Infobriefe

Stöbern Sie hier im Archiv unserer Infobriefe. Wenn Sie etwas zu einem bestimmten Thema suchen, dann sind die Briefe einerseits in Kategorien geordnet, andererseits können Sie auch unter "Tags" nach Themeninhalten suchen. Viel Spass!

Info 16-01 "Gibt es ein Recht geliebt zu werden?"

Wer kennt ihn nicht, diesen Schmerz: Da bin ich liebenswürdig und nett, und mein Gegenüber zeigt mir die kalte Schulter. Je unreifer Menschen sind, desto ungeschminkter kann eine solche Zurückweisung dann daherkommen.
Viele Kinder werden mit einer gefährlichen Idee infiziert: Wenn ich nett bin zu den Menschen, dann habe ich ein Recht darauf, dass andere auch nett sind zu mir. Das Sprichwort verspricht es ja: «Wie man in den Wald ruft, so kommt es zurück.» Nun ist das Sprichwort nicht einfach falsch, aber eine gefährliche Falle, wenn ich daraus statt einer Wahrscheinlichkeit ein Recht ableite und deshalb Gefahr laufe, frustriert zu sein oder gar in die Bindungsumkehr zu geraten, wenn meine Erwartung sich nicht erfüllt. Nein, es gibt zwar das Gebot zu lieben, aber kein Recht, dass Zuneigung immer erwidert wird.
Wenn dein Kind also nicht von allen Kindern geliebt wird, dann überlege dir gut, ob es nicht wichtig wäre ihm zu sagen, dass es jenen aus dem Weg gehen darf, ja soll, bei denen die Chemie nicht stimmt.
Ich bin überzeugt, dass es wichtig ist, jene feinen Zeichen lesen zu lernen, die sagen: «Ich möchte dich nicht verletzen, aber ich möchte mit dir keinen näheren Kontakt.» Eine solche Botschaft braucht keine Begründung, weil wir selber oft gar nicht wissen, warum das so ist. Kinder schon gar nicht. Wer eine solche Botschaft lesen und akzeptieren kann ohne bittere Gedanken gegen andere oder sich selbst, ist frei, vielleicht sogar frei dennoch zu lieben.

Talk über das Monatsthema 

  

 

Livesendung vom 25. Januar 2016

 

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Info 15-03 "Nahrung, die nicht sättigt"

Was hat ein Handy mit Plastikgranulat gemeinsam? Noch mehr, als man meinen würde. Im Mittelmeer schwimmt eine grosse Menge Plastikgranulat, das vor allem deshalb bedrohlich ist, weil die Fische es fressen und dann das Gefühl haben, satt zu sein. Ihr Hungergefühl weicht einem Gefühl der Schwachheit und Energielosigkeit.

Mit dem Konsum von Unterhaltung und dem Verweilen vor Bildschirmen ist es ähnlich. Computerspiele sind nicht gesundheitsschädlich - insbesondere, wenn die Eltern die Kinder darin begleiten - aber sie nehmen ihnen das Eigentliche, das Echte.

Naturfilme, gerade weil sie so faszinierend sind, können einem Kind das Beobachten der Natur banal erscheinen lassen. Dabei ist jenes eine Erfahrung, die viel tiefer geht bzw. gehen kann. So ist es in vielen anderen Lebensbereichen. Wir reifen am Echten, am Wahren. Wir wollen alle lieber richtig fein essen, nicht einfach Pillen schlucken, die uns mit dem Nötigsten versorgen. Nicht das Facebook ist das Problem, sondern, dass es auf seichte Weise das Bedürfnis nach Gemeinschaft befriedigt und so die echte Begegnung verdrängt.

Nun berichten mir viele Eltern, dass es für die Kinder ohne Klassen-Chat und facebook nicht mehr zum Aushalten sei. Nun, es sei. (Es ist jetzt nicht der Ort, darüber nachzudenken, warum es für viele Jugendliche derart wichtig ist, rund um die Uhr im Kontakt mit ihren Altersgenossen zu sein.) Was also kann man in einer solchen Situation tun?
Vielleicht könnten wir uns an die autofreien Sonntage erinnern. Sie waren für uns ein mega Spass. Ganze Familien fuhren Hand in Hand mit den Rollschuhen auf den Hauptstrassen. Vielleicht hätten wir einen ähnlichen Effekt, wenn wir elektronikfreie Zeiten einführen würden, so wie es am Anfang mit dem Telefonieren war: Nie über Mittag, nie nach acht Uhr. Vielleicht gäbe es dann wieder Zeiten, wo niemand am Handy oder am PC ist, wo niemand gerade unbedingt ein WhatsApp lesen muss. Zeiten für Gespräche, fürs gemeinsame Arbeiten usw. Was meinst du dazu? Diskutiere mit - am Montag.

