Infobriefe

Stöbern Sie hier im Archiv unserer Infobriefe. Wenn Sie etwas zu einem bestimmten Thema suchen, dann sind die Briefe einerseits in Kategorien geordnet, andererseits können Sie auch unter "Tags" nach Themeninhalten suchen. Viel Spass!

Refresher 20-06 «Keine Lehre passt - Schule auch nicht - was bleibt?»

Die meisten SchulabgängerInnen haben ihre Entscheidungen gefällt, haben ihre Lehrstelle und freuen sich mit banger Erwartung, wie das denn sein wird, das richtige Leben. Für andere bleibt vieles beim Alten. Sie gehen weiter zur Schule mit ihren bekannten Regeln. Einige haben sich vielleicht entschieden, trotz Schulverleider das zehnte Schuljahr zu absolvieren oder sie haben eine Lehrstelle angenommen, die so gar nicht ihren Wünschen entspricht. “Etwas muss man ja machen!” Was für eine Herausforderung für die Jugendlichen und deren Eltern. Wieviel Sorgen und Ängste übernehmen da manchmal doch das Zepter. Da hat mir dieser Tage jemand ein Werbemail von “Time4” zugespielt, das mich aufhorchen liess und mir war schnell klar: Hier tut sich eine Chance auf für einige unter den vielen, für die nichts zu passen scheint. 

Um es vorweg zu nehmen, die Absolventen von Time4 haben am Schluss keinen klassischen Lehrabschluss, aber sie hangeln sich von Interessengebiet zu Interessengebiet, gecoacht von Erwachsenen und im Verbund mit anderen Jugendlichen, die einen ähnlich abenteuerlichen Weg gehen. 

Im Podcast habe ich mir von Michi Bösch erklären lassen, wie das ganze funktioniert. Mit Florian Knaus lernen wir einen jungen Mann kennen, der bereits ins Berufsleben eingestiegen ist und dankbar auf seine Lehr- und Wanderjahre bei Time4 zurückblickt. 

 

Hier gehts zum Podcast. 

Hier zur Webseite von Time4

 

 

Talk über das Monatsthema


Auch dieses Mal haben wir über das Thema des Monats einen Podcast aufgenommen. Hier findest du den Podcast mit Heinz Etter, Michi Bösch und Florian Knaus.

 

Hotline mit Heinz Etter

Heinz Etter bestreitet jeweils am letzten Montag im Monat - das nächste Mal am 29. Juni 2020 - von 20:00 bis 21:00 Uhr die Hotline. Wie die Hotline funktioniert findest du hier.  

 

 

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Refresher 20-05 «Frauen, die Orientierung geben - eine Annäherung an Ron Davis»

Keine Angst, das wird kein feministischer Beitrag heute, auch wenn ich sehr viel von Frauen in Führungspositionen halte. Nein, heute geht es um eine andere Art der Orientierung. Vielmehr um das Phänomen der Desorientierung. Ich bin dem Begriff zum ersten Mal vor etwa 30 Jahren begegnet. Damals kam eine Mutter in unsere Sekundarschule mit dem Anliegen, Verständnis für ihren Sohn zu haben, denn der sei zwar intelligent und kreativ, könne aber kaum lesen und überhaupt nicht schreiben. Ob das an unserer Schule gehe. Ihr könnt euch vorstellen, wie ich reagiert habe. Stimmt, richtig geraten, ich habe freudig zugesagt. Wie es dann kam, dass der Junge kurze Zeit später eine Woche bei der Frau eines Kollegen verbrachte, weiss ich nicht mehr, aber der spektakuläre Erfolg der Davis-Therapie ist mir noch gegenwärtig, wie wenn es gestern gewesen wäre. Mein Interesse war geweckt. 

Später nahm ich davon Kenntnis, dass Legasthenie nicht mehr therapiert wird. Auch von der Davis Methode hörte ich nichts mehr, obwohl mir das Buch von Ronald Davis “Legasthenie als Talentsignal” völlig einleuchtete. Erst vor wenigen Jahren erfuhr ich durch Monika Beer, eine VP Trainerin, dass Desorientierung nicht nur das Lesen erschwert, sondern auch mitverantwortlich ist für allerhand Verhaltensprobleme. Auf der anderen Seite stellt die Desorientierung z.B. für Architekten ein grosses Talent dar. Was ist das Desorientierung? Wir Normalos schauen von einem bestimmten Punkt aus. Es gibt aber Menschen, deren inneres Auge im Raum herum wandert. Wenn man von hinten schaut, ist plötzlich links nicht mehr links, sondern rechts und ein p unterscheidet sich nicht mehr von einem q. 

