Infobriefe

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Info 16-10 "Kinder brauchen andere Kinder"

Wann tun Kinder einander gut? Wann nicht? Wie kann ich das erkennen?
Diese Frage hat uns gestern an einem Privatseminar intensiv beschäftigt. Wer von euch hat nicht mit Freude «Die Kinder von Bullerbü» gelesen, geschaut oder gehört? Wie schön, wenn Kinder so zusammen im Spiel aufgehen können. Oder etwa nicht?
Dein Kind kann in einer solchen Gruppe gut aufgehoben sein, solange es nicht in einen Loyalitätskonflikt zu dir und anderen wichtigen Bezugspersonen gerät - anders gesagt, solange das innerliche Band zu dir als Mama oder Papa ihm auch im Zusammensein mit seinen Freunden Halt gibt. Schön ist es, wenn du die Freunde deines Kindes kennst, wenn du deshalb weisst, wie in der Gruppe Hierarchien entstehen und wie sie erhalten werden. Wenn dein Kind dort Machtkämpfe erlebt oder gar das Faustrecht gilt, ist das so lange nicht weiter tragisch, als es mit dir darüber sprechen kann. Auch das gehört zum Spiel des Lebens.
Handlungsbedarf besteht dann, wenn du merkst, dass dein Kind nicht mehr erzählen mag, was läuft, oder wenn du spürst, dass es zu dir eher auf Distanz geht, weil die Mitglieder der Gruppe wichtiger geworden sind.
Handlungsbedarf besteht auch dann, wenn du spürst, dass dein Kind in der Gruppe so viel Beziehungsstress hat, dass es sich verhärtet, um sich zu schützen.
Beobachte solche Entwicklungen sorgfältig und reagiere frühzeitig. Sei dir bewusst, dass dein Einfluss nur so lange besteht, als sich dein Kind vor allem an dir orientiert. Wenn du den richtigen Zeitpunkt verpasst, dann bleibt oft nur ein hässlicher Machtkampf.

Talk über das Monatsthema

Livesendung vom 31. Oktober 2016

Diverse Themen

  • Bei Zwillingen gibt es auch eine Hierarchie. Als Eltern sollte man die Hierarchie nicht bekämpfen, sondern gestalten.
  • Wenn ein Kind fordert und du als Elternteil machst das plötzlich nicht mehr, dann kann das ein heilsamer Schock sein. Wenn ein Kind sich überordnet und fordert, dann sollte man etwas ändern.

Kinder brauchen andere Kinder

  • Wenn ein Kind sich plötzlich an anderen Kindern orientiert statt an den Eltern, kann das ein Reifestolperstein werden.
  • Dass Kinder mehr auf Gleichaltrige hören als auf die Eltern, wird oft bagatellisiert: Das sei halt normal, vor allem bei Teenagern.
  • Kinder brauchen keine 23 gleichaltrigen Freunde. Freunde braucht man einen oder zwei, Kontakte braucht man mehr. Zu Kontakten hat man eine gewisse Distanz. Freunde lässt man näher ans Herz kommen. Kinder brauchen andere Kinder. Sie brauchen nicht viele, aber sie brauchen andere.
  • Woran merke ich frühzeitig, ob der Umgang, den mein Kind mit Freunden oder Gruppen pflegt, gefährlich oder hilfreich ist? Wie merke ich, ob ich den Einfluss auf mein Kind verliere? Woran merken wir frühzeitig, dass der Kontakt zu Gleichaltrigen hilfreich ist oder eben nicht?
  • Telefonanruf von Mutter: Ihr Kind hat kein Interesse an anderen gleichaltrigen Kindern. Ist das ein Problem? Ja, es ist ein Problem. Es gibt immer wieder Kinder, die sich zu Erwachsenen hingezogen fühlen, einfach weil Erwachsene einfacher zu handeln sind - sie sind nett, anständig und auch die Hierarchie ist klar. Bei Gleichaltrigen ist es viel aufreibender. Gleichaltrige ermöglichen ein Wechselspiel der Hierarchie. Es ist wichtig, dass das Kind das erleben kann. Eine Interaktion, die ein Kind lernen sollte - auf Augenhöhe mit dem Gegenüber umgehen können. Wenn es Möglichkeiten gäbe, eine Freundschaft mit einem Gleichaltrigem aufbauen zu können, wäre das gut.
  • Chat-Frage: Regeln und Sitten gehen vergessen, wenn Besuch im Haus ist. Sind die Besucherkinder hierarchisch übergeordnet? Kinder stehen vielleicht nicht hinter den internen Regeln, sind dann nicht im Join-up. 
  • Chat-Frage: achtjähriger Sohn will, dass die Mutter ihn in die Schule begleitet, aber er möchte dann nicht geherzt werden vor den anderen. Ist sein Selbstwert noch nicht so gut? Ja, das könnte sein. Wichtig ist, das Kind nicht dem Spott auszusetzen.
  • Schüchternheit ist etwas Gutes. Wenn Erwachsene falsch damit umgehen, ist das schwierig. Zum Beispiel dem Lehrer Mut machen, zu warten und dem Kind keinen Druck zu machen. Wie ist mein Kind im vertrauten Rahmen? Dort sollte es keine solche Schüchternheit haben, ansonsten müsste man dem Problem nachgehen.
  • Telefonanruf: dreijähriges Kind reagiert stark negativ auf Baby-Geschwister. In diesem Alter ist das Kind gerne in der Fürsorgerrolle und würde gerne Mutter helfen. Wenn die Mutter das Kind einbeziehen könnte, wäre das sehr gut für das dreijährige Kind und es könnte besser mit dem neuen Geschwisterchen umgehen. Das würde seinem Selbstwert guttut. Über das Baby zum Kind reden: «Du musst nicht weinen, dein grosses Geschwister macht das super.» Auf der Seite des grösseren Kindes bleiben.

 

Info 16-09 "Was der Widerstand mit unseren Kindern...
Info 16-11 "Schneller, besser, klüger, schöner..."

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