Infobriefe

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Info 16-09 "Was der Widerstand mit unseren Kindern macht"

Kein Zweifel, es ist mühsam für dich, wenn dein Kind nicht tut, was es soll, frech ist und immer das letzte Wort hat.
Für dein Kind sind die Folgen wohl noch tiefgreifender. Du kannst nämlich - wenn das Problem andauert -  jene Funktion nicht mehr richtig ausfüllen, die für dein Kind zentral ist: Du kannst ihm nicht mehr Geborgenheit und Sicherheit vermitteln. Die Folge ist, dass dein Kind unruhig ist und ständig auf der Suche nach verlässlichen Beziehungen. Viele Kinder übernehmen selber die dominante Rolle, oft auch im Umgang mit den Gleichaltrigen.
Nur ein Kind aber, das im abhängigen Modus gebunden ist, kann vom Schutz und von der Fürsorglichkeit der Eltern profitieren. Sobald es sich nicht mehr untergeordnet fühlt, steigt die Anspannung und die Unruhe. Das ist letztlich auch bei uns Erwachsenen so. Welcher Arbeitgeber erinnert sich in schlaflosen Nächten nicht dann und wann wehmütig an die Zeit, wo andere sich um die Bilanzen kümmerten.
Dieses Mail übrigens ist ein weiteres mit der gleichen Zielsetzung wie die letzten: Viele Eltern vergessen ob dem vielen Verständnis und der engagierten Einfühlung, wie wichtig es ist, im Alpha zu sein und zu bleiben. Vertrauenspädagogik ist nämlich absolut nicht antiautoritär - im Gegenteil: Autorität ist wichtig. Nur wenn ein Kind im abhängigen Modus gebunden ist, wenn es im Join-up ist, ist Raum da für die Reifung.

Talk über das Monatsthema

Livesendung vom 26. September 2016

Was der Widerstand mit unseren Kindern macht

    • Welche Konsequenzen hat es für ein Kind, wenn es im Widerstand ist?
    • z. B. Widerstand auf der «Egal-Schiene» oder wenn es immer nein sagt. Damit sind nicht Kinder gemeint, die dauernd feindlich gestimmt sind (anderes Thema).
    • Es sind Kinder gemeint, für die es nicht stimmt etwas zu tun was wir als Eltern ihm sagen.

 

  • Wenn wir als Eltern etwas sagen und das löst in meinem Kind tendenziell Ablehnung und Widerstand aus, was hat das für Konsequenzen für mein Kind?

 

  • 1. Konsequenz: Es löst in Eltern üble Gefühle aus. Kind merkt, dass es bei Eltern nicht gut ankommt und das kann sich hochschaukeln. Dann suchen wir als Eltern einen Ersatz für das, was wir Join-up nennen - wir üben Druck aus, schreien etc. und das Kind bekommt das Gefühl, dass sich Eltern nicht mehr über sie freuen können, wenn sie es sehen.
  • 2. Konsequenz: Es ist für das Kind eine Überforderung, an der Spitze der Hierarchie zu stehen. Ein Kind, das sich nicht im abhängigen Modus gebunden fühlt, ist dadurch unter Dauerstress. Viele negative Verhalten kommen aus dieser Situation bzw. Spannung heraus. Häufige Folge ist, dass Kinder schlecht schlafen. Das Kind fühlt sich nicht geborgen, sondern ist nervös und angespannt. Ein Kind kann nicht in den gesunden Schlaf fallen, wenn es nicht im Frieden ist.
  • Darum ist es so wichtig, dass das Kind hierarchisch untergeordnet ist.
  • Wir sprechen heute darüber, wie wir das Kind aus einer falschen Hierarchie herausführen können.
  • Viele Kinder haben den Eindruck: «Ich habe jederzeit ‹Zugriff auf den Bildschirm meiner Mutter›. Meine Mutter ist immer und jederzeit für mich da - und zwar nicht im Sinne eines Schutzes in der Not, sondern sie steht mir jederzeit zur Verfügung, damit sie mich unterhält, mir alle Hindernisse aus dem Weg räumt. Ich kann immer mit ihr sprechen und erhalte die volle Aufmerksamkeit.» Das ist gefährlich.
  • Wenn das Kind sich so verhält, reagieren wir als Eltern nicht mehr so, dass wir sagen: «Lass mich doch schnell in Ruhe. Ich telefoniere oder lese oder …», denn so fühlt sich das Kind weggewiesen, ist frustriert und wird noch mehr Druck ausüben. Denn es ist sich ja gewohnt, immer Vorrang zu haben. Das ist ein Hierarchiesignal. Man nimmt nicht die untergeordnete Position ein, wenn man ständig Aufmerksamkeit einfordern kann. Denn dann ist man sich gewohnt derjenige zu sein, der das Sagen hat. Empfohlen ist folgende Übung: Wenn ein Elternteil im Gespräch oder anderweitig beschäftigt ist und das Kind Aufmerksamkeit will, dann nimmt man das Kind nahe zu sich (so fühlt sich das Kind nicht abgewiesen, macht keine Trennungserfahrung durch), aber man macht weiter mit dem, womit man beschäftigt war (Telefon, lesen etc.). Die eigenen Pläne werden nicht durch das Kind über den Haufen geworfen. Man nimmt das Kind nahe zu sich und sagt: «Warte einen Moment.» Das Kind soll dann warten. Als Eltern weiss man, wie lange ein Kind warten kann, bevor es frustriert reagiert. Aber die Eltern bestimmen, wie lange das Kind warten soll. Das ist ein gutes Hierarchiesignal.
  • Ein wichtiger Punkt ist auch, die Hierarchie unter den Geschwistern zu beachten. Es ist wichtig, dass man nicht das ältere Kind vor dem jüngeren kritisiert.
  • Wenn das Kind die «Egal-Schiene» fährt, kann man darauf achten, wann das Kind etwas von mir will. Wie spricht das Kind mich als Elternteil an? Untergeordnet oder fordernd? Wir dürfen nicht dulden, wenn das Kind in einem falschen Tonfall mit uns redet.

