logische konsequenz aufräumen wohnzimmer

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5 Jahre 8 Monate her #6037 von Lore
Frage
hallo zusammen

irgendwie komme ich nicht auf die logische Konsequenz oder idee wie es mit dem aufräumen im wohnzimmer klappt.

KInd 3 holt jeden tag viele dinge aus dem zimmer und baut hütten etc und spielt schön in seinem element in unserem wohnzimmer.
ich möchte dies aber am abend wieder verräumt haben.
helfe ihm. er weint oder möchte einfach nicht helfen, keine lust und trözelt.

was kann ich tun das es beiden gut geht?

liebe grüsse

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5 Jahre 8 Monate her #6038 von HannahMama
Antwort
Liebe Lore!
Wie gut ich dich verstehen kann! Ich habe die gleiche Herausforderung.
Ich habe leider auch keine wirkliche Lösung, aber ein paar Gedanken, die ich dir erzählen möchte.
Gerade gestern hatte ich so ein Situation, wo ich mich wieder mal so ohnmächtig und fremdbestimmt gefühlt habe, dass ich so ganz 'un-vp-mässig' gesagt habe 'wenn du das, was du jetzt alles herschleppst nicht aufräumst, gibt es nachher keinen Sandmann'.
Wir versuchen in unserer Erziehung ohne Druck, Strafe und Belohnung auszukommen, aber wenn die Ohmacht mich so ergreift, platzt das dann manchmal aus mir raus. Ich wusste auch, dass meine Tochter aufräumen wird, mit dieser Drohung im Hintergrund.
Doch ich hatte so ein mieses Gefühl dabei und ich fragte mich, warum ich eigentlich so krampfhaft versuche ohne Druck zu erziehen und was denn so schlimm daran ist, wenn sie jetzt wegen dem Sandmann aufräumt. Dann kam es mir in den Sinn: so lade ich die Tätigkeit 'Aufräumen' mit Gegenwillen auf und verderbe ihr vielleicht den Weg Aufräumen später mal mit Freude tun zu können.
Doch nun? Wie kann es gelingen, dass wirklich beide 'Partein' wohl sind? Ich habe selber auch ein hohes Bedürfnis an Ordnung - gerade in 'meinen' Räumen.
Bei uns machen wir es im Moment so:
Ich erkläre den Mädchen (H5 und M2), dass es mir wichtig ist, dass im Wohnzimmer Ordnung ist, wenn sie ins Bett gehen. Ich wähle dafür einen Moment, wo wir es gut zusammen haben. Nicht etwa, wenn sie schon am Spielen sind. Ich sage es ohne Druck und versuche ihnen meine Freude an der Ordnung rüberzubringen. Am Abend dann, sage ich, so wir räumen noch auf und versuche es spielerisch interessant zu machen (Legoklötze in den Behälter zu werfen, auf einem Bein hüpfend die Kuscheltiere ins Bett zu bringen...). Es gibt Tage, wo das gut klappt und Tage, wo sie von Anfang an im Gegenwillen sind. Ich mache ein paar Versuche und wenn sie nicht einsteigen wollen, frage ich warum sie nicht mitmachen. Manchmal kommt ein Grund dabei raus (Ich weiss nicht wo ich anfangen soll z.B.) Ich portioniere dann die Aufgaben in übersichtliche Häppchen, so dass sie auch schnell ein Erfolgserlebnis haben. Oft sind sie nämlich auch einfach überfordert und das lähmt.
Wenn ich es gar nicht schaffe, sie zu gewinnen, räume ich einfach auf. Manchmal kommen sie dann von selber dazu und manchmal nicht.
Ich versuche ohne Groll zu bleiben, wenn sie es nicht tun.
Folgende Gedanken sind mir noch wichtig:
Sie wollen mich nicht ärgern, wenn sie es nicht tun. Ihnen ist die Ordnung (noch) nicht so wichtig wie mir und sie sehen keinen Sinn darin nun auf zu räumen, obwohl sie vielleicht müde sind. Gerade wenn sie im Gegenwillen sind, fühlt es sich für sie total unlogisch an, sich mir jetzt anzuschliessen. Hingegen, wenn es mir gelingt, sie ins Join-up zu holen (z.B. in dem ich ein Spässchen daraus machen... sie auskitzle und fange und einfach rumblödele), dann habe ich schon ein paar Mal erlebt, dass die Grosse plötzlich fragt, 'Mama, darf ich dir helfen?'
Kinder ahmen uns gerne nach, sie sind gerne mit uns zusammen und helfen uns gerne. Wenn sie es nicht machen, dann hat das immer einen Grund und den gilt es zu finden und zu beseitigen. Das geht viel besser mit Humor und Entspanntheit, als mit Druck.
Uiuiuiii, jetzt bin ich ins 'predigen' gekommen und das ist lustig, weil ich es mir gerade selbst alles nochmal erklärt habe. Danke also, dass du diese Frage ins Forum gestellt hast ;-)
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5 Jahre 8 Monate her #6039 von marlis
Antwort
Liebe HannahMama

Danke für Deine "Predigt" :P Es tut mega gut, das wiedermal so zu lesen, was wir ja eigentlich alle wollen, und doch in der Hitze des Gefechts oft völlig aus den Augen verlieren!

