Infobriefe

Stöbern Sie hier im Archiv unserer Infobriefe. Wenn Sie etwas zu einem bestimmten Thema suchen, dann sind die Briefe einerseits in Kategorien geordnet, andererseits können Sie auch unter "Tags" nach Themeninhalten suchen. Viel Spass!

Refresher 19-08 «Das ist nicht von mir!»

Ein solcher Satz heisst doch eigentlich: «Ich habe das nicht liegen gelassen, also muss ich es auch nicht auflesen. Wenn du mich aufforderst, es aufzuheben, dann heisst das ja wohl, dass du denkst, ich hätte das verschuldet.»

Diese Denkweise ist tief in uns verankert. Es gibt allerdings eine gewichtige Ausnahme: Mütter verbringen ein Grossteil ihrer Zeit damit zu, die Suppen anderer auszulöffeln. Was sie zusammensaugen oder -wischen, was sie waschen oder flicken ist ja meist nicht ihre «Saat», um das gleiche Prinzip im biblischen Bild zu zitieren: Das Prinzip von Saat und Ernte. Wenn wir dieses Prinzip hochhalten, dann müssen wir auch die Antwort dieses Kindes als die einzig richtige anerkennen. Jesus nat neben diesem Prinzip allerdings ein anderes eingeführt, das dem gesunden Menschenverstand vielleicht eher fremd ist. Johannes 4:37 spricht davon, dass die einen schneiden, was sie nicht gesät haben. Letztlich hat ja Jesus am Kreuz geerntet, was er nicht gesät hat. Insofern ist das Loyalitätsprinzip, das Füreinander-die-Suppe-Auslöffeln jenes Prinzip, das viel eher dem Evangelium entspricht. Freilich ist dieses Prinzip - wenn es verordnet ist - eher untauglich. Vielleicht könntest du diese beiden Prinzipien einmal in deiner Familie diskutieren. Was würde es bedeuten, wenn Mama sich auf das Prinzip von Saat und Ernte beriefe? Wo könnte man das Solidaritätsprinzip leben - so wie es für Mama normal ist?

 

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 26. August 2019

 

Weiterlesen
46 Hits

Refresher 19-05 «Monster unter dem Bett»

Kennst du den Satz «Geh auf dein Zimmer, bis du weisst, wie man sich hier benimmt»? Hast du dieses oder ein ähnliches Ultimatum auch schon benutzt und festgestellt, dass es sogar funktioniert? Es ist so, solche und andere Ultimaten, also angedrohte Trennung, funktionieren ganz oft. Wenn das gleiche Kind dann abends nicht alleine im Zimmer schlafen möchte, weil es einen Drachen unter dem Bett vermutet, kommen wir kaum auf die Idee, dass dieser vermutete Drache einen Zusammenhang mit der Situation des Ultimatums bzw. der Trennung haben könnte.
Und doch ist es so: Mit solchen Sätzen alarmieren wir unser Kind. Wir senden ihm die Botschaft «ich lasse dich alleine» oder «ich schicke dich von mir weg» mit. Unterschwellig sagen wir damit auch, dass das Kind nur in meiner Nähe willkommen ist, wenn es sich entsprechend benimmt. Natürlich tut das Kind in dem Moment alles, um die angedrohte Trennung zu verhindern und um die Nähe wieder herzustellen. Deshalb funktioniert es ja auch und das Kind ist plötzlich ganz brav. Der (Trennungs-)Alarm aber bleibt… Meistens ist das Kind gar nicht in der Lage, sich dessen bewusst zu sein oder gar darüber zu sprechen. Das Gehirn sucht sich dann einen anderen Grund für den Alarm, einen, über den man sprechen kann, und schon sind wir beim Monster unter dem Bett…
Wenn wir unserem Kind diesen Stress ersparen wollen, tun wir gut daran, es und seine Bedürfnisse zu verstehen und es mit klarer Kommunikation zu führen, statt mit Ultimaten unter Druck zu setzen. 