 

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Info 14-06 "Was ist Qualitätszeit?"

Gehörst du auch zu den Müttern, die schnell ihren Haushalt erledigen, damit sie nachher Zeit haben für ihre Kinder? Vielleicht bist du berufstätig, dann ist die Gefahr noch grösser, dass du dich gedrängt fühlst, für möglichst viel “Qualitätszeit” mit deinen Kindern zu sorgen. Darunter versteht man dann gerne so etwas wie “Freizeit”. Ist das wirklich Qualitätszeit?

Das Wort Qualität macht erst Sinn, wenn wir Kriterien haben. Was meinst du zu diesen? Kinder wollen Zeit verbringen mit den Eltern, und zwar so, dass die Kinder spüren, dass sich die Eltern dabei wohl und entspannt fühlen - was die Beziehung zum Kind angeht. Sie wollen mit den Eltern zusammen Probleme lösen und sich dabei wertvoll fühlen. Sie brauchen eine Atmosphäre, wo es okay ist, Fehler zu machen, darüber zu sprechen und daraus zu lernen. Sie haben eine tief sitzende Erwartung, dass die Eltern ihnen das reale Leben zeigen. Kinder brauchen nämlich die Eltern nicht dazu, ihnen beim Spielen zu helfen oder sie zu unterhalten. Sie brauchen fürs Spielen einzig die Erlaubnis und einen sicheren Rahmen. Es braucht nicht einmal so viele Dinge. Kinder können mit fast nichts spielen, solange sie nicht das Gefühl haben, jemand anders als sie selbst sei für den Spass verantwortlich.

Also: Zusammen das Haus putzen, den Garten jäten, das Auto waschen, den Tiefkühler enteisen oder den Keller aufräumen kann perfekte Qualitätszeit sein, solange das Kind das Gefühl hat, dabei willkommen zu sein. Ein Kleinkind spielt dann vielleicht lieber Lego in der Küche, während du den Kühlschrank reinigst. Ein grösseres hilft nur mit, weil du es sagst. Aber auch das kann Qualitätszeit sein, solange du dem Kind nicht grollst, weil es lieber einen Fussballmatch schauen würde, anstatt mit dir Qualitätszeit zu verbringen... Es ginge so freilich noch besser: “Wollen wir den Match schauen und hier nachher fertig machen?” Wenn dir das so stimmig erscheint, kannst du nächstes Mal, wenn du von der Arbeit kommst, dich getrost mit einem Buch mitten in die Arbeit setzen und warten, bis die Kinder kommen und ein entspanntes Mami in die Arme nehmen können. (Sorry, ihr Männner, bitte passt den Text für euch sinngemäss an!)

Talk über das Monatsthema


Livesendung vom 30. Juni 2014

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Info 12-07 "Zuwendung, die ein Kind nicht nährt"

Erlebst du es manchmal, dass du deinem Kind viel Liebe schenkst, viel Zeit und Aufmerksamkeit und dein Kind dir dennoch das Gefühl gibt, es sei nicht genug? Fühlst du dich manchmal von deinem Kind ausgesaugt? Vielleicht bist du ein Mami oder ein Papi "on demand", das heisst, das Kind hat aus irgendeinem Grund das Gefühl, dafür sorgen zu müssen, dass eure Beziehung intakt ist. Mami, mach, Mami, komm, Mami, ich will... Solche gemeinsamen Zeiten nähren ein Kind nicht. Sein Hunger nach einem Gegenüber, das ihm Halt und Orientierung gibt, wird nicht wirklich gestillt. Versuche einmal, den Spiess umzudrehen. Gehe du deinen Weg und lade das Kind ein, an deiner Seite zu sein. Nimm es mit in deine Welt, wo du im Alpha bist. Das sind Zeiten, die ein Kind in seinem Bindungsbedürfnis nähren. Solche Zeiten werden auch dich weniger auslaugen. Vielleicht geht deine Arbeit langsamer voran als ohne Kind, aber die erfüllende Gemeinschaft macht das mehr als wett.

Und noch etwas: Gib einem Kind nicht mehr als du hast. Sobald dir die Gemeinschaft mit dem Kind lästig ist, nährt sie das Kind nicht wirklich. Es spürt die innere Distanz und beginnt erst recht, zu klammern. Also: Hüte dein Herz, dann ist auch für das Herz deines Kindes gesorgt.

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