Refresher

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Refresher 24-03 «Bilderdenker»

Bilderdenker - kennst du den Begriff? Ich selber kenne ihn erst seit ich mich mit dem Phänomen der Legasthenie beschäftigt habe. Es ist ein faszinierendes Gebiet - auch für mich, als sog. Normalo. 

Es gibt nämlich relativ viele Kinder, die lange Zeit - manchmal bis zum neunten Lebensjahr - mit abstrakten Wörtern wenig bis nichts anfangen können. Wörter, die in ihnen kein Bild auslösen, ignorieren sie. Was löst das Wort “neben” in dir aus? Nicht wahr, du siehst vor dem inneren Auge ein Bild, das den Bezug “neben” ausdrückt. Jeder von uns hat seine eigenen Bilder, allen gemeinsam ist die Idee von “neben”. Die Ausbildung solcher Wörter ist für viele Kinder schwierig. Dennoch tauchen sie in Texten auf, die sie lesen oder schreiben sollten. Für andere Kinder ist das ganz einfach und sie verstehen nicht, wie man damit überhaupt ein Problem haben kann. Schwierig ist, dass auch wir Erwachsenen für solche Probleme wenig Verständnis haben. Wenn wir einst davon betroffen waren, wissen wir es in der Regel nicht mehr. Achte einmal bei deinem Kind darauf, was passiert, wenn du ihm zum Beispiel sagst, es dürfe nicht vordrängeln. Vielleicht entsteht in ihm ein Bild eines Kindes, das sich erfolgreich vordrängelt und es nimmt sich vor, deinen Tipp umzusetzen. Die Verneinung geht dabei verloren. Wenn du sauer wirst, dass es genau das tut, was du ihm verboten hast, würden wir dich verstehen. Dennoch könnte es sein, dass du deinem Kind unrecht tust. Es lohnt sich, darüber nachzudenken. 

Eigentlich würden erzählte Geschichten - ohne Bilder - dazu dienen, Kindern dabei zu helfen, diese unzähligen abstrakten Begriffe zu erlernen. Bildschirme, aber natürlich auch Bilderbücher, “ersparen” den Kindern die Arbeit, innere Bilder zu erzeugen und sie anhand der Fortsetzung der Geschichte zu prüfen und nötigenfalls zu korrigieren.  

Stephanie Reimann spricht an ihrem Webinar über Kinder, die nicht nur Bilderdenker sind, sondern darüber hinaus die Fähigkeit haben, mit ihrem inneren Auge herumzuwandern. Beide Eigenschaften machen einem Kind in der Schule das Leben schwer. Stephanie und ich erklären das im Podcast bzw. auf dem Youtube Video ein bisschen genauer.  Das Webinar findet am 23. Mai 2024 um 20:30 - 22:00 Uhr statt.

Im Podcast bzw. auf dem Youtube Video kannst du Stephanie näher kennenlernen. Es lohnt sich auch deshalb, weil sie in naher Zukunft die Leitung unserer Fachstelle übernehmen wird.

Du kannst dich über unsere Homepage www.vertrauenspaedagogik.ch unter Aktuelles und Veranstaltungen anmelden.

Hast Du am Donnerstag 23. Mai 2024 keine Zeit und möchtest trotzdem dabei sein? Kein Problem. Melde dich ganz normal auf unserer Homepage an und sende dem Sekretariat NACH dem Webinar eine E-Mail, dass Du froh um die Aufnahme wärst.

