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13 Jahre 7 Monate her #830 von Zibi
Frage
Zuerst möchte ich allen einmal für Ihre Beiträge hier danken. Es ist so wertvoll für mich, das alles erfahren zu können. Kinder und Eltern im Join-up - das ist wirklich der Himmel auf Erden! Ich hätte aber gern noch mehr und häufiger Himmel in unserer Familie...
Unser Erstgeborene G 7, hat einen ziemlich explosiven Charakter. Wenn seine kleineren Brüder J5 und I2 nicht sofort machen, was er möchte, fängt er besonders bei J5 sehr schnell an, laut und handgreiflich zu werden. Ich habe mit G7 schon häufiger darüber gesprochen, dass er mit J5 doch im Gespräch eine Lösung suchen soll, so wie ich es mit ihm mache, aber es funktioniert nicht wirklich. Bedeutet Hierachie unter Kindern, dass die Jüngeren alles sofort machen müssen, was die Grösseren sagen? J5 will z. Bsp. in seinem Zimmer mit seinen Sachen selber entscheiden.Gibt es nicht doch noch Unterschiede zwischen den Eltern und den Grösseren? Wir haben auch Probleme mit der Formulierung: Müssen die Kleineren den Grösseren folgen? Wir nennen es lieber: G7 soll J5 leiten...
Also dieses Thema ist bei uns einfach noch nicht klar und deshalb funktioniert es wahrscheinlich auch noch nicht. Bitte erklärt mir das doch mal! Danke!

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13 Jahre 7 Monate her #832 von Lili
Antwort
Liebe Lydia

Da habe ich auch mein Fragezeichen. Ich habe unserem Sohn 9J.gesagt, dass wenn
er in seinem Zimmer ist und ihn seine Schwester 11J. nervt er sie rausschicken
darf, wenn sie nicht aufhört zu sticheln. In einem solchen Fall verhält sie sich ja auch nicht, wie sich derjenige der führt verhalten sollte. Auch finde ich es wichtig, dass jeder einen Bereich hat, wo er sich zurückziehen kann, wenn er mal Ruhe braucht oder einfach alleine sein will. Und ich habe auch beiden Kindern gesagt, dass sie nichts mitmachen müssen was für sie nicht stimmt, auch wenn das manchmal dann bedeutet, dass man ausgeschlossen wird.

Mich würde hier interessieren, wie du Heinz das unter solchen Umständen siehst.

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13 Jahre 7 Monate her #833 von Heinz Etter
Antwort
Gestattet mir eine Frage:
Wollen wir unsern Kindern sagen: Ordnet euch unter, solange jemand korrekt führt. Oder wollen wir sie lehren zu sagen: Was an mir liegt, will ich mich unterordnen, auch dann, wenn der Chef nicht alles korrekt macht. Die Grenze ist dort, wo ich etwas gegen mein Gewissen machen soll. Da muss ich nein sagen und dann allenfalls riskieren ausgeschlossen zu sein.

Ich würde in einem solchen Fall nicht mit den Kleinen darüber diskutieren, wann und wo Widerstand ok ist, sondern mit den Grossen, wie dienende Leiterschaft aussieht und wie wichtig es ist, die Untergeordneteten zu ehren.
Dieser Weg ist vielleicht etwas weiter und schmerzhafter, aber der lohnendere.

Lg Heinz

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13 Jahre 7 Monate her #834 von Lili
Antwort
Lieber Heinz

Ich sehe das schon auch so wie du,
Nur eben wenn es so ist das der/die Aeltere sich völlig daneben benimmt im Zimmer des Jüngeren verstehe ich es nicht. Z.B.Wenn der Aeltere die Legobauten des jüngeren Kindes zerstört.Oder würdest du da dem jüngeren Kind sagen:Das musst du halt aushalten? Du hast leider weil du jünger bist kein Recht den Anderen rauszuschicken, obwohl es dein Zimmer ist?
Jetzt ist gerade unsere Tochter 11j.dazu gekommen und wollte wieder mal wissen
um was es geht.;-) Ich fragte sie was sie darauf Antworten würde.
Sie sagte:Sie finde das jeder das Recht auf Ruhe in seinem Zimmer hat. Ansonsten
sei das so, als ob unser Nachbar einfach in unser Haus kommen würde und die
Einrichtung zerstören würde. (Und dies obwohl sie die Aeltere ist)
Ehrlich gesagt in diesem Fall sehe ich das auch so.