 

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 27. Mai 2019

Weiterlesen
153 Hits

Info 17-04 "Komfortzone verlassen"

«Philipp, ich möchte, dass du die Spielsachen im Wohnzimmer aufräumst!» - «Wieso ich? Lara hat mit diesen Sachen gespielt.» Vielleicht kennst du diese und ähnliche Situationen, in denen Kinder nicht bereit sind, eine Aufgabe für andere zu übernehmen oder Verantwortung für andere zu tragen. Vielleicht geht die Geschichte so weiter: Philipp gehorcht zwar widerwillig, schleudert die Spielsachen seiner kleinen Schwester aber achtlos und unsortiert in eine grosse Kiste. Einzelne Teile zerbrechen oder verbiegen und alles landet irgendwo im Kinderzimmer anstatt am richtigen Ort.

«Was ist daran falsch», wirst du vielleicht denken, «wenn jeder in der Familie Verantwortung für seine eigenen Sachen übernimmt?» Im normalen Leben ist es doch auch so. Wer die Küche benutzt, räumt sie nachher auf. Wer einem Mitmenschen den Kaffee über das teure Jackett leert, bezahlt die Reinigung. Wer einen Unfall verursacht, kommt für den Schaden auf. So ist das Gesetz!

Es gibt aber weit Grösseres als das Gesetz. Jesus hat es uns vorgelebt. Er, der König der Welt, kam, um uns Menschen ohne Eigennutz zu dienen. Wie können wir unseren Kindern helfen, ihm ähnlich zu werden? Wie können wir ihnen Werte wie Liebe, Selbstlosigkeit, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein vermitteln? Wie können wir ihnen helfen, das freudlose «Verursacherprinzip» zu überwinden?

Zum einen haben Kinder ein Recht darauf, dass wir ihnen etwas zutrauen und zumuten. Sie dürfen und sollen die «Komfortzone verlassen». Zum zweiten haben Kinder - wie auch wir Erwachsenen - jeden Tag neu die Wahl, wie sie ihr Leben in den Dienst anderer stellen wollen: mit ständigem Jammern und dem stetigen Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, oder mit einem Gefühl der Freude. Ich wünsche uns allen, dass wir uns für die Freude entscheiden!

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 24. April 2017

Komfortzone verlassen

  • Es gibt Situationen, in denen wir als Eltern den Kindern Anweisungen geben oder sie bitten: «Könntest du bitte den Tisch decken?» und ein Widerwille vonseiten der Kinder kommt zurück.
  • Wie gehen wir als Eltern mit Widerwille um?
  • Als Eltern erledigen wir viele Arbeiten, welche wir wegen der Kinder tun müssen - sie haben z. B. die Unordnung verursacht - und das kann uns frustrieren.
  • Teilweise haben wir das Gefühl, dass wir den Kindern nicht zu viel zumuten dürfen und wollen ihnen Freiheit geben.
  • Wir haben oft Hemmungen, unsere Kinder einzubeziehen und ihnen eine Aufgabe zu geben, die sie erledigen können.
  • Wo fängt der Bereich an, wo das Kind die Komfortzone verlassen soll, wenn es eben eine Arbeit tun sollte, die ihm keinen Spass macht?
  • Wir müssen uns häufig selber dazu entscheiden, gewisse Arbeiten gerne zu erledigen. Denn wenn wir das nicht schaffen und auch unsere Kinder nicht, dann ist es schwierig, Dinge, die einfach zum Alltag dazugehören, zu erledigen. Dann haben wir ein Leben, wo wir ständig Dinge erledigen müssen, die wir nicht gerne machen.
  • Die Entscheidung, die Arbeit gerne zu machen, weil sie einfach zum Leben gehört, ist wichtig.
  • Wenn wir es schaffen, unseren Kindern zu vermitteln, dass sie ein Teil des Kollektivs bzw. der Familie sind und nicht einfach ein Gast oder Zuschauer, dass sie gebraucht werden, dann haben wir viel erreicht.
  • Wenn Kinder die Gemeinschaft spüren und wir ihnen Aufgaben anvertrauen, die sie auch erledigen können, dann erleben sie, dass sie ein Teil der Familie und wichtig für die Familie sind.

