Infobriefe

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Refresher 18-11 «Bindungsdörfer»

Gehörst du zu den glücklichen Mamis, die sich vollamtlich um die Familie kümmern dürfen? Dann kennst du bestimmt auch die problematischen Seiten dieses wunderbaren Berufes: Vielleicht fühlst du dich inmitten einer grossen Kinderschar - besonders, wenn die Kinder noch klein sind - sehr einsam. Der Austausch mit anderen Erwachsenen ist selten, und wenn er stattfindet, geht er zulasten der sowieso schon knappen Zeit. Vielleicht leidest du auch darunter, von deiner Umwelt nicht richtig wahrgenommen zu werden. Oder du empfindest deine Aufgabe zeitweise - obwohl sie sehr grundlegend und äusserst wichtig ist - als banal und intellektuell wenig herausfordernd bzw. erfüllend. Dein Mann erzählt von seinen Kick-off-Meetings und seinen hochkomplexen Problemstellungen im Beruf, während du dir Gedanken darüber machst, wie man die Pizza platzsparender in die Lunchbox der Kinder packen kann :-). Vielleicht rundet eine Portion Frust über das Nichterreichen deiner selbst gesteckten Haushaltsziele deinen Alltag ab?!
Möglicherweise gehörst du aber auch zu jenen Müttern, die sozial gut eingebettet sind und solche Probleme weder haben noch nachvollziehen können. Oder du erfüllst nebst der Familie noch andere Aufgaben, die dich erfüllen.
Falls aber nicht, schlage ich dir vor, den Begriff «Bindungsdorf» auch einmal von dieser Seite her zu beleuchten. (Normalerweise verstehen wir ja darunter die Idee, dass deine Kinder deine Freunde kennen und mögen sollten - und umgekehrt…)
In letzter Zeit höre ich immer häufiger von Frauen, die «artgerechtes Putzen» praktizieren. Sie treffen sich abwechselnd zur Hausarbeit - mal in jener, mal in der anderen Wohnung. Sie berichten mir begeistert, wie viel effizienter und leichter die Arbeit zu zweit oder zusammen mit der ganzen Kinderschar von der Hand gehe und wie kostbar die Gespräche seien - ganz ohne das Gefühl, eigentlich keine Zeit zum Austausch zu haben. Auch umfangreichere oder strengere Arbeiten gehen flott von der Hand.
Allerdings muss ich dich warnen. Es gibt eine Hürde zu nehmen: Du musst dich mit deiner Scham über allenfalls vorhandene «dunkle Ecken» in deinem Haushalt auseinandersetzen. Ich möchte dich dennoch ermutigen, es sei befreiend...

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 26. November 2018

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Info 18-02 «Gutes tun»