Liebe Lore

Der Beitrag von HannahMama hat mich grad zu folgenden Zeilen inspiriert: Sie schrieb vom Druck à la " Wenn du jetzt nicht... dann gibt's kein..."
Was wir jedoch durchaus machen dürfen, und der Beziehung nicht schadet, ist Folgendes: Wenn Du trotz Einladung zum Mithelfen alles alleine machen musst, ist es auch ok, dann bei einer Aktivität, die das Kind anschließend mit Dir machen möchte zu sagen: "Schau, dafür ist jetzt keine Zeit mehr übrig, da das Aufräumen so viel Zeit weggenommen hat. Morgen räumen wir gemeinsam auf, dann geht es viel schneller und es reicht auch wieder für YX, ok?" Wichtig ist aber, dass wir auch wirklich mit dem Kind trauern, dass es halt nun keine Geschichte hören darf, (oder was auch immer) und NICHT in der "geschieht-Dir-recht"- Haltung reagieren - auch nicht gedanklich!

LG, Marlis
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5 Jahre 8 Monate her #6041 von Kiki
Antwort
Hallo Ihr Lieben,

danke für eure spannenden Inputs und Gedanken!

Unsere Kinder - und auch ich - sind abends oft einfach zu müde, um noch aufzuräumen. Wir stehen lieber morgens eine Viertelstunde früher auf. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es deinem dreijährigen Kind am Morgen leichter fallen würde - auch, weil es dann etwas Neues aufbauen möchte. Fragt sich, ob das für euch denkbar wäre...

Ansonsten klappt bei uns das Aufräumen auch am besten, wenn wir es gemeinsam tun.

Bei dir, liebe Lore, ist das ja nicht das Thema, aber bei unserer ältesten Tochter kämpfte ich lange umsonst um Ordnung, bis ich merkte, dass sie ihre Ordnung halten kann - aber nicht meine. Mein Ordnungssinn wollte Gleiches bei Gleichem. versorgen Sie aber sortierte nach total anderen Kriterien. Sobald sie darin frei war, klappte es wunderbar. Vielleicht könntest du deinem Kind in anderer Beziehung mehr Verantwortung übertragen. Also nicht: "Komm, hilf mir beim Aufräumen..." Sondern: "Du hast ja ein tolles Zelt aufgebaut. Schade, dass du es jetzt abräumen musst. Wie stellst du das am besten an? Melde dich, wenn du Hilfe brauchst."

Hast du, Lore, schon mal das Forum nach ähnlichen Threads durchstöbert? Es gibt massenhaft Beiträge zum Thema Ordnung, z. B. diesen...

Liebe Grüsse
Kiki

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5 Jahre 8 Monate her #6042 von Bäretatze
Antwort
Ich möchte den superguten Antworten, die schon gegeben wurden noch folgendes anmerken:
Kinder unter 5 - 7 Jahren können das "Prinzip Arbeit", also ein Opfer bringen, etwas unangenehmes zu tun, um etwas zu erreichen, noch nicht verstehen, geschweige denn umsetzen. Für das braucht es nämlich gemischte Gefühle. Einerseits habe ich keine Lust das zu tun, andererseits freue ich mich am aufgeräumten Zimmer. Das wird erst ab 5 - 7 Jahren, oder auch später, je nach Reifung möglich. Vorher wird nun ein Gefühl auf einmal gefühlt.
Das soll jetzt nicht heissen, dass das Kleinkind per se nicht in der Lage ist aufzuräumen. Aber wir sind herausgefordert, aus der Arbeit viel mehr ein Spiel machen, die Arbeit mit Spass anzureichern.
Ich denke, mit dem Wissen im Hinterkopf, dass sie nicht anders können aufgrund ihrer Gehirnreifung fällt es uns auch leichter, die kleinkindliche Unordnung noch eine Weile zu ertragen. Denn es ist wirklich so, je reifer ein Kind ist, desto mehr ist es in der Lage die innere Unlust zu überwinden und sich an die Arbeit zu machen.
Belohnungen oder Konsequenzen wirken eigentlich auch erst wirklich, wenn sie so weit sind, dass sie gemischte Gefühle haben. Vorher ist es eigentlich mehr der Alarm, der ein Kind dazu bewegt, etwas zu tun um negative Folgen zu verhindern.

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5 Jahre 8 Monate her #6043 von abc
Antwort
dann ist das falsch wenn meine aufräumen am abend damit der staubsauger nicht die teile frisst??? was er übrigens wirklich tut weil wir einen Roboter haben :)
bei uns räumen wir zusammen auf, und das was nicht aufgeräumt ist, versorgen wir dann in den keller weil wir ihnen erklären dass wir davon ausgehen dass wenn es nicht möglich ist es aufzuräumen, dass wir zuviele dinge haben...
was sagt ihr?? druck oder logische Konsequenz?

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