Spiegeln!

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4 Jahre 2 Monate her #6401 von Kiki
Frage
Hallo zusammen!

Heute Morgen haben wir uns in der VP-Gruppe mit dem Spiegeln auseinandergesetzt. Wer von euch hat bereits Erfahrungen? Mögt ihr erzählen?

Was macht ihr, wenn ihr nicht genau wisst, was im Kind vorgeht? Stellt ihr dann eine Frage? Zum Beispiel so: " Du bist ja ganz aufgebracht, seit du mit XY gespielt hast. Was geht in dir vor?"

Wie handhabt ihr es, wenn zwei Kinder gleichzeitig gespiegelt werden müssten, deren Sicht der Dinge aber eine ganz unterschiedliche ist, z. B. nach einem Streit? Spiegelt ihr die Kinder dann nacheinander und spiegelt ihr beide Sichten?

Gebt ihr bzw. wie schnell gebt ihr doch Handlungsimpulse - und sei es nur eine Frage wie "Was ist dein Vorschlag?" - wenn das Kind sich nicht zu helfen weiss?

Dadurch, dass wir das Problem des Kindes nicht sofort lösen, klärt sich die Bedürfnislage und damit die Hierarchie. Aber wie steht es mit der Fürsorglichkeit? Ist es 2. Meile, wenn ich von mir aus helfe, und 1. Meile, wenn ich die Bitte meines Kindes abwarte? Sorgt ihr einfach auf anderem Wege für 2. Meilen? Würde ein "Sag mir, wenn du Hilfe brauchst" gleichzeitig fürsorglich sein und die Bedürfnislage nicht umkehren?

Wie reagieren eure Kinder auf das Spiegeln? Beruhigen sie sich gefühlsmässig schneller oder kommen erst recht alle Gefühle hoch? Könnt ihr eine Entwicklung beobachten, dass sich Kinder immer schneller beruhigen?

Wie spiegelt ihr eure Kinder, wenn deren Gefühle in euren Augen "falsch" sind, z. B. sehr anklagend oder aggressiv? Formuliert ihr differenziert, z. B. "Ich sehe, du findest das gemein..." statt "Das ist gemein!"?

Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit uns teilt.

Liebe Grüsse
Kiki

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4 Jahre 2 Monate her #6402 von barbara dominique
Antwort
Kann man die Gefühle des Kindes zu sehr spiegeln, indem man einem Kind gegenüber, das sich über die Hitze wegen seinem Gips, den es am Arm tragen muss, beklagt, selbst lange Ärmel trägt? Um das Mitgefühl noch deutlicher zu zeigen ... Oder ist das zu extrem? Was denkt Ihr?

Liebe Grüsse
Barbara

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4 Jahre 2 Monate her #6403 von tiqva
Antwort
Liebe Barbara

Eine sehr liebevolle Idee! Aus der Sicht des Kindes bin ich mir jedoch nicht ganz sicher, ob ich das Gefühl hätte, dass sich meine Mutter zu sehr identifiziert (und so den Schmerz zu sehr mitträgt, mitleidet). Weisst du, was ich meine? So wie ich gestrickt bin, würde mir das als Kind eine Verantwortung geben für andere, die ich lieber nicht haben möchte. Ich bräuchte eher eine starke Führung, die zwar mitleidet, aber eine Haltung hat im Sinne von: "Das ist wirklich blöd, und ich bin ganz bei dir, aber ich weiss, dass du das schaffst!"

Aber vielleicht gibt es andere Ansichten?

Herzlichst Tiqva
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4 Jahre 2 Monate her #6404 von barbara dominique
Antwort
Hoi Tiqva

Ja, ich fühle das ähnlich. Es ist zu viel des Guten. Ich fragte mich nur, ob ich da zu wenig mitfühlend bin, wenn ich so fühle, oder ob es wirklich zu viel ist. Und Du hast mir einen sinnvollen Grund für mein Gefühl geliefert! :-) Danke!

Liebe Grüsse
Barbara

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4 Jahre 2 Monate her #6405 von Dorothea
Antwort
Liebe alle,

gestern Abend fand das Abschlussfest in der Schule statt. Offiziell dauerte das Fest bis 21 Uhr. Kurz vorher rief meine Tochter an, ob sie länger bleiben dürfe. Ich verneinte, weil ich selbst ins Bett wollte. Entsprechend gross war der Frust, das Betteln und Nörgeln. Am Telefon diskutierte ich nicht lange und machte mich auf den Weg. Unterwegs dachte ich: Die Sache mit dem Spiegeln probiere ich jetzt grad mal aus.

"Vermutlich dürfen die meisten noch bleiben, aber du musst heim. Nicht wahr, das ist mega frustrierend." Ein verständnisvoller Blick und das Thema war vom Tisch. Den ganzen Nachhauseweg erzählte meine Tochter vergnügt vom Fest.

Nach dieser Erfahrung werde ich auf alle Fälle dranbleiben ;) .

Liebe Grüsse
Doro

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4 Jahre 2 Monate her #6406 von Zoar
Antwort
Hallo zusammen!

Es fällt mir relativ leicht, die Gefühle meiner Kinder zu spiegeln, wenn sie enttäuscht, frustriert, verletzt usw. sind. Noch einfacher ist es für mich, mich mit ihnen zu freuen.

Was mir aber extrem schwer fällt, ist, wenn die Kinder sehr zornig sind. Ich gerate dann eher in eine Form von Gegenwillen.

Gestern zum Beispiel entspann sich ein Streit zwischen zwei unserer Kinder. Eins unserer Mädchen wollte eine Schulkollegin dazu verführen, sich mit ihr zu treffen anstatt den Auftrag der Eltern zu erledigen. Unser ältester Sohn bekam das Gespräch mit und mischte sich ein. Daraufhin beleidigte unsere Tochter ihren Bruder und das Ganze entwickelte sich zu einem Streit mit "Handgreiflichkeiten gegen Schuhe und Fahrräder". Unser Sohn schilderte die Sache sachlich, bekannte seinen Anteil an der Schuld umgehend und flickte das Fahrrad, während das Mädchen sehr emotional und ausschliesslich mit wüsten Beschimpfungen reagierte. Daraufhin trennte ich die beiden mit den Worten: "Ich sehe, du bist im Moment noch zu aufgebracht." und sagte ein Gespräch auf heute Morgen an. Ich hatte die Hoffnung, dass am Tag danach andere Gefühle da wären und ich vielleicht nachträglich das Verpasste nachholen könnte. Aber auch mit ein bisschen Distanz kehrten offenbar die gemischten Gefühle bei unserer Tochter nicht wieder. Die Beschimpfungen fingen wieder von vorne an.

Ich frage mich generell, ob ich "falsche" Gefühle spiegeln soll. In Römer 12,15 steht "Freut euch mit den sich Freuenden, weint mit den Weinenden!", aber nicht "Tobt mit den Wütenden". Oder wäre es hilfreich, die Gründe, die zum Zorn führten, zu spiegeln? Z. B. "Nicht wahr, es ist lästig, wenn A. sich einmischt und dich vor deinen Kolleginnen korrigiert. Das beschämt dich."

Könnt ihr mir zu ein bisschen mehr Klarheit verhelfen?

Liebe Grüsse
Zoar

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