Gefühl eine situation nicht handeln zu können

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6 Jahre 1 Monat her #5922 von Joyce
Frage
Hallo zusammen

Mich beschäftigt die frage, wie ich in situationen, bei denen ich die führung verliere, ruhig bleiben kann und die kinder sich mir wieder anschliessen. Konkret ist dies zum Beispiel oft, wenn es ums thema "pischele / fürs schlafen ready machen" geht. Da kommen unsere 2 kids (5j & 3j) regelmässig in einen blödelilachmodus, wo ich sie nicht mehr führen kann. Sie rennen dann im haus umher, lachen, machen unordnung, oft endet es im streit zwischen den beiden. Mich macht diese situation hilflos, weil ich es nicht schaffe die kids zu führen, dann schreie ich die kids an oder drohe, manchmal beginnen sie dann zu lachen, was mich noch wütender macht... diese wut überfällt mich oft in situationen, wo ich mich hilflos fühle... wie geht ihr mit solchen situationen um?

Herzlich, joyce

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6 Jahre 1 Monat her #5923 von Heinz Etter
Antwort
Liebe Joyce
Wie wärs, wenn du versuchen würdest nur eines der beiden Kinder zu dir zu nehmen und das andere noch spielen würde. Sie sind verschieden alt. Du könntest dich dann dem einen zuwenden und dann dem anderen. Würde das gehen?
lg Heinz
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6 Jahre 1 Monat her #5924 von Dorothea
Antwort
Liebe Joyce,

manchmal kann man nur noch sich selbst steuern.

Ich hatte das gleiche Problem einmal - allerdings nur mit einem meiner Kinder. Ich habe dann die anderen Kinder zu Bett gebracht, meine Zähne geputzt, eine gute Nacht gewünscht, das Licht gelöscht und bin ins Bett. Natürlich ging das Licht sofort wieder an. Es ging dann aber nicht lange, bis ich gefragt wurde, ob ich nicht beim Anziehen des Pyjamas helfen könne... Danach war die Bedürfnislage und damit die Hierarchie wieder geklärt ;) .

Das Gefühl der Ohnmacht, wenn die Kinder nicht tun, was sie sollten, kenne ich aus anderen Situationen. Seit ich VP kenne, bin ich wenigstens in diesem Punkt entlastet, nicht sofort reagieren zu müssen. Das bewahrt mich einerseits vor Aggression, andererseits habe ich genügend Zeit, etwas Geeignetes auszuhecken... ;)

Liebe Grüsse
Dorothea
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6 Jahre 1 Monat her #5931 von Joyce
Antwort
Danke euch beiden für eure hilfreichen antworten. Es geht wirklich sehr viel besser, wenn ich die kinder einzeln ins bad zu mir nehme. Was ich mir unsicher bin ist, wieviel selbstverantwortung ich den beiden in sachen anziehen / pischele übergeben kann/soll. Der 5jährige fordert meine hilfe ein, er findet das total daneben, wenn er sich selbstständig anziehen sollte. Manchmal helfe ich ihm gerne, machmal wäre ich total froh, er würde es selber tun. Die 3jährige wehrt sich auch total, es nur schon selber zu versuchen. Ich frage mich, ob sie da im gegenwillen sind und es nicht klappt, weil ich es quasi verlange?

Nicht sofort reagieren müssen, dieser gedanke tönt spannend. Mein gefühl sagt mir schon, ich müsste reagieren und druck ausüben, weil mir sonst die situation entgleiten würde. Aber vielleicht müsste ich das gar nicht, dürfte entspannen und es wäre ok, wenn ich mich mal hilflos fühle oder eine situation nicht sofort im griff habe, oder die kinder nicht gehorchen... wie erlebt ihr das?

Herzlich, joyce

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6 Jahre 1 Monat her #5932 von Dorothea
Antwort
Liebe Joyce,

als ich die Fülle an Informationen auf dieser Homepage durchstöberte, fiel mir beim Infobrief 11-06 "Führung - arbeitsteilig" der erste Groschen: Ich bin nicht verantwortlich für den Gehorsam meines Kindes! Ich muss nicht den Gehorsam durchsetzen, sondern nur klar führen oder meine persönliche Grenze ziehen...

Der zweite Groschen fiel am Neufeld-Seminar 2012: In Konfliktsituationen ist es nicht an der Zeit, Kinder zu erziehen oder zu "richten", sondern - wenn ich mich richtig erinnere - darum:

1. die Beziehung zu bewahren
2. das Alpha zu bewahren
3. Schaden zu vermeiden

In meinen Augen ist das Alpha bewahrt, wenn ich sage: "Darüber sprechen wir später" oder "Ich sehe, du kannst im Moment nicht gehorchen." Diese verspätete Reaktion macht mich vom "Feind" zum "Coach". Vgl. dazu auch den Infobrief 11-10 "Ein klares Kennzeichen".

Ein letzter Gedanke: Wenn ich meine Katzen "erziehen" möchte, müssen sie einen direkten Zusammenhang zwischen ihrer Tat (dem Sprung auf dem Küchentisch) und der Reaktion (das Befördern an die frische Luft) erkennen. Katzen haben dafür - so viel ich weiss - ein Zeitfenster von 3 - 4 Sekunden. Bei unseren Kindern darf dieses Zeitfenster zum Glück sehr viel länger sein... ;)

Persönlich erlebe ich es so, dass ich in der Situation selbst oft denke, die Welt bricht bald zusammen. Wenn ich das Ganze nachträglich mit meinen Kindern anschaue, wird es oft sehr verständlich, erklärbar und verliert an Schrecken.

Euch eine ganz tolle und gelungene Vorweihnachtszeit!
Dorothea
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6 Jahre 1 Monat her #5933 von Dorothea
Antwort
PS: Diesen Impuls, sofort handeln zu müssen, kenne ich übrigens aus eigener Erfahrung sehr gut. Es gelingt mir immer noch nicht zu 100 %, ihn in jeder Situation beiseite zu stellen und zu warten, bis ich wieder ruhig geworden bin. Wenn ich dann mal ausraste, tröstet mich der Gedanke, dass ich mit mir selbst auch vertrauenspädagogisch umgehen darf... :P
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