 

Fragen und Inputs

  • Wie findet man die Balance zwischen Dem-anderen-Dienen und Sich-selber-nicht-Vergessen?
    Jeder muss sich in der Familie wohlfühlen. Jeder hat aber auch seine Grenzen. Gerade als Eltern verzichten wir auf vieles und haben ein bisschen den Dienstmodus. Ich kann dem anderen keinen guten Dienst erweisen, wenn ich nicht auch zu mir schaue. Das müssen wir auch bei den Kindern beachten. Aber es gibt Raum, wo es jedem wohl sein muss. Wenn alle die Freiheit haben, zu tun und machen, was sie wollen, dann kann ich als Elternteil frustriert oder sogar gekränkt sein, es kann mir zu viel werden. Auch wir als Eltern brauchen Balance. Es geht nicht um Druck ausüben, sondern darum, ein Gefühl von Kollektiv weiterzugeben. Man kann nicht immer Spass haben bei allen Aufgaben, dann wird es schwierig, vielleicht auch später in der Arbeitswelt.
  • Teenager macht Aufgaben «oberschludrig». Wie kann man damit umgehen?
    Diese Thematik kommt ja häufig auch bei Kleinkindern vor. Was ist uns als Eltern wichtig? Die Schule nimmt einen wichtigen Platz ein. Die Eltern spüren Druck und geben ihn auch den Kindern weiter. Der Schuldruck kommt häufig nicht von den Lehrern, sondern vor allem von den Eltern. Den Eltern ist oft die Schule sehr wichtig. Sie wollen, dass die Kinder die Hausaufgaben erledigen. Und wenn dann das Kind kommt und sagt: «Oh, ich kann nicht helfen, ich muss noch Hausaufgaben erledigen!», dann kommen wir dem Kind oft entgegen und es entkommt der Aufgabe. Die Kinder nutzen das auch schnell aus, und so entkommen sie Aufgaben, die ihnen nicht besonders Spass machen. Hier müssen wir als Eltern überlegen, was uns wichtig ist. Was wollen wir unseren Kindern vermitteln? Wichtig ist, dass das Kind weiss, dass es ein Teil der Familie ist und es seinen Teil beiträgt. Es ist nicht nur Gast und alle anderen kümmern sich darum, dass es dem Kind gut geht. Wir wollen Kinder, die Verantwortung übernehmen können und fähig sind, auch Verantwortung für andere zu übernehmen. Wir sind es den Kindern schuldig, sie an Arbeiten heranzuführen, die sie ein Stück weit freiwillig und gerne machen, weil sie ein Teil der Familie sind und es zu einer Selbstverständlichkeit wird, dass jeder seinen Beitrag leistet. Es darf nicht demütigend sein. Wenn etwas «oberschludrig» gemacht wird, dann ist es meistens so, weil es eben gemacht werden muss, und nicht, weil es das Kind machen will, weil es sich als Teil des Ganzen sieht. Es geht dann einfach um Gehorsam. Wir sollen den Kindern zeigen, dass es schön ist, etwas miteinander zu machen. Es ist keine Strafe, sondern es ist schön, etwas zusammen zu erledigen und es gerne zu machen. Es wäre eine Illusion, dass es immer harmonisch und schön ist, aber das Ziel sollte sein, als Familie eine gute Zeit zu haben - auch bei Arbeiten, die weniger toll sind.
  • Macht es Sinn, einem Vierjährigen ein Ämtli zu übergeben? Oder ist das zu früh?
    Für ein vierjähriges Kind ist es noch schwierig, ein selbständiges Ämtli auszuführen. Es kann die Verantwortung dafür noch nicht tragen. Aber das Kind kann gut mit den Eltern zusammen Aufgaben erledigen. Dann kann man dem Kind punktuell Aufgaben geben.
  • Als Eltern sind wir ein grosses Vorbild, wie wir mit Aufgaben umgehen. Wie gehe ich mit meinen Aufgaben um? Was gebe ich meinen Kindern weiter? Wie sinnvoll sehen wir unsere Aufgaben? Jesus hat all seine Aufgaben aus Überzeugung gemacht. Was macht wirklich Sinn? In welchen Aufgaben können wir auch aufgehen? Welche Aufgaben machen wir aus Überzeugung?