Ich freue mich

Stephanie

 

 

Podcast mit Heinz und Stephanie oder hier zum Youtube Video


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Refresher 24-02 «Versagensängste und deren Hintergrund»

Ich bin nicht die Einzige, die schon öffentlich blossgestellt wurde, im Gegenteil.
Besonders geeignet dafür war in meinem Fall die Schule. Ich erinnere mich daran, wie ich als Kind an die Tafel gerufen wurde, um eine Aufgabe zu lösen, die mein Wissen überstieg. Die Klasse und der Lehrer fanden das lustig und ich wäre am liebsten im Boden versunken.
Noch schlimmer war es für mich, an einem Elternbesuchstag vorzulesen. Es war schon nicht leicht, dabei in der Klasse mehrmals zu versagen, aber dann auch noch vor der ganzen Elternschar ...
Dies sind nur zwei Beispiele aus einer ganzen Reihe von Geschichten dieser Art. Schon wenige solcher Erfahrungen können zu einer Versagensangst führen. Viele Menschen können von verschiedensten «traumatisierenden» Erlebnissen berichten.

Vor Kurzem beriet ich eine Mutter, deren Tochter wieder einmal versucht hatte, sich vor der Schule zu drücken, weil eine Prüfung vor der Tür stand. Aus Sicht der Mutter war diese Angst unbegründet, denn schliesslich sei sie eine gute Schülerin.
Je mehr sie ihrer Tochter liebevoll Mut zusprach mit Sätzen wie: «Du schaffst das, meine Liebe, ich weiss, wie gut du das kannst, entspann dich», desto mehr spitzte sich die Situation zu. Ich empfahl ihr, auf solche Sätze zu verzichten. Sie erhöhen oft den Druck und die Angst.
In einer solchen Situation ist es einem Kind unmöglich, sich zu entspannen und seine Gefühle zu ändern. Ein Kind kann nicht einfach entscheiden, wie es sich fühlt, und deshalb dieser Aufforderung nicht nachkommen, auch wenn sie noch so ermutigend gemeint ist.
Unter anderem riet ich der Mutter, ihr Kind zu spiegeln, seine Gefühle ernst zu nehmen und zu benennen. Das hilft und beruhigt und schafft eine stärkende Verbindung, nicht nur zwischen Mutter und Kind, sondern auch vom Kind zu sich selbst. Dann fällt es leichter, darüber zu sprechen, und es können weitere Schritte unternommen werden.

In Kurzform könnte das etwa so aussehen:

«Ich habe Bauchschmerzen und will heute nicht in die Schule gehen, Mama.»

Antwort in neutralem Ton, eventuell Mimik des Kindes imitieren: «Du willst heute nicht in die Schule, Lisa, du hast Bauchweh. Komm einmal zu mir. Oh, Bauchschmerzen, das ist nicht angenehm.»

Dann empfehle ich, für einen kurzen Moment einfach nur da zu sein, innezuhalten für ein paar Sekunden, ohne zu agieren. Das hat oft eine grössere Wirkung, als man denkt. Diese kurze Stille auszuhalten, ist gar nicht so einfach! Aber du könntest dir angewöhnen, dabei einmal tief ein- und auszuatmen, denn der Atem spielt bei diesem Thema eine wichtige Rolle. Vielleicht steckst du sogar dein Kind an und es atmet mit dir mit!

Du könntest dann fragen: «Hast du neben den Bauchschmerzen auch ein bisschen Angst oder bist du nervös? Erzähl doch mal.»

Sei offen für das, was dein Kind dir sagen will, und wenn du Zeit hast, biete ihm ganz nebenbei einen warmen Tee an. Aber versuche, nicht in Mitleid zu verfallen. Die Situation aushalten zu können und Stärke zu zeigen, wäre in diesem Moment hilfreich. Denn so weiss dein Kind: Egal, was es auf den Tisch bringt, du kannst damit umgehen und es (er)tragen. Darüber zu sprechen, ohne zu bewerten, die Gefühle auszudrücken und schliesslich zu akzeptieren, hilft schon sehr viel und ist ein grosser Puffer gegen die Angst! Ziel ist es, dass das Kind erfährt, dass seine Gefühle wahrgenommen werden und seine Signale eine Bedeutung haben.

Grundsätzlich ist Angst ein ebenso normales wie sinnvolles Gefühl. Sie schützt vor Gefahren und setzt zusätzliche Energie frei. Angst kann aber auch so stark sein, dass sie lähmt. Dann sind wir als Bezugspersonen herausgefordert.

