Infobriefe

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Refresher 19-06 «Gehorsam!?»

Wurdest du auch schon mit der Aussage oder gar dem Vorwurf konfrontiert, wir, die wir vertrauenspädagogisch erziehen, nähmen den Gehorsam unserer Kinder zu wenig ernst? Zugegeben, das mag in manchen Situationen von aussen so aussehen. Doch ist es auch wirklich so? Eine Trainerin hat mir darauf eine spannende Antwort gegeben: «Ich gebe mich doch nicht nur mit dem Gehorsam zufrieden. ICH MÖCHTE MEHR! Ich möchte, dass meine Kinder mir folgen, weil sie es mir recht machen WOLLEN, also aus der Beziehung heraus dazu bewegt werden!»
Und in der Tat, Gehorsam ist relativ leicht zu erreichen: mit etwas Druck, mit der Androhung von Strafen... Dann wird das Kind aus dem Motiv der Angst vor der Strafe heraus tun, was wir sagen. Die einen oder anderen von uns kennen dies bestimmt noch aus der eigenen Kindheit. Auf der anderen Seite der Angst steht die Liebe. Und eine Beziehung, die von Liebe, Annahme und Vertrauen geprägt ist, ist es, was wir wollen. Und wir spüren es, das geht so viel tiefer! Da werden wir als Eltern herausgefordert, aber gleichzeitig auch freigesetzt. Es ist so viel schöner und fühlt sich viel natürlicher und besser an, wenn ich darauf vertraue, dass mein Kind es mir recht machen möchte und dass es sein Bestes gibt. So viel besser auf jeden Fall, als das Agieren mit Druck und Strafe (Zuckerbrot und Peitsche).

 

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Refresher 19-04 «Laufgitter?!»

Die Zeit zwischen 18 und 24 Monaten ist eine Zeit, die das Leben eines Menschen stark beeinflusst. Wenn du heute oft an dir zweifelst, wenn du dich schnell abgewiesen und unverstanden fühlst, dann könnte es damit zusammenhängen, dass du gerade in dieser Zeit viel Kritik eingefahren hast. Nimm es deinen Eltern nicht übel. Ich habe es heute wieder einmal gespürt, wie es ist, wenn ein Kind dieses Alters mit der Gabel auf den Tisch einsticht, wenn es diese Schachtel leert und jene irgendwohin bringt, wo man sie nicht mehr findet, wenn es den Smoothie auf den Tisch kippt… Was wir in die Höhe tun, wird erreichbar, weil es jetzt den kleinen Schemel vom Badezimmer überallhin bringt. Seine Urteilskraft und seine Möglichkeiten entwickeln sich nicht parallel, definitiv nicht!

Ich verstehe deshalb meine Eltern, die uns in diesem Alter in ein Laufgitter sperrten. Laufgitter sind aus der Mode gekommen und Eltern, die ihren Kinder «Käfighaltung» zumuten, müssen sich einiges anhören. Ich möchte dir einfach Folgendes sagen: Nur jene sollten aufs Laufgitter verzichten, die ihrem Knirps nachher nicht dauernd die Pläne vermiesen, ihn nicht dauernd kritisieren und beschimpfen. Wer das nicht schafft, steckt sein Kind lieber ins Laufgitter. Kinder können sich gut anpassen an die Widrigkeiten des Lebens, aber ans dauernde Infragestellen, an die unablässige Botschaft: «Was machst du denn jetzt schon wieder?!», daran kann sich kein Kind gewöhnen und es soll sich auch nicht daran gewöhnen. Unsere eigenen Kinder haben die Sache mit dem Laufgitter umgekehrt: Die grossen Kinder spielten im «Gschpeer», unzugänglich für die Kleinen, und auch die Erwachsenen sparten sich ihre Freiräume aus.

Wie auch immer du es anstellst: Schütze dein Kind vor Dauerkritik. Gib ihm das Gefühl, richtig zu sein. Verstehe es, wenn es frustriert ist über seine Begrenzungen, aber erspare ihm dein Kopfschütteln und deinen Unmut über seine Taten und Pläne.