Weiterlesen
926 Hits

Info 16-11 "Schneller, besser, klüger, schöner..."

«Wer zuerst im Badezimmer ist, dessen Zähne werden zuerst geputzt!» Konkurrenzsituationen sind dynamisch, und es ist sehr verführerisch, diese Dynamik in der Schule, im Familien- oder Erziehungsalltag als Motivation und Antreiber zu benutzen.
Wenn ein Kind oft genug hört, wie toll und gut es Lego bauen kann, stehen bald nicht mehr das Interesse am Spielen selbst und die Faszination an den verschiedenen Möglichkeiten im Vordergrund, sondern der Wunsch, für das Tun gelobt zu werden und besser zu sein als die anderen.
Leider sind wir uns oft nicht bewusst, dass Konkurrenzsituationen - oft ausgelöst durch Lob - nicht nur die edlen Beweggründe der Kinder hin zu egoistischen Motiven verändert, sondern auch eine Form von Druck auslöst: Das Kind spielt nicht mehr unbeschwert und mit Freude, sondern möchte es das nächste Mal mindestens ebenso gut machen, um ein Lob zu erhalten oder um wenigstens nicht schlechter zu sein als die Kinder um es herum. Dieser Druck behindert unsere Kinder in ihrer Reifung. Um sich optimal zu entwickeln und ihr volles Potenzial auszuschöpfen, brauchen sie ein warmes Nest voller Ruhe, Sorglosigkeit und Unbeschwertheit oder - anders ausgedrückt - ein Leben voller Kooperation.
Im freien Spiel entdecken Kinder ihre Welt, entwickeln ihre Fähigkeiten und erweitern das persönliche Denken. Im Alltag und - sobald Kinder ein Gefühl für Regeln entwickeln - in kooperativen Spielen können wir unseren Kindern die Vorteile der Zusammenarbeit und das Schöne und Gewinnbringende am Miteinander vor Augen zu führen.
Aber wie sollen unsere Kinder fähig werden, mit Wettbewerbssituationen umzugehen und den Konkurrenzdruck auszuhalten, wenn wir sie davor bewahren? Die Frage ist hier nicht, ob sie in Konkurrenzsituationen kommen werden, sondern nur wann. Im Umgang mit anderen Kindern, spätestens aber in der Berufs- oder Partnerwahl werden sie mit «Knappheit» konfrontiert werden und damit verbunden der Konkurrenz nicht mehr ausweichen können.
Sobald Kinder gereift sind und auch verlieren können - etwa ab dem Schulalter - gilt es deshalb, Kinder spielerisch auf den «Ernstfall Leben» vorzubereiten. Im Spiel können sie gefahrlos ihre Fähigkeiten erproben, sich mit den eigenen Vorzügen und Kompetenzen, aber auch mit ihren Grenzen auseinandersetzen. Sie müssen lernen, Niederlagen auszuhalten. Sie sollen fähig sein zur Konkurrenz, aber - keine Lust dazu verspüren!

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 28. November 2016

Offene Fragen aus der letzten Sendung
Junge (5 ½) kommt nach Aufforderung oft nicht an den Esstisch.

  • Kind bereits ins Kochen und Tischdecken einbeziehen. Dabei dem Kind etwas zutrauen, so fühlt es sich als nützlicher Teil der Familie.
  • Alternativ das Problem proaktiv angehen: einerseits durch Aktivieren der Bindung, andererseits durch Vorankündigung des Essens.

