Infobriefe

Stöbern Sie hier im Archiv unserer Infobriefe. Wenn Sie etwas zu einem bestimmten Thema suchen, dann sind die Briefe einerseits in Kategorien geordnet, andererseits können Sie auch unter "Tags" nach Themeninhalten suchen. Viel Spass!

Refresher 20-05 «Frauen, die Orientierung geben - eine Annäherung an Ron Davis»

Keine Angst, das wird kein feministischer Beitrag heute, auch wenn ich sehr viel von Frauen in Führungspositionen halte. Nein, heute geht es um eine andere Art der Orientierung. Vielmehr um das Phänomen der Desorientierung. Ich bin dem Begriff zum ersten Mal vor etwa 30 Jahren begegnet. Damals kam eine Mutter in unsere Sekundarschule mit dem Anliegen, Verständnis für ihren Sohn zu haben, denn der sei zwar intelligent und kreativ, könne aber kaum lesen und überhaupt nicht schreiben. Ob das an unserer Schule gehe. Ihr könnt euch vorstellen, wie ich reagiert habe. Stimmt, richtig geraten, ich habe freudig zugesagt. Wie es dann kam, dass der Junge kurze Zeit später eine Woche bei der Frau eines Kollegen verbrachte, weiss ich nicht mehr, aber der spektakuläre Erfolg der Davis-Therapie ist mir noch gegenwärtig, wie wenn es gestern gewesen wäre. Mein Interesse war geweckt. 

Später nahm ich davon Kenntnis, dass Legasthenie nicht mehr therapiert wird. Auch von der Davis Methode hörte ich nichts mehr, obwohl mir das Buch von Ronald Davis “Legasthenie als Talentsignal” völlig einleuchtete. Erst vor wenigen Jahren erfuhr ich durch Monika Beer, eine VP Trainerin, dass Desorientierung nicht nur das Lesen erschwert, sondern auch mitverantwortlich ist für allerhand Verhaltensprobleme. Auf der anderen Seite stellt die Desorientierung z.B. für Architekten ein grosses Talent dar. Was ist das Desorientierung? Wir Normalos schauen von einem bestimmten Punkt aus. Es gibt aber Menschen, deren inneres Auge im Raum herum wandert. Wenn man von hinten schaut, ist plötzlich links nicht mehr links, sondern rechts und ein p unterscheidet sich nicht mehr von einem q. 

Das Buch über Verhaltensprobleme und Desorientierung, das Monika mir empfahl, begeisterte mich. Mein Interesse war neu geweckt und so kam es, dass ich Stephanie Reimann, auch VP Trainerin und neu verantwortlich für die Betreuung der Trainerinnen und Trainer. ermutigte die Davis-Ausbildung zu machen. Wie es ihr dabei ging erzählt sie uns im Podcast. Dort wird auch eine Mutter zu Wort kommen, die erzählt, wie sich ihr Sohn durch die Therapie bei Stephanie verändert hat. Ja, ich denke, du tust gut daran, dir den Names Ron Davis zu merken. Rund um das Thema Orientierung und Desorientierung gibt es einiges zu entdecken. (Nicht nur für Legastheniker und Leute mit ADHS). 

Wir haben in diesem Monat aber auch etwas anderes bereit für dich: Unser Webinar mit Heinz Lüscher über Ernährung und ihren Einfluss auf die Entwicklung unserer Kinder. Mehr Informationen findest du hier.

 

Talk über das Monatsthema


Auch dieses Mal haben wir über das Thema des Monats einen Podcast aufgenommen. Hier findest du den Podcast mit Heinz Etter und Stephanie Reimann.

 

Hotline mit Heinz Etter

Heinz Etter bestreitet jeweils am letzten Montag im Monat - das nächste Mal am 25. Mai 2020 - von 20:00 bis 21:00 Uhr die Hotline. Wie die Hotline funktioniert findest du hier.  

 

 

Markiert in:
Weiterlesen
293 Hits

Refresher 20-04 «Der Wald als Lernort»

Ich habe vor kurzem ein äusserst spannendes Lehrvideo über den Wald gesehen, das im Schweizer Schulfernsehen zur Verfügung gestellt wurde. Wenn du noch nicht fasziniert bist vom Wald, musst du dir dieses Video unsere Wälder, die Sprache der Bäume ansehen - sonst natürlich sowieso. Es hat mich bestärkt darin, das Thema im heutigen Refresher aufzugreifen. Den Anstoss allerdings gab mir eine Teilnehmerin des Trainerkurses, die mit ihren Kindern regelmässig in den Wald geht. Ihr könnt gespannt sein auf ihre Erfahrungen. 

