Infobriefe

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Info 18-05 «Schreckgespenst Gleichaltrigenorientierung»

«Ich möchte nicht, dass mein Kind in den FC geht, sonst bekommt es noch die Gleichaltrigenorientierung.» Wer den Begriff Gleichaltrigenorientierung nicht schon kennt, könnte bei diesem Satz denken, sie sei ein Virus, den unser Kind aus dem Nichts heraus überfallen könnte, vor allem im FC. Natürlich ist dem nicht so. Weder ist Gleichaltrigenorientierung ein Virus, noch befällt sie unsere Kinder einfach so. Ersteres wissen wir alle, nehme ich an, aber beim Zweiten möchte ich kurz stehen bleiben. Der Satz am Anfang ist ja nicht erfunden, sondern den bekam ich wirklich so zu hören, und des Öfteren habe ich den Eindruck, Eltern haben eine grosse Angst davor, dass ihre Kinder sich an Gleichaltrigen orientieren könnten, gerade eben, wenn sie einen Verein besuchen oder gute Freunde haben. Diesen Eltern möchte ich sagen: Entspannt euch! Gleichaltrigenorientierung passiert nicht einfach und es gibt ein naheliegendes und wirkungsvolles «Mittel», mit dem wir unsere Kinder schützen können! Das Gefährliche an der Gleichaltrigenorientierung ist ja, dass wir als Eltern in unserer Rolle als Hauptbezugspersonen durch Gleichaltrige ersetzt werden, dass also andere Kinder unseren Platz im Herzen des Kindes einnehmen. Dies kann aber nur passieren, wenn das Kind nicht im Join-up oder unerträglicher Trennung ausgesetzt ist. Umgekehrt, eine tiefe Bindung wird nicht einfach ersetzt. Ist mein Kind gut und sicher gebunden, ist es auch in der Lage, Freundschaften zu Gleichaltrigen zu pflegen, ohne dass diese gleich meinen Platz einnehmen. Je tiefer die Bindung, desto mehr Freiheit entsteht auch und desto mehr können Kinder auch über längere Trennungsphasen hinweg innerlich an uns festhalten. Gerade wenn die Kinder sehr lange in der Schule sind oder sie gar ein Camp besuchen, ist es essenziell wichtig, dass sie innerlich mit uns verbunden bleiben. Freundschaften, auch unter Kindern und Teenagern, sind etwas Wertvolles, und es wäre doch schade, wenn wir sie aus Angst vor Gleichaltrigenorientierung nicht unterstützen oder gar verbieten würden…

 

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 28. Mai 2018

 

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Info 11-05 "Vertrauen ist ansteckend"

Kennst du die Situation, wo ein kleines Kind sich hinter der Mutter versteckt, wenn eine fremde Person sich nähert? Es tut etwas ganz Normales. Es will zuerst wissen, wie die Person zur Mutter steht. Je enger das Kind an die Mutter gebunden ist, desto schneller wird es ihre Haltung übernehmen und sich dem Erwachsenen gegenüber öffnen – oder eben auch nicht. Und das Kind wird merken, ob die Mutter wirklich eine gute Beziehung hat zu dieser Person oder ob es nur Anstand ist. Hast du dir schon überlegt, wie oft du dein Kind in die Obhut von jemandem gegeben hast, ohne diese Person bei deinem Kind „einzuführen“? Ohne die Vertrauensbrücke zu schlagen von dir z. B. zur Hortnerin oder zur Kindergärtnerin? Kinder reagieren dann manchmal abweisend und misstrauisch und nicht selten gelten sie bald einmal als schwierige Kinder. Aber eigentlich sollten wir lieber über das Umgekehrte nachdenken. Du kannst mit wenig Aufwand für dein Kind etwas unendlich Wichtiges tun: Knüpfe eine Beziehung zu seinen Bezugspersonen in Schule und Freizeit. Lade die Lehrerin einmal zu dir nach Hause ein. Es ist gar nicht nötig, dass ihr dann über das Kind sprecht und sein Verhalten analysiert. Je lockerer und vertrauter ihr miteinander sprecht, desto loyaler wird dein Kind sich in der Schule in der Folge verhalten. Ich habe unter den Marotten meines Primarlehrers wesentlich weniger gelitten als meine Schulkameraden. Ich habe ihn nie verachtet wie manche von ihnen und habe trotz seiner Defizite viel von ihm gelernt. Weisst du, weshalb? Er war ein Freund meines Vaters. Wenn es dir nicht gelingt, ein Ja zu finden zur Lehrperson deines Kindes, dann solltest du über eine alternative Schule nachdenken. Dein Kind hat nur diese eine Schulzeit.

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