Das Buch über Verhaltensprobleme und Desorientierung, das Monika mir empfahl, begeisterte mich. Mein Interesse war neu geweckt und so kam es, dass ich Stephanie Reimann, auch VP Trainerin und neu verantwortlich für die Betreuung der Trainerinnen und Trainer. ermutigte die Davis-Ausbildung zu machen. Wie es ihr dabei ging erzählt sie uns im Podcast. Dort wird auch eine Mutter zu Wort kommen, die erzählt, wie sich ihr Sohn durch die Therapie bei Stephanie verändert hat. Ja, ich denke, du tust gut daran, dir den Names Ron Davis zu merken. Rund um das Thema Orientierung und Desorientierung gibt es einiges zu entdecken. (Nicht nur für Legastheniker und Leute mit ADHS). 

Wir haben in diesem Monat aber auch etwas anderes bereit für dich: Unser Webinar mit Heinz Lüscher über Ernährung und ihren Einfluss auf die Entwicklung unserer Kinder. Mehr Informationen findest du hier.

 

Talk über das Monatsthema


Auch dieses Mal haben wir über das Thema des Monats einen Podcast aufgenommen. Hier findest du den Podcast mit Heinz Etter und Stephanie Reimann.

 

Hotline mit Heinz Etter

Heinz Etter bestreitet jeweils am letzten Montag im Monat - das nächste Mal am 25. Mai 2020 - von 20:00 bis 21:00 Uhr die Hotline. Wie die Hotline funktioniert findest du hier.  

 

 

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Refresher 20-04 «Der Wald als Lernort»

Ich habe vor kurzem ein äusserst spannendes Lehrvideo über den Wald gesehen, das im Schweizer Schulfernsehen zur Verfügung gestellt wurde. Wenn du noch nicht fasziniert bist vom Wald, musst du dir dieses Video unsere Wälder, die Sprache der Bäume ansehen - sonst natürlich sowieso. Es hat mich bestärkt darin, das Thema im heutigen Refresher aufzugreifen. Den Anstoss allerdings gab mir eine Teilnehmerin des Trainerkurses, die mit ihren Kindern regelmässig in den Wald geht. Ihr könnt gespannt sein auf ihre Erfahrungen. 

Mich fasziniert es schon seit längerem, wie sich insbesondere hyperaktive und sehr sensible Kinder im Wald viel wohler fühlen als in einer gestalteten Umgebung. Die Natur wirkt auf diese Kinder beruhigend. Das Video berichtet von einer Studie, die nachweist, dass das nicht nur für diese Kinder zutrifft, sondern für alle Menschen. Man hat festgestellt, dass die Konzentration der Glückshormone schon nach 10 Minuten im Wald zunimmt, während die Stresshormone wie z.B. Cortisol gleichzeitig abnehmen. Die Wirkung hält über Stunden an. 

Ist dir auch schon aufgefallen, wie Kinder im Wald friedlich oder mindestens friedlicher sind? Ich rate Müttern und Vätern oft, immer wieder den selben Platz aufzusuchen. Das muss ja nicht etwa eine öffentliche Feuerstelle sein. Lieber vielleicht ein Ort mit einem kleinen Wasserlauf, einer Lichtung oder sonst etwas, das ihn auszeichnet. Diesen Ort zu benennen und ihn regelmässig aufzusuchen und zu beobachten, wie sich die Vegetation verändert, kann sich zu einem segensreichen Ritual entwickeln. Den Erwachsenen empfehle ich dann, sich irgendwo hinzusetzen und etwas zur Hand zu nehmen, was sie hindert auf die Kinder zu schauen und Einfluss auf ihr Tun zu nehmen. Ein gutes Buch vielleicht. Kinder finden in aller Regel schnell den Weg in ein emergentes Spiel, in ein Spiel, das ohne Anregung der Erwachsenen zustande kommt. Freilich nur dann, wenn sich in ihren Taschen nicht noch zufällig ein Handy befindet...

In Zeiten von Corona kann es aber im Wald ganz anders zu und her gehen. Schule im Wald. Waldkindergärten gibt es ja schon lange. Hier kannst du unser Gespräch anhören.

 

Talk über das Monatsthema


Auch dieses Mal haben wir über das Thema des Monats einen Podcast aufgenommen. Hier findest du den Podcast mit Heinz Etter und Donna Tonne.