Mich fasziniert es schon seit längerem, wie sich insbesondere hyperaktive und sehr sensible Kinder im Wald viel wohler fühlen als in einer gestalteten Umgebung. Die Natur wirkt auf diese Kinder beruhigend. Das Video berichtet von einer Studie, die nachweist, dass das nicht nur für diese Kinder zutrifft, sondern für alle Menschen. Man hat festgestellt, dass die Konzentration der Glückshormone schon nach 10 Minuten im Wald zunimmt, während die Stresshormone wie z.B. Cortisol gleichzeitig abnehmen. Die Wirkung hält über Stunden an. 

Ist dir auch schon aufgefallen, wie Kinder im Wald friedlich oder mindestens friedlicher sind? Ich rate Müttern und Vätern oft, immer wieder den selben Platz aufzusuchen. Das muss ja nicht etwa eine öffentliche Feuerstelle sein. Lieber vielleicht ein Ort mit einem kleinen Wasserlauf, einer Lichtung oder sonst etwas, das ihn auszeichnet. Diesen Ort zu benennen und ihn regelmässig aufzusuchen und zu beobachten, wie sich die Vegetation verändert, kann sich zu einem segensreichen Ritual entwickeln. Den Erwachsenen empfehle ich dann, sich irgendwo hinzusetzen und etwas zur Hand zu nehmen, was sie hindert auf die Kinder zu schauen und Einfluss auf ihr Tun zu nehmen. Ein gutes Buch vielleicht. Kinder finden in aller Regel schnell den Weg in ein emergentes Spiel, in ein Spiel, das ohne Anregung der Erwachsenen zustande kommt. Freilich nur dann, wenn sich in ihren Taschen nicht noch zufällig ein Handy befindet...

In Zeiten von Corona kann es aber im Wald ganz anders zu und her gehen. Schule im Wald. Waldkindergärten gibt es ja schon lange. Hier kannst du unser Gespräch anhören.

 

Talk über das Monatsthema


Auch dieses Mal haben wir über das Thema des Monats einen Podcast aufgenommen. Hier findest du den Podcast mit Heinz Etter und Donna Tonne.

 

Hotline mit Heinz Etter

Heinz Etter bestreitet jeweils am letzten Montag im Monat - das nächste Mal am 27. April 2020 - von 20:00 bis 21:00 Uhr die Hotline. Wie die Hotline funktioniert findest du hier.  

 

 

Markiert in:
Weiterlesen
317 Hits

Refresher 20-02 «Aus Angst oder aus Liebe?»

Für Kinder ist die Beziehung der Eltern untereinander von kaum zu überschätzender Bedeutung. Ich möchte euch deshalb einen der Blogbeiträge von Marc Bareth vorstellen, der mir sehr aus dem Herzen spricht. Marc leitet den Arbeitszweig familylife von Campus für Christus. Lest oder hört selbst, wie er ein zentrales Thema der Vertrauenspädagogik auf die Situation von Paaren anwendet. Die Frage nämlich, welche Motive hinter unserem Handeln stehen.
Wir haben zusammen den zweiten Podcast produziert. Er dauert gut 30 Minuten.

Weiterlesen                         Weiterhören (Podcast)

 

Talk über das Monatsthema


Wie im Januar, so haben wir auch dieses Mal einen Input über das Thema des Monats als Podcast aufgenommen. Hier findest du den Podcast mit Heinz etter und Marc Bareth.

 

Hotline mit Heinz Etter

Die Live-Beratung über Skype hat zuwenig Interesse ausgelöst. Wir bieten dieses Angebot nur noch nach Absprache an. Bitte meldet euch per Mail, falls ihr das wünscht.
Heinz Etter wird stattdessen jeweils am letzten Montag - 24. Februar 2020 - von 20:00 bis 21:00 Uhr die Hotline bestreiten. Wie die Hotline funktioniert findest du hier.

 

Weiterlesen
378 Hits

Info 16-01 "Gibt es ein Recht geliebt zu werden?"

