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THEMA: SEHR spätes sprechen

SEHR spätes sprechen 3 Jahre 7 Monate ago #5462

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Hallo ihr lieben
Ich möchte ein Thema in die Mitte stellen und hoffe auf andere Eltern, die ähnliches erleben / erlebten, oder zumindest Erfahrungen haben mit dem Thema, oder auch gern eine "Fach-Meinung" falls jemand sich wirklich auskennt mit sowas.
Mir gehts vor allem darum, sicherzustellen, dass ich nicht zu easy mit dem Thema umgehe und dadurch etwas verpasse was man eben doch hätte "machen" sollen um die Sprachentwicklung zu unterstützen.

Mein drittes Kind L3,5 spricht enorm spät. Das heisst, dass sein um ein jahr jüngeres Cousinchen durchaus besser spricht. Meine L. macht knapp 2-Wort-Sätze, auch da viel mit Geräuschen oder Zeichen untermalt. Sind wir unterwegs, wird sie jeweils auf 2jährig geschätzt, und ihr Stand bezüglich Sprache würde dem wohl auch entsprechen. Mein erstes Kind hat mit 2 denke ich schon besser geredet als L3.5
Das Verstehen ist ebenfalls auf dem Sprech-Niveau. Ich muss viel mit Zeichen machen, oder zeigen, was ich meine. Ich muss ganz ganz einfache Sätze machen. Das kann so aussehen, dass ich auf den Boden zeige um zu untermalen: Setz dich hin. Oder genau einen Wortlaut verwenden muss, von dem ich weiss, dass sie den kennt. Verwende ich die Reihenfolge der Worte minim anders, versteht sie es nicht. Ich kann in der Stube sagen: Komm wir gehn runter zum Schuhe anziehn. Sie schaut mich verständnislos an. Ich zeige auf die Füsse und sage: Schuhe anziehn. Jetzt machts klick und sie geht zum Eingang.
Das Nicht-Verstehen äussert sich so, dass sie einfach nicht reagiert. Sie schaut zufrieden und mit ihrem froh-offenen BLick in die Welt, als hätte man nichts gesagt.

Tja. Sorgen machen tu ich mir nicht. Hören tut sie gut, das merken wir im Alltag schon :-) Man kann die Worte, die sie wirklich versteht, sehr leise sagen und sie reagiert, auch ohne dass sie die SPrechbewegungen des Mundes sieht.
Auch bezüglich Intelligenz mache ich mir keine Sorgen, sie ist ein ziemliches Schlawinerchen sonst :-)
Die Sprachentwicklung macht dauernd, wenn auch langsam, Fortschritte. Es stagniert nicht. Es kommt fast täglich neues hinzu, einfach niemals in dem Tempo das ich von anderen Kindern kenne.
Der Kinderarzt wollte sie zwar abklären, aber ich wollte uns nicht in diese "Maschinerie" begeben, weil ich wirklich überzeugt bin, dass das einfach etwas später dann ganz normal und gut kommt.

Natürlich birgt so ein spätes Sprechen Schwierigkeiten. Ich muss sie solange wirklich noch als Kleinkind behandeln. Frust entsteht oft aus Situationen, die, würde sie verstehn was ich erkläre, gar kein Problem wären. "Leg rasch dein Püppchen hin, damit du in die Jacke schlüpfen kannst..." wird z.B. sofort ein Drama. Das versteht sie immer noch nicht und dieser Frust ist fast täglich. Die Erklärung: Gleich, du kannst es grad wieder nehmen, wenn du die Jacke anhast", kommt nicht an. DAs ist zu viel. Ich kannst manchmal mit Zeigen überbrücken, indem ich die Jacke hinhalte und dann auf die Puppe und auf den Boden deute, dazu das Warte-Zeichen mache und erkläre, das Püppchen müsste halt rasch warten auf dem Boden, bis die Jacke an sei.