Hast du Lust, vertieft darüber nachzudenken? Dann lade ich dich herzlich ein, an meinem Webinar am Mittwoch, 21. Februar 2024, um 20.30 Uhr teilzunehmen, wo ich dir zeigen kann, wie Eltern die Entstehung von Versagensängsten im Rahmen ihrer Möglichkeiten verhindern bzw. auch eskalierte Situationen im Nachhinein gemeinsam mit ihren Kindern aufarbeiten können. Oder gar deine eigenen? Du kannst dich über unsere Homepage www.vertrauenspaedagogik.ch unter Aktuelles und Veranstaltungen anmelden.

Hast Du am Mittwoch keine Zeit und möchtest trotzdem dabei sein? Kein Problem. Melde dich ganz normal auf unserer Homepage an und sende dem Sekretariat NACH dem Webinar eine E-Mail, dass Du froh um die Aufnahme wärst.

Ich freue mich

Stephanie

 

 

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Refresher 24-01 «Wie Eltern und Kinder die Schule zu einem besseren Ort machen können.»

Gehörst du auch zu den Menschen, die als Eltern erneut den Schulstress durchleiden? Du bist nicht alleine. Viele Erwachsene leiden unter den Schulaufgaben der Kinder fast so sehr wie jene. 

Aber es sind ja nicht nur die Aufgaben, viele Kinder sind dazu verurteilt, täglich etwas anzupacken, das sie nicht wollen, das sie nicht mögen, wo sie überfordert sind oder wo sie gar so sehr Angst davor haben, dass sie nachts nicht schlafen können und krank werden. Gemeint ist natürlich die Schule. Dass dies heute noch fast extremer ist als früher, ist erstaunlich, denn mittlerweile investiert man grosse Summen in unser Bildungssystem. Die Lehrkräfte werden viel besser ausgebildet als früher und die Schulhäuser sind funktional, oft sogar schön und einigermassen sicher. Es gibt eine umfangreiche Forschung, die den Schulen den Weg weist und zu reflektieren hilft. Woran kann es liegen, dass sich am Grundproblem, unter dem viele deiner Altersgenossen gelitten haben, sich in der aktuellen Schülergeneration eher noch verschärft? Keine Angst, ich singe nicht die alte Leier von den zu grossen Klassen und den vielen Ausländern usw. Ich bin überzeugt, dass all diese Widrigkeiten zu überwinden wären, wenn wir ein paar wesentliche Erkenntnisse aus der Hirnforschung berücksichtigen würden. Kostprobe gefällig?

Schliesse die Augen und gehe nochmals durch eine Reise. Lasse die Bilder, die auftauchen, an dir vorübergehen und geh die Erinnerungen durch. 

Frage: Welche Szenen kamen dir in den Sinn? Waren es Szenen, wo du gelangweilt irgendwo herum gehängt bist und nicht recht wusstest, was du unternehmen wolltest? War es jene Szene, wo das Essen nicht so toll war? Oder der Film langweilig? Nein, wenn du so bist wie die meisten Menschen, dann sind fast lauter positive Bilder aufgetaucht, solche, die Freude machen - ja, und dann noch ein paar ziemlich peinliche oder auch gefährliche. Allesamt sind es Bilder, die an Emotionen hängen. Allermeist sind es positive Emotionen. Was ist mit all den Millionen von anderen Eindrücken? Sie sind in der Dunkelkammer des Vergessens gelandet. 