 

Hotline mit Heinz Etter

Heinz Etter bestreitet jeweils am letzten Montag im Monat - das nächste Mal am 27. April 2020 - von 20:00 bis 21:00 Uhr die Hotline. Wie die Hotline funktioniert findest du hier.  

 

 

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Refresher 20-03 «Aus aktuellem Anlass: Was tun mit den Kindern?»

Vielleicht geht es dir wie vielen Müttern und Vätern und du siehst dich mit der Situation konfrontiert, dass deine Kinder zuhause sind und nicht einmal die Grosseltern einspringen sollten, wenn du keine Zeit für sie hast. Was tun? Wie kaum je seid ihr als Eltern auf euch alleine gestellt. Da habe ich mir gedacht, ich möchte dir vielleicht aus vertrauenspädagogischer Sicht ein bisschen Hoffnung machen, damit aus diesem Elend vielleicht doch auch ein bisschen Segen erwächst.

Kinder können auch alleine...

Traue deinen Kindern zu, dass ältere jüngeren schauen können. Übertrage Verantwortung auf die älteren Kinder. Das wird sie aufbauen. Vergiss nicht, die Kleinen zu ermutigen bzw. zu ermahnen, dass sie auf die Grossen hören sollen.
Nimm lieber einige Verluste in Kauf, aber lass die Kinder kochen. (Vielleicht brauchen sie Hilfe beim Aufräumen…). Du dienst ihnen mehr, als wenn du versuchst, doch noch alles zu bewältigen.
Übertrage ihnen Arbeiten im Haushalt und geh du deiner Arbeit nach.
Wenn du das Glück hast, Zeit für deine Kinder zu haben, dann gilt das Obige gleichwohl. Für dich gibt es nämlich jetzt eine neue Chance.

Macht eine Freilernphase

Freilernen ist jene Lernform, wo Kinder sich selber Herausforderungen suchen - so wie sie es als Kleinkinder taten. Sie unterscheidet sich klar von Homeschooling. Dort übernehmen die Eltern in einem gewissen Sinn die Rolle von Lehrkräften - was freilich ganz verschieden aussehen kann. Vielleicht bekommen deine Kinder ja von der Schule Aufträge und die Gelegenheit ergibt sich nur in beschränktem Masse. So oder so wird es so sein, dass deine Kinder plötzlich jede Menge Zeit haben und du dich herausgefordert siehst, sie zu unterhalten bzw. mit ihnen etwas zu unternehmen. Dann möchte ich dich ermutigen, die Sache etwas anders anzugehen. 

Löse dich vom Gedanken, deinen Kindern etwas zu bieten, sie zu unterhalten und dergleichen.  Das dürfte gar nicht so einfach sein, denn die Kinder sind sich gewohnt, dass sie durch Schule und Freizeitangebote dauernd von aussen angeregt werden. Sie kommen fast nicht mehr dazu zu erfahren, was in ihnen selber steckt. Es ist also zu erwarten, dass sie über Langeweile klagen. Sprich mit ihnen darüber, dass du möchtest, dass sie sich jetzt selber beschäftigen... Verzichte auch darauf, eine Liste von Möglichkeiten zu erstellen. Überlasse es deinen Kindern. Halte es aus, dass viel Frustration auftreten wird. Es lohnt sich, denn die Chance ist gross, dass sie bald einmal aktiv werden.

«Wenn sie die ganze Zeit am Handy und am PC sind, dann gehts.»

Wie kannst du verhindern, dass Handy und PC in die Bresche springen und die kindlichen Gehirne unterhalten? Meine Gesprächspartnerin im Podcast spielt mit dem Gedanken, die Kinder einfach einmal open-end gamen zu lassen - einfach um zu sehen, ob da irgendwann eine Sättigung eintritt. Die Idee ist spannend. Wenn du das machst, sind wir gespannt auf deine Erfahrungen. Ich stelle den Refresher-Brief ja auch aufs Forum. Vielleicht ist es bei euch auch kein Problem, aber ich gehe davon aus, dass die Versuchung grösser ist als sonst, und es deshalb Sinn macht, klare Regeln zu haben. Nicht um die Kinder zu begrenzen, sondern um sie zu befreien. Hier braucht es offene Gespräche.Ihr könntet noch andere fixe Abmachungen treffen: Jeden Tag nach draussen gehen. Jeden Tag ein bisschen Sport und Bewegung. Kinder können auch die Frage diskutieren: Was wollten wir, was wollte ich schon lange einmal machen?

