Hört nicht zu und wird aggresiv

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1 Monat 3 Wochen her #6722 von Mara.87
Frage
Hallo zusammen

Mein Sohn ist 5 Jahre alt und ist im 2. Kindergarten Jahr gestartet.

Ich weiss manchmal wirklich nicht weiter, jetzt getraue ich mich mal zu schreiben.

Er ist sehr viel aggressiv. Gegenüber der grossen Schwester (9) und auch gegenüber mir. Er schreit, wirft Sachen herum, schlägt die Schwester und zu mir, wird er sehr frech.
Doch eigentlich wenn alles stimmt, ist er ein braver Junge, sucht ständig meine Nähe, ist sehr liebevoll und schmust immer sehr viel und irgendwie passen diese 2 Seiten nicht zusammen.
Das Join up habe ich versucht.. doch irgendwie ist das für ihn zu früh?

Oft bin ich erschöpft und werde laut. Doch statt besser spitzt sich die Situation zu Hause zu.
Um ein Beispiel zu nennen:
Er möchte nun ganz alleine in den Kiga laufen. Doch die Strasse die er überqueren muss, ist gefährlich. Nun begleite ich ihn nur bis zur Strasse, doch das passt ihm nicht. Ich habe ihm gesagt, auf Weg und Strasse wird bitte nicht gerannt... und er tut genau das! 
Und wenn ich ihn dann ermahne, weil ich ihm bis zu einem Punkt zuschaue, wird er vor allen aggressiv, rennt weiter und schimpft.
Dieses Gefühl mein Kind nicht im Griff zu haben, macht mich fertig.

Ich bin dann verzweifelt und gebe eine Strafe... und dann ist nur bis zum nächsten mal gut....

Hat jemand eine Idee wie ich mich in solchen Situationen richtig verhalten soll ohne mich ständig aufzuregen?
Vielen Dank für eure Hilfe.

LG

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1 Monat 1 Woche her #6723 von sagraf
Antwort
Liebe Mara