Junge (2) tritt, beisst, kneift und schlägt regelmässig Eltern, Bezugspersonen und andere Kinder:

  • Kleinkinder planen nicht, sondern handeln instinktgesteuert. Aggressive Kleinkinder sind frustrierte Kinder.
  • Auf Trennungsstrafen (stiller Stuhl) verzichten. Sie vermehren Frust und Aggression.
  • Kind in die Betreuung des dreimonatigen Geschwisters einbeziehen.
  • Bei Angriffen Hände des Kindes festhalten: «Das dürfen die Hände nicht!» Klare Grenzen setzen, ohne feindlich aufzutreten.
  • Schreien, «stämpfele» usw. sind angemessene Formen, um Frust auszudrücken, ohne jemandem zu schaden.
  • Die bessere Alternative zur Wut ist das Weinen. Vielfach neigen wir dazu, das Weinen zu unterdrücken anstatt es gemeinsam auszuhalten.
  • Je schlechter ein Kind sich benimmt, desto näher soll es die Bezugsperson zu sich nehmen.
  • Alle Kinder (und Erwachsenen) brauchen Aufmerksamkeit. Das Verhalten von Kindern generell als Einfordern von Aufmerksamkeit zu deuten, ist respektlos. Das Wort «Provokation» setzt einen Plan voraus. Kleine Kinder können nicht bewusst provozieren, weil sie noch nicht empathisch sind. Allenfalls probieren sie gewisse Verhaltensweisen aus.

Schneller, besser, klüger, schöner…
Es gibt zwei Grundverhalten: den Konkurrenz- oder den Kooperationsmodus. Je nach Lebenssituation können beide Modi richtig sein. Wer zum Beispiel auf Brautschau oder Arbeitssuche ist, befindet sich im Konkurrenzmodus. Die meisten Lebenssituationen wären aber auf Kooperation angelegt. Erstaunlich in diesem Zusammenhang ist, dass die meisten Gesellschaftsspiele (z. B. «Eile mit Weile») die Konkurrenz fördern, während Kinder sich im freien Spiel meistens im Kooperationsmodus befinden. Durch Konkurrenz wird das Spiel zum Ernstfall. Eine Möglichkeit, die Kooperation zu fördern, sind kooperative Spiele.

Oft vermitteln wir den Kindern die Grundbotschaft: «Schau, dass du im Konkurrenzkampf gewinnst und nicht verlierst!» statt «Schau, dass du mit Menschen zusammenarbeiten kannst!»

In der Schule ist der Konkurrenzmodus der Normalfall. Die Bewertung und das Vergleichen werden wichtiger als die Sache selbst. Kreativität ist aber nur im Rahmen von Kooperation möglich.

Fragen zum Monatsthema
Einzelkind (5) muss sich als besser darstellen, sobald andere Kinder da sind. Die Mutter interpretiert das Verhalten als Unsicherheit.

  • Prahlen könnte als Alphasignal gegenüber jüngeren Kindern dienen. Je kleiner das Kind ist, desto wichtiger ist es, dass es in eine hierarchische Situation eingebunden ist. Das vermittelt ihm Stärke und Sicherheit.
  • Sobald ein Kind stärker sein möchte als ältere Kinder oder gar seine Eltern, ist das eine schwierige Situation. Ein Kind sollte die Unterordnung bei fürsorglichen Erwachsenen lernen, damit es nachher die kleineren Kinder ebenso führen kann. Wenn Erwachsene ein kleines Kind absichtlich gewinnen lassen, verwirren sie es in Bezug auf die Hierarchie.
  • Schüchternheit gegenüber fremden Kindern ist ein gutes Zeichen. Das Abwarten und Beobachten zeigt, dass das Kind an seinen Gefühlen dran ist. Es gibt Kinder, die wochenlang beobachten. Kinder sollten nicht frühzeitig dazu gezwungen werden, sich in die Gruppe zu integrieren.
  • Bei Alleinerziehenden ist ein Bindungsdorf noch wichtiger.

Wie bringe ich mein Kind (9) dazu, die Hausaufgaben zuverlässig und mit Fleiss zu erledigen?

  • Kleinkinder arbeiten noch nicht zielgerichtet, deshalb ist es bei jungen Schülern herausfordernder.
  • Wichtig ist, dass die Schulaufgaben die Beziehung nicht belasten.
  • Eltern sollten fürsorglich sein und sich anbieten zu helfen, aber keinen Druck machen. Die Verantwortung für die Hausaufgaben liegt beim Kind. Diese Richtigstellung der Bedürfnislage klärt die Hierarchie.
  • Schlechtere Schulnoten sind oft nur vorübergehend, bis das Kind aus eigenem Antrieb lernt.