Ansonsten kommen wir aber gut klar, und der Frust ist auch nicht übermässig, er prägt unseren Alltag nicht, es sind halt einzelne Situationen, die praktischer wären, wenn sie mich verstehn würde. Man bewegt sich so halt schon noch sehr auf Baby-Level.
Umgekehrt besteht kaum mal Frust: Ich verstehe L. eigentlich immer. Bei meinem Mann ist es etwas anders, aber er überbrückt recht gut mit Ablenkung und Humor oder ruft mich sonst dazu. In der KiTA wo sie zwei Tage ist, scheint es auch wenig Probleme zu geben, jedenfalls höre ich nichts dergleichen und L. liebt die zwei KiTa-Tage, geht jedesmal voller Freude hin. Wenn ich nachfrage, wird mir auch gesagt, dass es ab und an halt vorkomme, dass man sie nicht verstehe, aber eigentlich nie ein Problem entstehe daraus. (Es ist eine KiTA, die nach VP geführt wird... :-) )
Für uns ist also eigentlich alles machbar mit diesem spät-Sprecherchen, es besteht nicht wirklich ein Problem. Bewusst wird es mir jeweils, wenn Leute die Kleine etwas fragen, und ich dann sagen muss, dass sie mit dieser Frage noch nichts anfangen könne. Dann werde ich ziemlich gross angeschaut :blink: In diesen Momenten fällt mir jeweils ein, dass mein Kind ja etwas anders gestrickt ist also andere Kinder in diesem Alter.

Meine Haltung ist also völlig relaxt. Eigentlich hätte ich mir nicht mal Gedanken gemacht, hätte der Kinderarzt nicht so erschrocken reagiert bei der letzten Pseudokrupp-Attacke, als sie auf seine FRage nach ihrem Befinden so gar keine Antwort geben konnte. :unsure:
Ich wäre der Meinung gewesen, dass Gras nicht schneller wachse wenn man daran ziehe, aber vielleicht ist das bei der Sprachentwicklung ja anders...?

Meine Fragen:
Kennt das jemand von euch? Was sind eure Erfahrungen mit so spät sprechenden Kindern? Was hilft euch/hat euch geholfen im Alltag? HAbt ihr bewusst etwas unternommen, um das SPrechen zu fördern? Was?

Und dann eher an Profis unter euch: Wann würdet ihr tatsächlich irgendeine sprachliche Förderung in Erwägung ziehen? "Müsste" ich mehr unternehmen, um die Kleine sprachlich zu fördern bzw. würde mir jemand raten, sie tatsächlich ärztlich abklären zu lassen und in die Logopädie zu schicken?

Herzliche Grüsse
Maria
Letzte Änderung: 3 Jahre 7 Monate ago von Luema.
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SEHR spätes sprechen 3 Jahre 7 Monate ago #5463

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Liebe Maria

Bei unserem dritten Sohn war es ähnlich. Als er zwei Jahre alt war, sagte er "Mama" und wenige Sachen mehr; unsere Jüngste hat schon mit 1,5 Jahren Sätze gemacht. Heute ist er 4,5 Jahre alt und redet sehr gut, immer mit Bedacht - er braucht länger, um seine Wörter zusammenzukriegen. ABER er nimmt es genau mit der Sprache. Sage ich "herunterfallen" statt "herunterrutschen", werde ich korrigiert :-)

Wir haben uns auch Gedanken, fast Sorgen gemacht. Beim Kinderarzt galt er auch als spät, aber die Reaktion, die du beschreibst, hatten wir nie.

Trotzdem haben wir ab einem gewissen Alter angefangen, einfach für ihn zu beten, dass Gott ihm Sprache gibt. Wir sind da einfach dran geblieben, und seine Sprache erweiterte sich immer mehr. Für mich war es tröstlich zu wissen, dass er mit allem, voll und ganz, in Seinen Händen ist. Egal, ob man ihn jetzt abklären "muss" oder nicht - da bin ich auch eher zurückhaltend.