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Livesendung vom 30. März 2015

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Info 14-07 "Mein Kind neu entdecken"

Was für eine stressige Zeit - Schulschlussfeiern, Zeugnisse, Schulwechsel usw. Aber endlich sind Ferien. Jetzt hast du die Gelegenheit, dein Kind wieder neu kennenzulernen. Vielleicht braucht es einige Tage Anlaufzeit.
Immer wieder berichten mir Eltern, wie anders ihre Kinder in den Ferien sind. Wie wenig Streit es gibt unter den Geschwistern, wie nach einer Anlaufzeit die Langeweile verschwindet. Wie plötzlich ganz einfache Dinge spannend werden. Wie Jugendliche stundenlang im Sandhaufen des Campingplatzes kleinere Kinder anleiten, einen Wassergraben um  ihre Sandburg anzulegen. Wie stylische Jungs die Sorge über den Haarschnitt verloren haben und das Gel ungebraucht im Necessaire auf den Ernstfall nach den Ferien wartet. 
Wenn du das auch schon erleben durftest, dann musst du wissen: So ist dein Kind wirklich. So ist seine wahre Natur. Lerne, all die Widrigkeiten des Alltags als Aus”druck” all der vielen Drücke zu sehen, denen unsere Kinder ausgesetzt sind, nicht zuletzt von Seiten ihrer Freunde. 
Vielleicht siehst du Möglichkeiten, auch im Alltag vermehrt solche Oasen des Friedens einzurichten. 
Wie schnell sind wir geneigt, unangepasstes Verhalten dem Charakter des Kindes anzulasten. Nur reife Menschen können auch unter widrigen Umständen auf ihre edleren Eigenschaften zurückgreifen. (Das sind auch bei Erwachsenen nicht unbedingt 100 Prozent.) Deshalb ist es oft viel hilfreicher, die Umstände zu ändern, statt auf die Verwandlung unserer Kinder hinzuarbeiten.  

Livesendung vom 28. Juli 2014

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Info 13-08 "Zu sich selber stehen"

Ich bin auf der Rückfahrt von Parksville nach Vancouver, von wo ich morgen zurück in die Schweiz fliege. Vor allem aber bin ich am Verdauen des Intensivkurses III mit Gordon Neufeld. Das Thema waren diesmal nicht so sehr die Kinder, sondern wir als Erwachsene. Was liegt also näher, als das in diesem Infobrief zum Thema zu machen!

Eltern, die VP umsetzen wollen, klagen immer wieder etwa darüber, dass sie in gewissen Situationen wütend werden, herumschreien und manchmal sogar Lust haben, die Kinder zu schlagen. Passiert dir das auch? Dabei hast du dir vorgenommen, sie auch dann zu lieben, wenn sie sich daneben benehmen, mit den Geschwistern streiten usw. Mit uns selber sind wir vielleicht viel weniger barmherzig. Wir sind versucht, unsere Gefühle zu verbergen - vielleicht sogar vor uns selber, so nach der Devise, dass es nicht gibt, was es nicht geben darf.

Denken wir aber daran, dass unsere Kinder wohl nie so ganz glauben werden, dass sie mitsamt ihren üblen Seiten angenommen sind, wenn sie spüren, dass wir Erwachsene die Augen vor unseren Schattenseiten verschliessen. Es geht nicht darum, alles gutzuheissen, was in mir ist, aber es am Licht zu halten und barmherzig damit umzugehen. “Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat”, fordert uns Paulus im Römerbrief auf - da gehören auch wir selber dazu. Je besser wir als Erwachsene Wege finden, zu uns selber zu stehen, desto eher werden Kinder Vertrauen fassen, dass sie unsere Annahme weder verdienen können noch müssen.

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Livesendung vom 26. August 2013

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Marion
Lieber Heinz, lieber Beat, danke für diesen Input und die hilfreiche Live-Sendung heute. Darum heisst es wohl auch Erziehen und ni... Read More
Montag, 26. August 2013 19:53
admin
Auf dem Hintergrund dieses Infobriefs möchte ich kurz ein Erlebnis weitergeben.Meine älteste Tochter (8J) hat eine geniale Fähigke... Read More
Mittwoch, 11. September 2013 08:34
Barbarella071
Unsere Kinder anzunehmen wie sie sind, wenn wir uns nicht angenommen haben, ist so effektiv, wie wenn wir versuchen, unseren Sch... Read More
Freitag, 13. September 2013 21:17
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Info 13-04 "Neid und Eifersucht"

"Meine Kinder streiten viel. Jedes hat das Gefühl, zu kurz zu kommen." Solche Aussagen begegnen mir sehr häufig. Wir haben deshalb am Trainertreffen intensiv über das Phänomen Neid und Eifersucht nachgedacht. Hier ein paar Ergebnisse in Thesenform. Es sind keine gesicherten Erkenntnisse, vergleicht sie mit euren Erfahrungen und steigt ein in die Diskussion darüber in der Live Sendung nächsten Montag und im Facebook.

1. Je "gleicher" die Kinder sind, die zusammen sind, desto eher entwickelt sich Konkurrenz statt Kooperation und desto wahrscheinlicher ist das Auftreten von Neid und Eifersucht. Hört dazu den Bericht von Mirjam im Video.

2. Je sicherer die Bindungen zu den Eltern sind, desto weniger tritt Neid auf, oder umgekehrt: Je mehr Kinder das Gefühl haben, sich die Zuneigung der Eltern durch Wohlverhalten und Leistung sichern zu müssen, desto eher treten Neid und Eifersucht auf.

3. Je grösser das Wir-Gefühl ist, desto weniger tritt Neid auf. "Hilfst du mit? Wir kochen Rogers Lieblingsmenu. Er hat heute einen schweren Tag. Das tröstet ihn."

4. Je unreifer Kinder sind, desto eher neigen sie dazu, auf "Ungerechtigkeit" mit Neid zu reagieren.

5. Ältere Kinder und Erwachsene binden sich oft an Dinge anstatt an Menschen - das ist dann der Nährboden für Neid, Habgier und Ausbeutung. Sichere Bindungen an Menschen und an Gott, Annahme ohne Vorbedingungen bewirken mehr als das Beklagen oder Bekämpfen des Neides und seiner Geschwister.

6. Neid und Eifersucht kennen wir alle. Sprechen wir darüber, damit wir sie als Beziehungsanzeiger lesen lernen und entsprechend reagieren können.

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