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4 Jahre 5 Monate her - 4 Jahre 5 Monate her #6376 von NoCa
Frage
Gerne würde ich eure Meinung hören. Eurer Input zu meinem letzten Eintrag hat mir sehr geholfen. (Schade, dass hier nicht mehr kommuniziert wird:-)) Meine beiden Mädchen sind 3,5 und 9 Jahre und liegen sich oft in den Haaren. Es ist v.a. die Ältere, die sich sehr oft sehr "bossig" aufführt, die Kleinere herumkommandiert und sie so zum Schreien bringt. Es ist sicher ein grosser Teil Eifersucht im Spiel, weil ich der Kleineren als Baby viel mehr körperliche Nähe gegeben habe als der Älteren (Co-Sleeping, Tragen) und grundsätzlich gelassener geworden bin.
Einerseits versuche ich ruhig zu sein und zu schauen, dass sich die Kleinere nicht als Opfer fühlt, was ihr ganz gut gelingt und halt verstehen zu versuchen, was das Bedürfnis der Älteren ist. Ist aber nicht immer so einfach.
Die Ältere geht mit der Jüngeren oft sehr lehrerhaft und 'konventionell' um und verhält sich oft auch sehr mutterhaft. Also z.b. droht sie der Kleineren Strafen an und führt die dann aus und sagt ihr, sie sei ungezogen und 'naughty', etc. Ich bin eher unkonventionell, ev. kooperiert sie da gegenteilig, vielleicht bin ich zu unbeteiligt (ich habe noch einen 1-Jährigen, der viel Kapazität fordert). Das Lehrerhafte übernimmt sie von ihrer Lehrerin, eine langjährige Kindergärtnerin, die mit ihren 3./4. Klässlern wie mit kleinen Kindern spricht, so spricht dann meine Ältere mit der Kleineren, mit extremer Sicherheit und Überzeugung, ist aber selbst in vielerlei Hinsicht noch unreif. Ist eigentlich lustig, aber auch oft nervig. Es gibt halt viele un-vertrauenspädagogische Muster, die sie von anderen übernimmt (oder als Folge der spiegelbildlichen Kooperation), die mich stören. Oft nervt es sie dann, dass ich nicht strikter/wütender bin und sie will, dass ich die Kleinere anschreie und/oder bestrafe..
Hm, hat jemand eine Idee, was da bei der Älteren dahintersteckt und wo/wie ich da ansetzen könnte, um ihr aus dieser nicht idealen Rolle auszusteigen zu helfen. Zu führen versuche ich, wird aber nicht immer angenommen. Lustigerweise dann, wenn wir wieder mehr Zeit zusammen verbringen! Sie verbringt viel Zeit in der Schule im Moment und da kommt auch die Gleichaltrigenorientierung ins Spiel.. Homeschooling ist auf meinem Herzen, aber im Moment hat sie in der Schule alle ihre Freundinnen und meisten sozialen Kontakte (Schule ist 30min dem Auto von uns entfernt), die sie nicht missen möchte und die sie ja auch braucht und ihr gut tun...
Last edit: 4 Jahre 5 Monate her by NoCa. Begründung: Fehler :-)
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4 Jahre 5 Monate her #6377 von barbara dominique
Antwort
Hoi NoCa

Das kenne ich sehr gut. Meine Tochter ist 9, mein Sohn 4 und es bei uns zuhause genau wie bei Dir. Bei uns ist der Grund dafür sehr wahrscheinlich der, dass ich meine Tochter früher nicht vertrauenspädagogisch erzogen habe, sondern eben genau so: mit Strafen, Drohungen, sehr konsequent. Sie kennt das noch so und übt das bei ihrem Bruder so aus, wenn er nicht gehorcht. Ob Deine Ältere das von Dir spiegelbildlich oder von Lehrern etc. übernommen hat, ist da wahrscheinlich gar nicht so wichtig: Selbst ich als Erwachsene brauche enorm viel Nerven, wenn die Kinder nicht das tun, was ich möchte. Flexibel, geduldig und verständnisvoll zu sein ist sehr schwierig. Erst recht für ein 9jähriges Kind. Sie sind wohl verzweifelt, wenn der/die Kleinere nicht gehorcht und wissen sich nicht anders zu helfen als mit Drohen (was ja ganz ehrlich viel einfacher ist für den Moment).
Ich versuche deshalb, meine Tochter einfach zu verstehen, sie zu unterstützen, wenn sie von ihrem Bruder etwas (Richtiges) verlangt (damit er auch sieht, dass sie durchaus als Ältere das Recht hat, etwas von ihm zu verlangen), aber ihr auch gleichzeitig zu sagen, dass sie es getrost uns überlassen darf, damit umzugehen, wenn er nicht gehorcht. Was natürlich nicht immer funktioniert, aber ich denke, sie sieht so immer wieder, dass sie diese Verantwortung nicht tragen muss, und ich hoffe, dass dieses Wissen sie erleichtert und ihr der Druck genommen wird, den Gehorsam durchsetzen zu müssen. :)

Liebe Grüsse
Barbara
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4 Jahre 5 Monate her #6378 von Marion
Antwort
Liebe NoCa,

Antwort habe ich grad keine, aber danke, dass du immer wieder deine tiefgründigen Gedanken und Überlegungen mit uns teilst. Du gibst mir oft den Anstoss, über etwas nachzudenken...