Junge (5): Im Konflikt droht Kindergartengspänli mit Rache durch Vater.

  • Interaktionen im Kindergarten sind problematisch, weil die Kinder ausserhalb der hierarchischen Situation spielen.
  • Kindergartenkinder sind noch nicht empathisch.
  • Man kann gar nicht viel machen. Über die Kindergärtnerin könnte versucht werden, den Gleichaltrigenkontakt zu beschränken. Das Kind zu Hause auffangen, trösten, zu Tränen führen…


Weiterlesen
1325 Hits

Info 16-04 "Es ist mein Zimmer!!"

«Hast du dein Zimmer aufgeräumt?» - «Nein, ich räume es auf, wenn es mir passt. Es ist mein Zimmer!» - «Solange du erst zwölf bist, bestimmen wir solche Dinge! Bevor dein Zimmer aufgeräumt ist, gibt es für dich kein Internet mehr!»

Solche Dialoge können sich auch in Familien abspielen, wo die Kinder grundsätzlich im Join-up sind. Namentlich, wenn es ums Thema «Aufräumen» geht. Es ist eines jener Themen, die oft mit Gegenwillen aufgeladen sind. Viele Eltern resignieren in diesem Punkt - um der Beziehung willen - oder sie führen einen endlosen Machtkampf in der Sache und strapazieren ihre Beziehung. Wie hört sich das Folgende für dich an, wenn du mit Simons Ohren hörst?

Wichtig: Wir warten auf eine Friedenszeit.

«Simon, was würde dir helfen, dein Zimmer in Ordnung zu halten? Ich möchte, dass dieser ewige Kampf ein Ende findet.» - «Lasst mich doch einfach machen. Es ist mein Zimmer.» - «Nein, Simon, es ist ein Zimmer, das wir dir gerne überlassen, weil du unser Sohn bist und wir für dich sorgen. Dazu gehört, dass wir nicht wollen, dass du in einem Chaos lebst, einzig deshalb, weil wir in dieser Sache dauernd im Streit liegen und die Unordnung dir regelmässig über den Kopf wächst. Wo siehst du das Problem, wenn dein Zimmer aufgeräumt ist?» - «Gar keins - das Aufräumen ist das Problem!» - «Okay, dann werden wir einen Weg finden.» 

Hier eine mögliche Entwicklung: 

«Ich helfe dir beim Aufräumen, und dann legst du jede Woche zwei Termine fest, wo dein Zimmer wieder im Zustand ist, den wir zusammen herstellen. Was meinst du dazu?» - «Hm, reicht nicht einfach einmal?» - «Wenn ich daran denke, wie schnell ein Chaos entsteht, scheint mir zweimal pro Woche das Mindeste. Seit ich selber täglich meinen Tisch aufräume, schaffe ich es, Ordnung zu halten.» - «Täglich?» - «Klug wäre es, aber mindestens zwei Termine pro Woche solltest du setzen. Weisst du was? Zu deiner Unterstützung werde ich dasselbe mit meinem Atelier machen! Und wenn wir es einen Monat lang durchziehen, gehen wir zusammen Pizza essen. Ich lade dich ein.» - «Hm, so könnte es direkt noch Spass machen.»

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 25. April 2016

  1.    Teil: Das ist mein Zimmer!

 

  • Ordnung u. a. in den Kindernzimmern ist wichtig

 

  • Kommunikation zwischen Eltern und Kindern wichtig. Auch wenn ein älteres Kind im Join-up ist und mit den Eltern ein gutes Verhältnis hat, kann es hin und wieder zu Machtkämpfen kommen. Ein Machtkampfthema ist oft die Unordnung im Kinderzimmer.
  • Wie geht man als Eltern am besten mit Unordnung im Kinderzimmer um?
    • 1. Man spricht das Thema in einer Friedenszeit an. Nicht wenn man ins Zimmer reinkommt und die Spannung sofort spürbar ist. Das Kind empfindet es dann eher als Nörgelei.
    • 2. Wenn das Kind damit argumentiert, dass es ‘sein’ Zimmer ist, können wir das Kind darauf hinweisen, dass es zwar sein Zimmer ist, aber das Zimmer in unserem Haus ist und darum auch in unserer Verantwortung.
    • 3. Besser die ‘Vision der Ordnung’ in den Raum stellen, als das Thema ‘Aufräumen’.
    • 4. Man kann auch eine Vereinbarung treffen: Wenn du das Zimmer aufräumst, werde ich in dieser Zeit die Garage aufräumen, und nachher gibt es Pizza. Oder: Du räumst jeden Tag das Zimmer auf und ich dagegen jeden Tag eine Schublade. Auch diese Vereinbarung kann nach gewisser Zeit nach gutem Gelingen mit einer Pizza gefeiert werden.

