Infobriefe

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Refresher 19-06 «Gehorsam!?»

Wurdest du auch schon mit der Aussage oder gar dem Vorwurf konfrontiert, wir, die wir vertrauenspädagogisch erziehen, nähmen den Gehorsam unserer Kinder zu wenig ernst? Zugegeben, das mag in manchen Situationen von aussen so aussehen. Doch ist es auch wirklich so? Eine Trainerin hat mir darauf eine spannende Antwort gegeben: «Ich gebe mich doch nicht nur mit dem Gehorsam zufrieden. ICH MÖCHTE MEHR! Ich möchte, dass meine Kinder mir folgen, weil sie es mir recht machen WOLLEN, also aus der Beziehung heraus dazu bewegt werden!»
Und in der Tat, Gehorsam ist relativ leicht zu erreichen: mit etwas Druck, mit der Androhung von Strafen... Dann wird das Kind aus dem Motiv der Angst vor der Strafe heraus tun, was wir sagen. Die einen oder anderen von uns kennen dies bestimmt noch aus der eigenen Kindheit. Auf der anderen Seite der Angst steht die Liebe. Und eine Beziehung, die von Liebe, Annahme und Vertrauen geprägt ist, ist es, was wir wollen. Und wir spüren es, das geht so viel tiefer! Da werden wir als Eltern herausgefordert, aber gleichzeitig auch freigesetzt. Es ist so viel schöner und fühlt sich viel natürlicher und besser an, wenn ich darauf vertraue, dass mein Kind es mir recht machen möchte und dass es sein Bestes gibt. So viel besser auf jeden Fall, als das Agieren mit Druck und Strafe (Zuckerbrot und Peitsche).

 

Talk über das Monatsthema

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Info 14-05 "Die geheime Macht der Sorgen - Teil 2"

Die grösste Sorge der Kinder - nein, aller Menschen - ist jene um die Bindungen. Die Frage nämlich: "Gehöre ich dazu? Liebt man mich? Schiebt man mich zur Seite?"

Diese grosse Sorge der Menschen kann man dazu nützen, sie zu steuern: “Wenn du das und das tust bzw. nicht tust, gehörst du dazu, liebt und bewundert man dich usw., andernfalls...” Schon immer lassen und liessen Kinder sich auf diese Weise führen. Wichtig ist und war, dass sie ständig ein bisschen im Zweifel sind, ob sie denn nun wirklich angenommen sind, ob sie wirklich okay sind. Diese Art der Führung gibt es auch in der Wirtschaft. Es ist hilfreich, Menschen dauernd ein bisschen in Sorge um ihren Job zu halten, um Schlendrian vorzubeugen. Man kann auch im Ehepartner den Zweifel säen, ob da nicht eine andere Beziehung sei, um ein wohltuendes Werbeverhalten auszulösen.

Das Risiko dieser Art der Führung ist indes beträchtlich.

Zum einen kippt das “Sich-Mühe-Geben” plötzlich ins Gegenteil. Dem Kind ist es scheinbar egal, wenn sich die Beziehung zu den Eltern verschlechtert oder wenn der Lehrer unzufrieden ist. Der Arbeiter kündigt die Stelle, weil der Druck ihm zu gross wurde.

Zum anderen, und das ist die grosse Unbekannte: Kinder können ihr Potenzial nur entfalten, wenn sie ganz sicher gebunden sind. Wenn sie sich geborgen fühlen und unangefochten in ihrer Stellung. Menschen sind nur dann wirklich kreativ, wenn sie darauf vertrauen, dass sie es sich leisten können zu scheitern. Je unsicherer sie sind, desto mehr gilt ihre Aufmerksamkeit dem Überwinden eben dieser Unsicherheit. Das Vermeiden von Fehlern wird wichtiger als das Erforschen neuer Lernfelder.


Einem Kind das Bewusstsein der bedingungslosen Annahme zu vermitteln, setzt jene wichtige Energie frei, die es braucht zum Reifen und zum Entwickeln eigener Ideen und Pläne.

Talk über das Monatsthema

Livesendung vom 26. Mai 2014

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Info 13-08 "Zu sich selber stehen"

Ich bin auf der Rückfahrt von Parksville nach Vancouver, von wo ich morgen zurück in die Schweiz fliege. Vor allem aber bin ich am Verdauen des Intensivkurses III mit Gordon Neufeld. Das Thema waren diesmal nicht so sehr die Kinder, sondern wir als Erwachsene. Was liegt also näher, als das in diesem Infobrief zum Thema zu machen!

Eltern, die VP umsetzen wollen, klagen immer wieder etwa darüber, dass sie in gewissen Situationen wütend werden, herumschreien und manchmal sogar Lust haben, die Kinder zu schlagen. Passiert dir das auch? Dabei hast du dir vorgenommen, sie auch dann zu lieben, wenn sie sich daneben benehmen, mit den Geschwistern streiten usw. Mit uns selber sind wir vielleicht viel weniger barmherzig. Wir sind versucht, unsere Gefühle zu verbergen - vielleicht sogar vor uns selber, so nach der Devise, dass es nicht gibt, was es nicht geben darf.

Denken wir aber daran, dass unsere Kinder wohl nie so ganz glauben werden, dass sie mitsamt ihren üblen Seiten angenommen sind, wenn sie spüren, dass wir Erwachsene die Augen vor unseren Schattenseiten verschliessen. Es geht nicht darum, alles gutzuheissen, was in mir ist, aber es am Licht zu halten und barmherzig damit umzugehen. “Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat”, fordert uns Paulus im Römerbrief auf - da gehören auch wir selber dazu. Je besser wir als Erwachsene Wege finden, zu uns selber zu stehen, desto eher werden Kinder Vertrauen fassen, dass sie unsere Annahme weder verdienen können noch müssen.

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Livesendung vom 26. August 2013

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Marion
Lieber Heinz, lieber Beat, danke für diesen Input und die hilfreiche Live-Sendung heute. Darum heisst es wohl auch Erziehen und ni... Read More
Montag, 26. August 2013 19:53
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Auf dem Hintergrund dieses Infobriefs möchte ich kurz ein Erlebnis weitergeben.Meine älteste Tochter (8J) hat eine geniale Fähigke... Read More
Mittwoch, 11. September 2013 08:34
Barbarella071
Unsere Kinder anzunehmen wie sie sind, wenn wir uns nicht angenommen haben, ist so effektiv, wie wenn wir versuchen, unseren Sch... Read More
Freitag, 13. September 2013 21:17
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