Dürfen sie? Oder lauert da die Angst, dass die Kinder doch unbedingt etwas lernen sollten, damit sie nicht in Rückstand geraten? Achte gut auf dich selber. Wenn das so ist, dann nimm diese Angst ernst und ziehe gewisse Zeiten am Tag durch, wo sie am Schulstoff arbeiten. Schlimm wäre, wenn du die Angst verdrängst und sie in Form von Druck, Unzufriedenheit und Stress den ganzen Tag aus den Ritzen deines Herzens kommt und die Freiheit vertreibt.

Und dann?

Entscheidend dabei wird sein, dass deine Kinder und ihr als Eltern euch bewusst seid, dass es unter Umständen zuerst Tage der Leere geben wird. Überlegt euch, wie ihr damit umgehen wollt, wenn der Frust zu Aggression führt. Vorsorgen ist besser als Heilen!

Wenn die Kinder dann aktiv sind, kann es sein, dass das Aufräumen zur Herausforderung wird. Mein Tipp: Beharre darauf, dass jeden Tag aufgeräumt wird - wie in den Werkstätten der Handwerker. Unordnung erstickt die Kreativität.  

Ich wünsche euch eine inspirierende Zeit mit euren "arbeitslosen" Kindern und dass ihr euch als Familie ganz neu entdeckt.

 

Talk über das Monatsthema


Auch dieses Mal haben wir über das Thema des Monats einen Podcast aufgenommen. Hier findest du den Podcast mit Heinz Etter und Claudia Feierabend.

 

Hotline mit Heinz Etter

Die Live-Beratung über Skype hat zuwenig Interesse ausgelöst. Wir bieten dieses Angebot nur noch nach Absprache an. Bitte melde dich per Mail, fass du das wünschst. Heinz Etter wird stattdessen jeweils am letzten Montag im Monat - 30. März 2020 - von 20:00 bis 21:00 Uhr die Hotline bestreiten. Wie die Hotline funktioniert findest du hier.  

 

 

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Info 18-01 «Bindungsumkehr - Teil 2»

Hast du den letzten Infobrief noch in Erinnerung? Wenn nicht, dann kannst du ihn hier nochmals lesen. Ich möchte nächsten Montag in der Livesendung auf das Thema zu sprechen kommen. Bindungsumkehr kann man begreifen als «Notabschaltung» unseres Bindungsgehirns. Immer, wenn wir eine Sache oder einen Menschen lieben, öffnen wir uns und machen uns verwundbar. Wenn sich die Sache dann nicht wie gewünscht entwickelt, schmerzt das enorm. Hast du schon einmal jemandem deine Liebe gestanden und eine Abfuhr erhalten? Dann weisst du, was ich meine. Es tut sehr weh und löst im guten Fall Trauer aus, die irgendwann abklingt. Bei anderen löst die gleiche Erfahrung Hass aus. Bindungsumkehr! So neu ist das Phänomen also nicht. Wenn die Bindungsfrustration zu gross wird, kann sich Liebe ins Gegenteil verkehren.

Das ist nicht nur in der Liebe zu Menschen so, das Lernen kann davon ebenfalls betroffen sein. Habt ihr auch schon Kinder erlebt, die sich einer Sache mit Begeisterung nähern, um sich bald frustriert wieder davon abzuwenden, und die das Thema später womöglich vermeiden? Vielen Menschen passiert das mit Schulfächern und damit verbunden nicht selten auch mit entsprechenden Lehrpersonen. Je sensibler und verletzlicher Menschen sind, desto eher sind sie davon betroffen. Da unreife Kinder (und Erwachsene) schneller und gründlicher in solche Zustände geraten, ist es wichtig, im Spielmodus zu bleiben. Im Spiel erproben Menschen und auch Tiere all die tausend Dinge, die es zu lernen gilt. Sobald der Erfolg zu wichtig wird bzw. der Misserfolg zu verletzend, fallen wir aus dem Spielmodus und Kinder wie Erwachsene vermeiden das Thema. Der Ernstfall tritt ein. Nicht selten bleibt das Kind aber auch bei der Sache, weil es von aussen dazu gedrängt oder gar gezwungen wird. Das Lernen dient dann der Abwehr von negativen Rückmeldungen und geht allenfalls mit Erleichterung einher, kaum je aber mit Erfüllung, Freude und Begeisterung. Solchermassen gelernte Inhalte zerfallen dann auch relativ schnell wieder. Etwa so vielleicht wie deine Fertigkeiten auf der Blockflöte.

 

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 29. Januar 2018 (Start bei Minute 19:41)

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