. Wie traurig wäre es, wenn man plötzlich neue Weihnachtsguetzli entwickeln würde. Ich bin überzeugt, es braucht weder neue Lieder noch ein anderes Menü als letztes Jahr.

In diesem Sinn wünsche ich dir und deinen Lieben ganz «gewöhnliche» Weihnachten.

Talk über das Monatsthema

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Info 16-05 "Die Krähen pfeifen es von den Dächern..."

Eine KV-Schülerin kurz vor dem Abschluss musste in die folgenden Sätze das richtige Tier einsetzen. Hier ihre Lösung:
«Ihn bringen keine zehn Schafe dazu, sich tätowieren zu lassen. Die Krähen pfeifen es von den Dächern…» und «Mich laust der Hund, jetzt hat auch sie ein Tatoo.»
Falls du selber zu den Leidtragenden gehörst, denen solche Redewendungen nicht mehr geläufig sind, hier die Auflösung: Pferde, Spatzen, Affe.
Wie kommt es, dass auch kluge Kinder diese Wendungen nicht mehr beherrschen? Ich meine es zu ahnen: Eine Sprache erlernt man nicht aus Sprachbüchern, Filmen oder Comics, und man kann solche Wendungen nur sehr kurzfristig (auf die Prüfung hin) auswendig lernen. Eine Sprache erlernt man von Menschen, zu denen man eine Beziehung hat. Moderner Unterricht lässt es immer weniger zu, dass Kinder ihren Lehrkräften beim Erzählen zuhören dürfen. Kinder lernen heute von Videos, von Bildschirmtexten, aus Büchern, aber seltener von Menschen, die ihnen etwas erzählen.
Die Beziehung zu diesen würde es ausmachen, ihre Betonung, ihr Blick, ihre Ausstrahlung. All das verdichtet sich in den Kinderherzen zu einer Sprache. Früher schon vergifteten oft Disziplinkonflikte solche Situationen. Später war es dann die Diffamierung des Frontalunterrichts als «lehrerzentriert».
Deshalb ist es umso wichtiger, dass ihr als Eltern und Grosseltern euren Kindern Geschichten erzählt. Vorlesen ist ja auch schön, aber halt nicht dasselbe. Erzähle doch mal aus deinem Leben. Lass dir Zeit dabei, beschreibe die Szenerie, die Düfte und Geräusche. Nimm dir die literarische Freiheit die Geschichte auszuschmücken, solange sie wahr bleibt. Noch spannender ist es, aus dem Leben deines Kindes zu erzählen. Zeige dazu anstatt die halbe Smartphone-Galerie nur ein einziges Bildchen und dann - erzähle! Lass die Kinder die Augen schliessen und male mit deinen Worten, erkläre und beschreibe. Geniesse es, wenn sie dir an den Lippen hängen, statt am Bein.

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 30. Mai 2016

    • Unser Wortschatz/Satzbau wird immer simpler und einfacher.
    • Unsere Sprache verliert an Differenziertheit.
    • Auch die indirekte Rede verliert sich.

 

  • Wie differenziert wir denken können - so differenziert können wir reden

 

    • Spracherwerb durch Erziehung
    • Die Kinder orientieren sich nur für kurze Zeit an den Eltern, danach orientieren sie sich an den Gleichaltrigen.
    • Die Komplexität/Ausdrucksweise bleibt mit sieben Jahren stehen, da die Orientierung sich verändert hat.

 

  • Sprachen: Alltags-Kommunikation und Erzählsprache
  • Es ist wichtig, dass wir wieder zur Erzählkultur zurückkehren

 

    • Wir sollen nicht nur Bilder erklären, wir sollen sie unseren Kindern erzählen.

 

  • Das Erzeugen innerer Bilder durch die Sprache ist sehr wichtig!

 

    • Wörter/Struktur/Grammatik haben einen enormen Einfluss auf unser Denken.

 

  • Unsere Kinder interessieren sich für unsere und ihre Geschichten

 

    • Jede Generation verliert Wörter, und es kommen nur wenige oder sehr allgemeine Wörter dazu.
    • Wörter gehen durch Nichtgebrauch verloren.
    • Frustbewältigung durch die Sprache wäre der Königsweg.

 

  • Es ist wichtig, dass unsere Kinder Gefühle formulieren können

 

  • Wer keine Trauer fühlt, kann auch keine Freude spüren.
  • Ein Kind, dem es nicht wohl ist, dessen Aufmerksamkeit ist nicht bei der Geschichte. Und das sollte ein Warnsignal für die Erwachsenen sein.
  • Kinder kriegen nicht genug von erzählten Geschichten
  • Es gibt verschiedenen Umsetzungen: Beispiel von Heinz Etter von den zwei Wassertropfen, wo der jüngere Tropfen vom älteren lernt. Bei Wanderungen, beim Zähneputzen - überall.
  • Die Sprache wird über die Bindung vermittelt.
  • Bei der Sprachentwicklung ist der Augenkontakt wichtig.
  • Geschichten in eigenen Worten erzählen, nicht direkt vom Hochdeutsch ins Schweizerdeutsch übersetzen.

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