Entschuldige die verspätete Antwort.
Ich finde es super, dass du den Mut gefasst hast zu schreiben. Denn Du bist mit diesem Problem nicht alleine.
Vielen Mamas und Papas geht es in Alltagssituationen genau so, dass sie aus verschiedenen Gründen an ihre Grenzen kommen.
Ich lese aus deinem Schreiben das dein Sohn 5 Jahre alt ist und in den 2KiGa geht. Nun wollte ich fragen ob diese Aggressivität erst seit dem neuen KiGa Jahr ist oder ob er dies in diesem Masse schon vorhin hatte?
In erster Linie möchte ich Dir Mut und Hoffnung machen. Es kann geschehen das wir auch mal laut werden oder wütend. Wir sind alles Menschen und haben Gefühle. So ist es für das Kind viel authentischer wenn wir echt sind und nicht etwas vorspielen.
Ich versuche mich nun auch ein wenig in deinen Sohn hineinzuversetzen. Er will offensichtlich den KiGaweg alleine laufen und dies wäre auch möglich, wenn da nicht diese gefährliche Strasse wäre.
Wenn ein Kind aggressiv ist, schreit und frech ist, hat es meistens etwas mit dem es nicht zurechtkommt und keine Worte dafür findet. In diesem Moment brauchen sie liebe und offenen Arme die sich ihnen anbieten. In diesem Moment bringt es rein gar nichts eine Situation zu besprechen. Ich würde warten bis er sich beruhigt hat und wenn ihr eine Kuschelzeit habt dies ansprechen. In etwa so: Gell vorhin warst du sehr wütend und konntest nur schreien und es kamen lauter unschöne Worte aus deinem Munde. Weisst du weshalb dies geschehen ist? Vielleicht schafft er es dann zu erzählen was ihn so aufgewühlt hat. Oft sind es kleine Dinge die sie beschäftigen. Du als Mama darfst ihm sagen du möchtest nicht, dass er so mit Dir spricht und er hätte eine Entschuldigung offen, die er aber erst dann aussprechen soll, wenn er es auch von Herzen kann.
Entschuldige bitte es sind gleich ein paar Punkte die ich hier erwähne, lasse dir Zeit es muss nichts auf Anhieb gleich klappen. Lieber kleine Schritte und dafür habt ihr als Familie Erfolgserlebnisse. 
Nun dieser KiGa weg scheint euch beide zu belasten. Dies würde ich mit ihm auch in einem ruhigen Moment besprechen. Vielleicht wäre es gut dies auf diese Weise anzusprechen: Ich sehe du möchtest so gerne alleine in den KiGa gehen gell? Du bist ja schon im 2.und fühlst dich schon so gross. Das verstehe ich und würde dir das sehr gerne ermöglichen und dachte mir, wenn dich das nächste Mal begleite, könnten wir ein Spiel machen: du könntest mich ja mal zum KiGa führen als wärst du die Mama und ich wäre Du. Was meinst du? Sollen wir dies Mal so ausprobieren? Und dann würde ich ihn nachahmen und mich genau so verhalten wie er also rennen und eben nicht „korrekt“ laufen. So das er sieht wie es ist wenn die Gefahr lauert. Denn ich bin mir sicher er weiss genau wie er sich zu verhalten hat. Oft warten die Kinder das wir sie alarmieren und sie schalten ihr eigenes Alarmsystem aus. Dies führt dazu, dass sie sich eben so verhalten wie wir es eben nicht wollen und ihr Alarmsystem agiert nicht mehr natürlich.
Dann würde ich Mal schauen was geschieht auf Grund von dieser gespielten Situation. Vielleicht ergibt sich dann die Möglichkeit es anzusprechen, dass Du ihm gerne vertrauen würdest, aber diese Gefährliche Strasse einfach da ist und es so nicht geht, wenn er rennt und nicht aufmerksam sei.
Ihr könnt vielleicht einen Diel aushandeln, dass Du ihm das Angebot machst hinter ihm zu gehen und er die Chance bekommt zu zeigen es klappt ich kann laufen und muss nicht rennen, ich kann schauen und warten, wenn ein Auto kommt bis es hält. So besteht die Möglichkeit das Vertrauen aufgebaut werden kann.
Und wenn die Strassen Überquerung zu gefährlich ist und es zu unsicher ist, kann man immer noch sagen, schau ich weiss du kannst es und weisst wie man eine Strasse überquert, jedoch ist diese Strasse so Gefährlich und deshalb begleite ich dich noch ein bisschen bis hier hin. (Dies so sagen das er spürt du bist auf seiner Seite und diese Strasse ist wirklich in diesem Moment ein Gegner)
Nun noch zur Situation mit der grossen Schwester. Ich würde versuchen seine grosse Schwester mit einzubinden, dass sie gewisse Dinge mit Ihm zusammen erledigt oder spielt in der sie die Führung hat. Dies stärkt die Hierarchie (dass sie ihm übergeordnet ist) und die Fürsorglichkeit ihrem kleinen Bruder gegenüber, was wiederum begünstigt das er sich ihr unterordnet und nicht mehr so gegen sie agieren muss.
Und für das Join Up ist es nie zu früh. Sobald wir in einer Vertrauensbindung sind mit unseren Kindern sind wir im Join Up.
Ich hoffe ich konnte dir helfen. Sonst frage bitte nach oder lass uns wissen, wenn ihr Veränderung seht.

Alles Gute
Sabrina

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1 Monat 1 Woche her #6724 von Kiki
Antwort
Liebe Mara, liebe Sabrina,

danke, Sabrina, für deine ausführliche und liebevolle Antwort.

Hast du, Mara, ein "Erziehen im Vertrauen"? Falls ja und falls du die gleiche Ausgabe wie ich hast, gibt es dort ein Kapitel "Wie führen wir unsere Kinder zurück ins Join-up?" Der Absatz 4.3 "Ältere Kinder" ist zwar eigentlich für Kinder ab dem Schulalter gedacht, aber es geht dort vor allem um die innere Einstellung der Eltern. Ich könnte mir vorstellen, dass dich gewisse Gedanken entlasten (z. B. ich brauche das Wohlwollen meines Kindes nicht, sondern mein Kind braucht mein Wohlwollen) bzw. unabhängiger von den Launen deines Kindes machen. Ich wünsche mir, dass du dadurch wieder zu mehr Kraft und Energie kommst.

Liebe Grüsse
Kiki

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