Infobriefe

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Info 16-06 "Ohnmachtsgefühle"

Kennst du das Gefühl, das aufkommt, wenn ein Kind nicht tut, was du sagst? Wenn du das dringende Gefühl hast, etwas tun zu müssen, und weisst nicht wie? Wenn du das Gefühl hast verantwortlich zu sein, aber es fehlt dir der Einfluss? Es ist ein schmerzliches Gefühl und meist mischt sich noch Scham hinein, der Gedanke, ein Versager zu sein.

Als Eltern sind wir prädestiniert, uns so zu fühlen. Kein Wunder, dass wir versucht sind, unsere Kinder zu kontrollieren, um sie berechenbar zu machen.

Wenn du mit VP unterwegs bist, dann weisst du es: Dieses Gefühl gilt es auszuhalten, ja willkommen zu heissen. Es verweist dich an deinen Platz: nicht auf den des Töpfers, sondern auf den des Gärtners. Wir können und müssen unsere Kinder nicht machen, sie werden. Vergessen wir es nicht: Die Kinder brauchen deine Führung mehr als du ihren Gehorsam.
Sobald wir das Ohnmachtsgefühl nicht zulassen, laufen wir Gefahr, in der Aggression zu landen und wohl oft in der Resignation.

Je mehr du voraussiehst, ob dein Kind jetzt gehorchen kann oder will, desto besser kannst du dich schützen. Verzichte auf Befehle, die du nur unter grossem Aufwand durchsetzen kannst. Arbeite an der Beziehung. Wenn dein Kind im Join-up ist, dann fühlt sich der Gehorsam richtig an, sonst nicht. 

 

Livesendung vom 27. Juni 2016

Verschiedene Themen

  • Ein sensibles Kind trägt seinen Frust häufig nicht verbal nach aussen, sondern reagiert anders (Bsp. Atemnot = Ausdruck von Frustration).
  • Bei einer Join-up-Intervention kann man als Eltern ein Privileg entziehen - bis das Kind sich wieder kooperativ zeigt.
  • Gute Dinge werden nicht durch Zwang und Druck erreicht.
  • Wenn ein kleines Kind weint, weil es z. B. nicht schlafen will, muss man kein schlechtes Gewissen haben, weil man es ins Bett bringt. Man kann ein Stück weit mitleiden, aber es ist nichts Schlimmes daran, wenn das Kind einmal weinen muss - das ist sein Ausdruck, wie es sich gerade fühlt.

 

Ohnmachtsgefühle

    • Wir als Eltern müssen bereit sein, das Ohnmachtsgefühl zu ertragen. Es ist ein unangenehmes und schmerzliches Gefühl, welches man aushalten muss.
    • Wenn wir das Ohnmachtsgefühl aushalten, kommen wieder gute Ideen.
    • Wenn wir das Gefühl nicht durchhalten und mit anderen Tricks versuchen, das Ziel zu erreichen, und es auch nicht funktioniert, dann folgt häufig der Zorn. Der abrupte Übergang von Zureden zu Zorn schafft Unsicherheit, weil wir als Eltern für die Kinder unberechenbar werden.
    • Wir müssen lernen, die Ohnmacht anzunehmen und zu ertragen.
    • In einer solchen Situation könnte man wie folgt reagieren: “Es ist so, wie es ist - nicht so, wie ich es gerne hätte. Wir reden morgen weiter.”

 

  • Vertagen ist gut und hat eine gute Wirkung auf das Kind. Es weiss, Mami oder Papi sind nicht wütend, aber auch nicht zufrieden. Meine Eltern leiden, aber sie machen mir keine Vorwürfe.

 

  • Wenn ein Ohnmachtsgefühl aufkommt, kann man z. B. den Kindern sagen, dass man eine Runde mit dem Hund macht um nachzudenken, und so sagt man nichts im Zorn, was man später bereut, oder man macht etwas für sich selber.

 

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Info 10-07 "Das Wesen der Rebellion"

Heute hat mir ein Jugendlicher eine wunderbare Bestätigung geliefert, dass Rebellion und Kontrolle geschwisterliche Geister sind. Er sagte mir etwa folgendes: "Ich muss einfach vorsorgen. Sobald ich mich nicht mehr wehre, nehmen mir die Erwachsenen alle Freiheit weg. Sobald ich tue, was er sagt, kommen zwei neue Forderungen. Deshalb gibt es für mich keine Alternative." Aus der Sicht der Erwachsenen sieht es umgekehrt aus: "Wenn ich ihm ein bisschen die Zügel loslasse, macht er, was er will. Deshalb muss ich ihn so eng führen."

Siehst du, dass diese beiden Sichtweisen zusammenpassen? Die Eltern getrauen sich nicht, die Zügel loszulassen, und der Junge getraut sich nicht, seine Rebellion aufzugeben. Beide bestätigen mit ihrem Verhalten täglich einander: "Meine Befürchtungen sind berechtigt." Was sich hier abspielt, spielt sich auf allen Niveaus immer wieder ab: in der Familie, am Arbeitsplatz und in der Weltpolitik. Der Ausstieg ist möglich, wenn jemand den ersten Schritt wagt. Dazu ist es hilfreich, wenn beide diesen unseligen Zusammenhang verstehen und sich davon verabschieden, einander üble Absichten zu unterstellen (obwohl vielleicht solche bei beiden auch noch mitmischen).

Falls du in einer ähnlichen Situation bist, dann möchte ich dir Mut machen, den Ausstieg zu wagen. Jugendliche und Kinder wissen mehr über das Leben, als wir Erwachsenen meinen. Ich weiss noch nicht, wie es weitergeht. Immerhin hat mir der Vater heute voller Hoffnung und Dankbarkeit berichtet, dass D bereit sei, seine Rebellion aufzugeben.

Hier noch ein Aufsteller aus dem Forum (Den Anfang müsst ihr selber dort nachlesen.):

Gestern Abend haben V. die Stube und A. die Küche aufgeräumt. Von sich aus :-)! Er hat sogar Spaghetti mit Tomatensauce zum Znacht gekocht. Es waren kaum Hilfestellungen nötig. Es fällt mir richtig auf, dass ich ihnen bis vor kurzem wirklich zu wenig zutraute. Wenn ich ihnen nun sage: Es muss noch dies und das gemacht werden, wer möchte was machen? Dann suchen sie sich fast immer das aus, was sie noch fast nie gemacht haben. Das finden sie wohl spannender. Ist ja eigentlich logisch. Ich kann das alles noch fast nicht glauben :-D.

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