Woran denkst du, wenn jemand davon spricht, Gutes zu tun? Als Eltern denken wir vielleicht daran, die Kinder zu verstehen anstatt sie anzuklagen und zu verurteilen, oder daran, nicht nur ihren Körper, sondern auch ihr Herz zu nähren (Stichwort: 2. Meile). Wenn wir kleine Kinder haben, fällt uns vielleicht das Stillen nach Bedarf ein, das Familienbett oder das Tragen des Säuglings. Eltern wollen ihr Bestes geben und ihren Kindern einen optimalen Start ins Leben ermöglichen. Vertrauenspädagogisch erziehende Väter und Mütter legen dabei die Messlatte womöglich noch höher als andere.
Die Folge davon sind oft ausgelaugte Mütter und - eventuell in der Folge - gestresste Väter, deren Nervenkostüm ziemlich dünn ist und die chronisch das Gefühl haben, vieles falsch zu machen. Vor allem Mütter fühlen sich oft wie Zugpferde, denen eine immer grössere Last aufgeladen wird.
Wer vertrauenspädagogisch mit Kindern umgehen möchte, sollte darauf achten, mit sich selbst ebenso umzugehen. Säuglinge nach Bedarf zu stillen, sie womöglich windelfrei aufzuziehen, den Haushalt zu schmeissen, gesund zu kochen und nebenher noch ältere Kinder bei den Hausaufgaben zu unterstützen, mag zwar schöpfungsgemäss und bedürfnisorientiert sein - für das Kind. Dass Mütter all diese Bedürfnisse alleine erfüllen sollten, ist hingegen kaum schöpfungsgemäss und deswegen auch für die Kinder nicht das, was sie brauchen.
Andere Kulturen wissen darum, dass es für die Erziehung eines Kindes «ein ganzes Dorf braucht». So ist ein funktionierendes Bindungsdorf nicht nur für unsere Kinder natürlich und bereichernd, sondern auch für Eltern eine immense Entlastung und ein Schritt in eine «artgerechte Elternschaft». Wir sind nicht dafür geschaffen, alles alleine zu schaffen! Warum also nicht gemeinsam mit anderen Müttern putzen oder die Grosseltern um Hilfe bitten, bevor wir völlig erschöpft sind? Auch Nachbarn stehen oft gerne für kleinere Hilfestellungen zur Verfügung. Und nicht zuletzt ist es auch für Kinder wichtig, dass sie sich nützlich machen dürfen.
Wenn du selber keine gestresste Mutter bist oder kein ausgelaugter Vater, dann könntest du dir vielleicht überlegen, ob du dich nicht einer solchen Familie als Hilfe anbieten könntest. Vielfach ist es ja für junge Mütter bzw. Familien in einer solchen Situation ganz schwer, Kontakte zu pflegen oder gar zu knüpfen und Hilfe zu holen. Dies umso mehr wir ja alle ein Problem gemeinsam haben:
Wir nehmen nichte gerne von anderen etwas an, wenn wir nichts Vergleichbares zurückgeben können. Aber du kannst sehr wohl das Umgekehrte tun: Etwas geben, ohne etwas zu erwarten. Es ist nämlich das Erfüllendste.
Möchtest du deinen Kindern etwas Gutes tun? Tu dir und deinem Partner bzw. deiner Partnerin etwas Gutes bzw. nimm es an, wenn andere es tun wollen. Was Kinder brauchen sind starke Eltern, denen es gut geht!
PS: Und denke daran: Deine Kinder vertragen gut mehrere Erziehungsstile.

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 26. Februar 2018

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Info 15-05 "Ein Plädoyer für Tagesmütter"

Wir erleben in unseren Tagen eine grosse Diskussion darüber, ob Kitas nun gut oder nicht so gut seien für die Kinder. Ich möchte lieber eine Lanze brechen für jene Form der Kinderbetreuung, die manche Mutter mit unguten Gefühlen verbindet: Die Betreuung durch eine Tagesmutter. Sie mag sich vielleicht fragen: “Wird mein Kind nicht plötzlich die Tagesmutter mehr lieben als mich?”

Wenn du das auch schon so gefühlt hast, dann möchte ich dich ermutigen, das neu zu überdenken. Kinder können viele Bindungen eingehen - nicht nur eine. Sie sind designt, mit einer ganzen grossen Sippe umzugehen. Die Reduktion auf zwei oder manchmal nur eine Bezugsperson entspricht nicht dem kindlichen Bedürfnis. Im Gegenteil!

Problematisch ist es, wenn ein Kleinkind sich zu lange mit Menschen abgeben muss, an die es nicht gebunden ist. Es wird sich dann zwingend an jene binden, die bleiben: an die anderen Kinder. Kinder aber sind nicht geeignet, für andere Orientierungspunkt zu sein, und ebenso wenig können sie sich gegenseitig Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.

Sobald dein Kind spürt, dass es im Join-up sein kann sowohl mit der Tagesmutter als auch mit seiner Mama, weil die beiden sich kennen und mögen, wird es sich geborgen und sicher fühlen. Das wird die Beziehung zu dir so wenig beschädigen wie die Beziehung zu den Grosseltern oder gar zu deinem Ehemann.

Talk über das Monatsthema


Livesendung vom 25. Mai 2015

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