So geht es den meisten Menschen mit dem Schulstoff. Ich lade dich ein, im nächsten Webinar dabei zu sein (oder in unserem Shop danach zu suchen, wenn du diesen Text später liest). Es sind diesmal auch die älteren Kinder eingeladen. Lies dazu den Flyer

 

Wenn wir schon beim Thema Schule sind, empfehle ich dir dieses Hörbuch: Lernen UND Reifen

 

Hörbuch des Monats


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Refresher 21-04 «Widerstandskraft in Zeiten von Corona» Frühlingstagung als Podiumsdiskussion

Widerstandskraft in Zeiten von Corona - Frühlingstagung als Podiumsdiskussion

Diesem Thema widmen wir uns, an unserer diesjährigen «Frühlingstagung», welche wir Corona-bedingt streichen mussten, in einer Online-Podiumsdiskussion. Die TeilnehmerInnen stammen - ausser Heinz Etter und Simon Schori - aus dem laufenden BRK (Berater- und Referentenkurs). Wir diskutieren unter der Leitung unseres Präsidenten Martin Reimann. Vielleicht hast du das Datum der Frühlingstagung ja noch in deinem Kalender und magst mit dabei sein. Den Link dazu mit allen Angaben am Schluss dieses Inputs...

Keine Angst, ich trete hier nicht ein auf die Debatte pro oder contra Corona-Massnahmen, aber ich denke, wir können in dieser Zeit viel lernen darüber, was Resilienz bedeutet. Überall lesen und hören wir, wie schwer sich unsere Kinder und Jugendlich mit den aktuellen Einschränkungen tun. Eine Mutter klagte mir, dass man zwei Monate warten müsse, wenn man für sein Kind im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst einen Termin brauche. Diese Problematik soll uns beschäftigen, nicht Sinn oder Unsinn der aktuellen Politik. Resilienz und Resilienzforschung ist in aller Munde. Was genau bedeutet Resilienz?

Fragen wir den Duden: «psychische Widerstandskraft; Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen».

Wir sind uns sicher einig, dass Resilienz sinnvolles und wichtiges Entwicklungsziel wäre. Gleichzeitig wollen wir aber auch, dass unsere Kinder sensibel sind. Am besten wäre also eine Pädagogik, die Kinder gleichzeitig sensibel und resilient macht. Wir wollen ja nicht, dass unsere Kinder im Frustkreisel vorschnell in der Adaption landen, einfach alles hinnehmen und sich arrangieren. Sie sollen aber auch nicht gleich in Wut und Verzweiflung geraten, wenn etwas nicht funktioniert oder wenn ihnen etwas versagt bleibt. Wir wollen sie vielmehr als Kämpfer gegen das Ungemach der Zeit erleben, die phantasievoll neue Wege beschreiten. Die Frage bleibt, ob die Erziehung damit etwas zu tun hat, oder ob das nicht einfach Charakter-bedingt ist. Du kennst vielleicht die Lehre mit den vier Temperamenten. Wir können sie gut anhand dieser Situation unterscheiden:

Stelle dir vor, jemand geht auf einem Weg spazieren, der durch einen umgestürzten Baum versperrt ist. Der Sanguiniker wird darüber hinwegklettern, ohne sich gross Gedanken zu machen. Der Phlegmatiker wird sich hinsetzen und geduldig warten, bis ein Choleriker des Weges kommt, der den Baum wegräumt. Wäre er ein Melancholiker würde er darüber grübeln, warum ausgerechnet dann, wenn er spazieren geht, ein Baum auf den Weg stürzt. Zugegeben, es gibt modernere Typenlehren als diese, die auf die alten Griechen zurückgeht. Die Frage bleibt, haben wir als Eltern und Lehrkräfte Einfluss auf solche Eigenschaften? Haben unsere Nachkommen selber eine Wahl, ob sie so oder anders reagieren?

Wir treffen uns auf Zoom. Mit diesem Link (https://zoom.us/j/93840708145?pwd=MWUwUFg3NGVjMlFHN3laeXh1S3dzZz09) kannst du dich am 8. Mai 2021 einwählen. Wir starten um 9 Uhr und die Diskussion dauert bis ca 10.30 Uhr. Zu gegebener Zeit bist du eigeladen selber Fragen zu stellen.
Falls der Link nicht funktioniert findest du uns auf Zoom im Meeting: 938 4070 8145 mit dem Kenncode: 465689

 

Podcast des Monats


Hier der versprochene Podcast von der Online-Frühlingstagung.

 

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