 

  1.    Teil: Kinder, die nicht beim Tischabräumen helfen:
    • Es ist schade, wenn wir die Kinder mit Druck zum Abräumen zwingen müssen.
    • Wie können wir als Eltern mit diesem Thema umgehen?
      • 1. Wir warten auf eine Friedenszeit. Wir pfeifen unsere Kinder nicht zurück zum Abräumen, sondern räumen vorerst selber ab.
      • 2. Im Gespräch mit dem ältesten Kind könnten wir es darauf aufmerksam machen, dass wir abgeräumt haben und dass wir es nicht so toll finden, die Kinder ständig auf ihre Aufgabe hinzuweisen. Wir stellen dem Kind die Frage, wie wir das ändern könnten? Wir übergeben z. B. die Verantwortung dem Ältesten und sagen ihm, er soll doch mit seinen kleineren Geschwistern eine Lösung finden, wie sie in Zukunft das Thema Tischabräumen behandeln möchten. Dass ein Elternteil hilft, ist gut, aber der Elternteil, der gekocht hat, sollte nicht auch noch aufräumen müssen. Als gutes Vorbild vorangehen. Wenn das ältere Kind eine Lösung mit seinen Geschwistern gefunden hat, kann man darüber sprechen, wie die Lösung aussieht. Auch kann bereits besprochen werden, wie man damit umgeht, wenn ein Kind sich seiner Aufgabe entzieht, z. B. dass es dann alles alleine machen muss.

 

  • Im Gespräch mit den Kindern immer respektvoll sein. So respektvoll wie wir mit ihm umgehen, so wird das Kind auch uns begegnen.

 

 

  1.    Teil: Diverse Fragen
    • Wenn ein Kind seine Eltern schlägt, sollte man nicht zurückschlagen. Wir müssen dem Kind zeigen, dass wir stark und vertrauenswürdig sind. Das braucht ein Kind, um sich geborgen und sicher zu fühlen. Wenn ein Kind schlagen will, sollte man die Hände des Kindes halten. Es darf und soll spüren, dass wir körperlich überlegen sind.
    • Wir sollten uns auch nicht aus Spass vom Kind dominieren lassen, z. B. bei einem Wettrennen. Wenn ein Kind sich stärker fühlt als seine Eltern, dann fühlt es sich ungeschützt. Wer beschützt es dann? Niemand fühlt sich beschützt, wenn es die Eltern prügeln kann. Ein Kind kann nur dann optimal reifen, wenn es sich sicher und geborgen fühlt.
    • Ein Kind dazu anzuregen, selber Lösungen zu finden, ist ab diesen Zeitpunkten möglich:
      • 1. Wenn das Kind reif genug ist
      • 2. Idealerweise mit 7 Jahren
      • 3. Wenn ein Kind sich seine Zukunft vorstellen kann. (Ein 3-Jähriger weiss nicht, was es bedeutet, jeden Tag den Tisch abzuräumen.)

 

  • Ultimaten und Drohungen gehören nicht in den den Kontext der Liebe.
  • Man sollte darauf achten, dass man den eigenen Willen nicht gegen das Rechtsempfinden des Kindes durchsetzt.
  • Konsequenzen, die vorher abgemacht wurden, sind am besten. 

 

Weiterlesen
1221 Hits

Anmeldung

Suchen

Spenden

Betrag eingeben

Joomla Paypal Donations Module

Nächste Livesendung September

Go to top