Wer kennt ihn nicht, diesen Schmerz: Da bin ich liebenswürdig und nett, und mein Gegenüber zeigt mir die kalte Schulter. Je unreifer Menschen sind, desto ungeschminkter kann eine solche Zurückweisung dann daherkommen.
Viele Kinder werden mit einer gefährlichen Idee infiziert: Wenn ich nett bin zu den Menschen, dann habe ich ein Recht darauf, dass andere auch nett sind zu mir. Das Sprichwort verspricht es ja: «Wie man in den Wald ruft, so kommt es zurück.» Nun ist das Sprichwort nicht einfach falsch, aber eine gefährliche Falle, wenn ich daraus statt einer Wahrscheinlichkeit ein Recht ableite und deshalb Gefahr laufe, frustriert zu sein oder gar in die Bindungsumkehr zu geraten, wenn meine Erwartung sich nicht erfüllt. Nein, es gibt zwar das Gebot zu lieben, aber kein Recht, dass Zuneigung immer erwidert wird.
Wenn dein Kind also nicht von allen Kindern geliebt wird, dann überlege dir gut, ob es nicht wichtig wäre ihm zu sagen, dass es jenen aus dem Weg gehen darf, ja soll, bei denen die Chemie nicht stimmt.
Ich bin überzeugt, dass es wichtig ist, jene feinen Zeichen lesen zu lernen, die sagen: «Ich möchte dich nicht verletzen, aber ich möchte mit dir keinen näheren Kontakt.» Eine solche Botschaft braucht keine Begründung, weil wir selber oft gar nicht wissen, warum das so ist. Kinder schon gar nicht. Wer eine solche Botschaft lesen und akzeptieren kann ohne bittere Gedanken gegen andere oder sich selbst, ist frei, vielleicht sogar frei dennoch zu lieben.

Talk über das Monatsthema 

  

 

Livesendung vom 25. Januar 2016

 

Weiterlesen
1663 Hits

Info 15-03 "Nahrung, die nicht sättigt"

Was hat ein Handy mit Plastikgranulat gemeinsam? Noch mehr, als man meinen würde. Im Mittelmeer schwimmt eine grosse Menge Plastikgranulat, das vor allem deshalb bedrohlich ist, weil die Fische es fressen und dann das Gefühl haben, satt zu sein. Ihr Hungergefühl weicht einem Gefühl der Schwachheit und Energielosigkeit.

Mit dem Konsum von Unterhaltung und dem Verweilen vor Bildschirmen ist es ähnlich. Computerspiele sind nicht gesundheitsschädlich - insbesondere, wenn die Eltern die Kinder darin begleiten - aber sie nehmen ihnen das Eigentliche, das Echte.

Naturfilme, gerade weil sie so faszinierend sind, können einem Kind das Beobachten der Natur banal erscheinen lassen. Dabei ist jenes eine Erfahrung, die viel tiefer geht bzw. gehen kann. So ist es in vielen anderen Lebensbereichen. Wir reifen am Echten, am Wahren. Wir wollen alle lieber richtig fein essen, nicht einfach Pillen schlucken, die uns mit dem Nötigsten versorgen. Nicht das Facebook ist das Problem, sondern, dass es auf seichte Weise das Bedürfnis nach Gemeinschaft befriedigt und so die echte Begegnung verdrängt.

Nun berichten mir viele Eltern, dass es für die Kinder ohne Klassen-Chat und facebook nicht mehr zum Aushalten sei. Nun, es sei. (Es ist jetzt nicht der Ort, darüber nachzudenken, warum es für viele Jugendliche derart wichtig ist, rund um die Uhr im Kontakt mit ihren Altersgenossen zu sein.) Was also kann man in einer solchen Situation tun?
Vielleicht könnten wir uns an die autofreien Sonntage erinnern. Sie waren für uns ein mega Spass. Ganze Familien fuhren Hand in Hand mit den Rollschuhen auf den Hauptstrassen. Vielleicht hätten wir einen ähnlichen Effekt, wenn wir elektronikfreie Zeiten einführen würden, so wie es am Anfang mit dem Telefonieren war: Nie über Mittag, nie nach acht Uhr. Vielleicht gäbe es dann wieder Zeiten, wo niemand am Handy oder am PC ist, wo niemand gerade unbedingt ein WhatsApp lesen muss. Zeiten für Gespräche, fürs gemeinsame Arbeiten usw. Was meinst du dazu? Diskutiere mit - am Montag.

Talk über das Monatsthema


Livesendung vom 30. März 2015

b2ap3_thumbnail_Livesendung-30.03.2015_20150703-125520_1.jpg

Weiterlesen
1801 Hits

Anmeldung

Suchen

Spenden

Betrag eingeben

Joomla Paypal Donations Module
Go to top