Liebe Grüsse
Marion
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4 Jahre 5 Monate her #6379 von Kiki
Antwort
Liebe NoCa,

kennst du das Hörbuch "Geschwisterkonflikte"? Es geht im Grossen und Ganzen darum, dass die Jüngeren in den Älteren Fürsorglichkeit auslösen können, wenn sie lieb bitten anstatt zu fordern. Wenn sich die Kleinen unterordnen, fällt es den älteren Kindern leichter, liebevoll zu führen und sie brauchen weniger Gewaltmittel. Wir Eltern können sie älteren Kinder dann coachen, wie sie besser führen können.

Im Normalfall neigen wir Eltern ja eher dazu, die natürlichen Hierarchien zu untergraben bzw. den Einfluss der Älteren zu schwächen.

Wir haben bei uns zu Hause oft kleine Kinder zu Besuch, die wir hüten. Unseren Kindern fällt es ganz leicht, fremde Kinder liebevoll und fürsorglich zu führen. Bei den eigenen Geschwistern ist es aber oft mega schwierig. Ich frage mich, was der Grund sein könnte. Ob es daran liegt, dass man sich gegenseitig besser kennt und daher schneller verurteilt anstatt nachfragt? Was denkst du?

Liebe Grüsse
Kiki

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4 Jahre 5 Monate her #6380 von NoCa
Antwort
Stimmt, Barbara, geduldig und verständnisvoll zu sein, ist wirklich schwierig für eine 9-Jährige. Es ist auch gut zu wissen, in welchem Entwicklungsstadium sich 9-Jährige befinden und dass es ok gut wichtig ist, dass ich alles um sie selbst dreht und sie in diesem Identitätsfindeprozess zu unterstützen und am besten alles mit Humor und Gelassenheit anzugehen! (Amen :-)) Dein persönlicher Ansatz resonniert sehr! Ich habe mich nun entschieden, dass ich ihr jeweils klar mache, dass sie diese Verantwortung nicht tragen muss, was die letzten beiden Male wirklich gut funktioniert hat. Da merk(t) e ich auch, dass ich eben meinen Teil als Verantwortungsträgerin tuen muss und mich nicht drücken darf (aus Bequemlichkeit/andersweitigem Beschäftigtsein)!! Danke für deine hilfreichen Worte!!

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4 Jahre 5 Monate her - 4 Jahre 5 Monate her #6381 von NoCa
Antwort
Hallo KIKI :-)
Nein, das Hörbuch kenne ich nicht - ich bin sowieso im Nachhol- oder besser Aufholbedarf! Danke für den Tipp!
Ja, stimmt, mit dem Hierarchien-Untergraben, aber macht dann jeweils so viel Sinn, wenn man sich das Hierarchie-Verhalten wieder vor Augen führt. Dass die älteren Kinder natürliches Hierarchievermögen den Jüngeren gegenüber haben, glaube ich auf jeden Fall und das kommt mir im Alltag auch immer wieder in den Sinn!
Meine 9 Jährige ist auch ausgenommen gut mit kleineren Kindern, auch wenn sie diese sehr konventionell lehrerhaft behandelt, was die Kleineren zu mögen scheinen. Mit der Schwester geht sich auch so um, wie gesagt, aber da wird's komplizierter, ich glaube wirklich grösstenteils weil Eifersucht im Spiel ist. Wenn ich sie fair behandle und mich um ihre Bedürfnisse kümmere, ist es immer viel besser. Aber geben gelingt mir das nicht immer. Aber durchs Reflektieren hier, wird mir das wieder einmal mehr klar, danke :-)! Eifersucht und nicht zu Kurz Kommen wollen sind Faktoren, denke ich. Die Kleineren sind ja jeweils eine Konkurrenz zur Mama und meine 9-Jährige spürt halt schon, dass ihre Zeit vorbei ist: die beiden Kleinen haben stets noch viel Körperkontakt mit mir und oft lehnt sie diesen mit mir ab :-(, wie machst DU das? Wie sorgst du dafür, dass auch die Älteren ihre Nâhe bekommen? ...Danke, Kiki, für deinen Input!
Last edit: 4 Jahre 5 Monate her by NoCa. Begründung: Editieren

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