Ich bin gespannt auf die Antworten von Fachleuten, falls es in diesem Forum solche gibt.

Dir wünsche ich weiterhin die Entspanntheit, die du hast. Es gibt keinen einzigen Grund, warum du dir Sorgen machen musst - selbst wenn es "auffällig" ist.

Herzlichst
Tiqva
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SEHR spätes sprechen 3 Jahre 7 Monate ago #5464

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Ich hatte heute Besuch von einer erfahrenen Primarlehrerin und habe sie darauf angesprochen. Sie hat gesagt, sie selber würde so ein Kind abklären lassen - das sei auch überhaupt keine "Maschinerie" im Vorschulalter, würde dem Kind aber beim Aufholen des Defizits helfen. Was nur ein Vorteil für das Kind ist, von dem in der Schule viel gefordert sei (z.T. auch schon im Kindergarten). Eines ihrer eigenen drei Kinder geht auch schon seit längerer Zeit in die Logopädie (dort wäre die Sache ja angesiedelt) und ging von Anfang an sehr gern. Es ist sehr spielerisch (unser ältester Sohn, 8, geht auch - es gefällt ihm sehr gut).

Sie sagte auch noch, dass es wichtig wäre, dass du, Maria, mit dem Kind "normal" sprichst, also nicht in einer verkindlichten Sprache, und mit Handgriffen/Handlungen übersetzen solltest. Damit du so das Kind unterstützen kannst, Sprache zu lernen. Das ist nun aus der Ferne einfach gesagt - ich bin überzeugt, dass du schon vieles ausprobiert hast. Ich selber bin keine Fachperson - ich gebe einfach weiter, was ich heute gehört habe. Prüfe es doch für dich.

Herzliche Grüsse und viel Weisheit und Frieden
Tiqva
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SEHR spätes sprechen 3 Jahre 7 Monate ago #5465

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Liebe Tiqva, vielen herzlichen Dank für deinen Erfahrungsbericht, aber auch dass du die Lehrerin gleich gefragt hast!
Danke auch für den Tipp. Ich bemühe mich zwar, normal zu reden, wiederhole dann aber meist weil sie nicht reagiert, die zwei Hauptworte des Satzes. Bestimmt wäre es statt dessen schlauer, den ganzen Satz von Anfang an einfach langsamer und deutlicher zu sagen.

Übrigens hat sie gerade heute einen grossen Fortschritt gemacht. Zu ihrer grossen Schwester, die ein Eisköniginnen-Kostüm trug, sagte sie: Du bis Zässin! (Du bisch Prinzässin!) Ich war ganz erstaunt, vor allem auch, weil "Du" was Neues ist... bisher hat sie die Namen verwendet dafür :blink:

Ich überlege mir, ob ich den Kinderarzt doch nochmals konsultiere.

Liebe Grüsse
Maria
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SEHR spätes sprechen 3 Jahre 7 Monate ago #5466

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So schön, grad eine solche Ermutigung!! Ein Geschenk. Zum "du" zu kommen ist ja wirklich ein grosser Schritt - ich freue mich sehr :-)

Herzlichst Tiqva
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SEHR spätes sprechen 3 Jahre 7 Monate ago #5467

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Liebe Maria
Helfen kann ich dir nicht, aber möchte dir weitergeben wies bei uns aussieht. Meine drittes Kind ist jetzt zwar erst 2 1/2 Jahr alt, aber sie sprach bis vor einem Monat praktisch nichts! Ausser Mama und Daddy. Jetzt hat sie auch gerade so angefangen mit Wörtern nachsagen aber die allermeisten sind nicht korrekt, aber sie versuchts. Die andern zwei Kinder haben sehr früh/sehr gut gesprochen ( 14 Monate )
Als ich mit zwei beim Hausarzt war zum impfen, hat er einfach gesagt bis drei Jahre geben wir noch Zeit und dann muss ich noch mal vorbei kommen und schauen wies aussieht.
Liebe Grüsse hallo
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