Ich bin jedoch gespannt auf deine Antwort.
Liebe Grüsse
Lili

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13 Jahre 7 Monate her #835 von Zibi
Antwort
Liebe Lili, lieber Heinz,

ich habe über dieses Thema weiter nachgedacht. Und ich verstehe jetzt besser, was Du, Heinz, meinst. Wir werden eine Lösung nur finden, wenn wir innerhalb der Ordnung bleiben, die Gott uns als Schutz und Lebensraum gegeben hat( egal wer aus der Ordnung herausgefallen ist). Vielleicht könnte man auch sagen, dass wir dann in seinem himmlischen Reich sind. Sobald wir die von ihm gegebene Hierarchie missachten, verlassen wir auch sein Reich und geniessen seinen Schutz und seine Verheissungen nicht mehr.
Konkret habe ich mit den Kindern heute beim Z’Nacht darüber gesprochen, wie wir einander ehren können und wie sich jeder einzelne "verunehrt" fühlt. Wir haben auch darüber gesprochen, dass Gott uns als sein Abbild geschaffen hat und wir nur glücklich werden können, wenn wir ihn nachahmen. Der Vater ehrt ja auch den Sohn und der Sohn den Vater im Hl. Geist.
Ich glaube, dass wir so auf dem richtigen Weg sind. Wir schauen nicht auf das Problem, sondern nehmen uns gemeinsam ein neues Ziel: wir ehren einander in der Ordnung, die Gott uns gegeben hat. Wir vertrauen darauf, dass das mit der Über- und Unterordnung dann automatisch besser wird. Es ist sehr spannend und wir bleiben dran.

Liebe Grüsse,
Lydia

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13 Jahre 7 Monate her #837 von Heinz Etter
Antwort
Danke, Lydia, du ersparst es mir meine Argumente zu entfalten. Ihr seid auf dem guten Weg. Ich habe deshalb den Titel geändert.
Eigentlich geht es in Lilis Beitrag ja nicht mehr um Hierarchie, sondern um die Frage, ob denn das eigene Zimmer ein Rückzugsort sein soll, über den ein Kind Hoheitsrechte hat, wo auch die Eltern nur Zutritt haben, wenn das Kind es gestattet.
Es scheint, dass unsere Gesellschaft diese Frage schon mit ja beantwortet hat. Mir ist nicht ganz wohl dabei. Sicher kann man so den Unfrieden besser managen. Es tut weniger weh, auf Distanz im Unfrieden zu sein. Gleichzeitig gestattet es uns, darauf zu verzichten die Probleme wirklich zu lösen. Wie macht es denn Gott mit uns? Da kommt mir der Psalm 139 in den Sinn: Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äussersten Meer.... ich könnte so meine Beziehungsprobleme mit dir, Gott nicht lösen, denn vor dir können wir uns nicht verstecken.
Alternativen zum Frieden und zur Liebe untereinander einzurichten, halte ich für sehr gefährlich. Irgendwie scheint es ein Konzept dieser Welt zu sein, das Leben so einzurichten, dass wir einander und Gott nicht mehr brauchen, weil wir vom sicheren Rückzugsort her das Leben managen können. Im Facebook kann man kritische Freunde vom Bildschirm verdammen und Feinde sowieso. Dort kostet es wenig "Freunde" zu sein.
Ich empfehle euch, liebe Leserinnen und Leser, Beziehungsprobleme anzugehen und nicht einfach zu verwalten. Vielleicht ein praktisches Beispiel dazu:
Ratsuchende: "Meine beiden Buben wollen ein eigenes Zimmer, weil sie immer soviel Streit haben."
Ich: "Schön wäre es, wenn ihr den Platz nicht hättet. Dann könntet ihr den Jungs sagen: ’Ein zweites Zimmer haben wir nicht, aber wir können abmachen, dass ihr das Zimmer abwechslungsweise nutzt. Der andere kann sich dann im Gang ein bisschen einrichten. Was haltet ihr davon?’ So würden die Jungs vielleicht wieder einen Weg zueinander finden."
lg Heinz

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