 

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Refresher 18-07 «Au, das war wieder einmal nicht VP»

Es berührt mich immer ein bisschen zwiespältig, wenn ich eine solche Aussage höre. Es ist doch gut, wenn Eltern sich bemühen, ihrem Kind gerecht zu werden - oder? Sicher, aber für Kinder gibt es etwas noch Wichtigeres, als ob die Eltern immer richtig handeln: Sie brauchen Eltern, die mit ihren Kindern und mit sich selber einen entspannten - einen vertrauensvollen und vertrauten - Umgang haben. Kinder sollen sehen, hören und fühlen, wie es ihren Eltern geht - nicht so sehr, wenn sie traurig sind (die Kinder sollen ja nicht ihre Tröster sein), aber sicher, wenn sie frustriert sind. Frust auszudrücken, ohne aggressiv gegen Menschen zu werden, ist eine schöne Zielsetzung, aber Kinder haben volles Verständnis dafür, wenn das nicht immer gelingt. Mit der Erziehung ist es wie mit der Hygiene: Das richtige Mass ist nicht bei der Sauerei, aber auch nicht bei der Sterilität. Wenn wir gesund sein wollen, dürfen wir nicht im Reinraum leben. Unser Immunsystem braucht gewisse Herausforderungen. Genauso ist es mit den menschlichen Unzulänglichkeiten. Kinder von perfekten Eltern würden ganz viele wichtige Dinge nicht lernen, nämlich mit dem Versagen anderer umzugehen, Ungerechtigkeiten zu ertragen usw. Aber keine Angst, du darfst dich entspannen. Die Gefahr in dieser Ecke ist eher klein. Viel eher neigen wir zu Selbstvorwürfen und meist in der Folge zu Vorwürfen gegenüber unseren Lieben, wenn wir etwas verbockt haben.

 

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Info 17-11 «Schenken»

Wie weit bist du mit deinen Geschenken? Ist das für dich auch eine gewisse Last? In unserer Familie war es so, und so beschlossen wir gemeinsam, auf das Beschenken der Erwachsenen zu verzichten. Aber eigentlich ist das ja auch schade. Das Problem ist doch einfach, dass man einander früher einen Topf Honig, eine Flasche Wein oder auch ein Kleidungsstück schenken konnte - im Bewusstsein, dass damit viel Freude ausgelöst wurde. Heute sind wir mit all diesen Dingen oft mehr als nur eingedeckt.
Irgendwie bin ich in dieser Sache an die Geschichte mit der zweiten Meile erinnert. Nicht wahr, eigentlich wollen wir ja die Erwartungen unserer Liebsten nicht enttäuschen - namentlich nicht diejenigen der Kinder. Aber so richtiges weihnachtliches Kribbeln kommt ja bei den «bestellten», sprich «gewünschten» Geschenken nicht auf, noch weniger freilich bei Geldspenden oder Beteiligungen. Es sei denn, der Spielraum sei gross genug und der Mut Enttäuschungen auszuhalten auch. Es müssten irgendwie die Elemente der Überraschung und vor allem auch der Freiwilligkeit drin sein, das Engagement beim Aussuchen und das Sich-Einfühlen. Und da sind wir dann bald wieder beim Stress (wenn ich an meine 13 Enkel denke). Meine Frau erhielt jedes Jahr vom Götti ein weiteres Teil des grossen Silberbestecks. Das war wohl auch nicht sehr prickelnd. Aber - hm - das haben wir immer noch und freuen uns daran. Diese Gedanken haben bei Angela Indermaur letztes Jahr einiges ausgelöst. Im Talk erzählt sie uns davon. Sehr inspirierend. 

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 27. November 2017

 

 

 

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Info 17-06 "Aufschauen"

Gehörst du auch zu den Menschen, die sich ständig überlegen, ob sie auch alles richtig machen mit ihren Kindern? Die sich ständig hinterfragen und sich häufig bei ihren Kindern entschuldigen, wenn sie zum Schluss kommen, dass nicht alles korrekt war?

Wenn du diese Haltung im Umgang mit deiner Partnerin oder deinem Partner hast, dann mag das edel sein, solange du es nicht übertreibst.

Kinder hingegen haben ein anderes Bedürfnis. Sie wollen zu dir aufschauen, wollen glauben, dass du die beste Mami, der beste und erst noch stärkste Papi bist. Sie wollen zu dir aufschauen dürfen. Nur so fühlt sich Gehorsam gut an, nur so sind deine Ermutigungen wertvoll und deine Ermahnungen relevant.

Sei vielleicht ein bisschen weniger selbstkritisch, ein bisschen gnädiger und lockerer mit dir selber, ein bisschen entspannter. So fällt es deinen Kindern leichter zu dir aufzuschauen. Ja, und vielleicht solltest du selber zu jemandem aufschauen, der dich liebt und ein ganzes Ja zu dir hat.

Und vergiss eines nicht: Es geht Kindern selten besser als ihren Eltern. 

 

Livesendung vom 26. Juni 2017

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