Infobriefe

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Refresher 19-02 «Mein Kind - ein Aussenseiter?!»

«Alle spielen das - ich bin sonst ein Aussenseiter!» Mit dieser Argumentation bist du vielleicht auch schon konfrontiert gewesen. Vielleicht waren es nicht PC-Spiele, sondern die Marken der Kleider, die die Kinder bewahren sollten, an den Rand der Gesellschaft gedrängt zu werden. 
Zwei Dinge gehen mir dabei durch den Kopf: 
Es wäre schön, wenn unsere Kinder die innere Kraft hätten, diesem Konformitätsdruck zu begegnen. Wie aber finden sie diese Kraft? Indem wir ihnen das Heldentum als Pflicht auferlegen? «Wir als Christen tun das nicht, bekenne dich zu unseren Werten.» Ich denke, es wäre ehrlicher zu sagen: «Wir als Eltern wollen das nicht. Du darfst dich ruhig auf uns berufen und bekennen, dass du dieses Game auch gerne spielen würdest, wenn du dürftest.» Vielleicht werden unsere Kinder sich viel lieber hinter uns stellen, wenn sie darin frei sind. Wenn sie dadurch in die Lage kämen, anstatt dem Druck der Kollegen und der Eltern auszuweichen, aus Loyalität zu handeln. Manchmal müssen wir Grenzen setzen und nein sagen, aber was Kinder weiterbringt, ist ihre Freiheit, das Gute und Wahre zu wählen.
Und das zweite, vergib mir, wenn ich es immer wieder erwähne: Wir sollten auf die Motive unserer Kinder achten. Sie sind wichtiger als ihre Taten. Glaubst du das auch?

 

Verabschiedung Beat Etter

 

Livesendung vom 25. Februar 2019

Aufgrund technischer Probleme fand die Livesendung nicht statt.

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Info 16-03 "Er würde nur noch gamen!"

«Wenn ich ihn machen liesse, würde er nichts mehr anderes tun. Und wenn er dann zum Essen doch einmal hervorkommt, dann spricht er nur über sein Game. Ich kann es nicht mehr hören.»
So erzählte mir eine verzweifelte Mutter. Wer wollte ihre Besorgnis nicht verstehen! So ein 13-Jähriger kann einem das Leben schwer machen. «Ihm ist alles egal, solange er nur sein Spiel hat.»

Computerspiele sind in der Tat so interessant, dass man in den meisten Fällen nicht um eine Regelung herumkommt. Viele Spiele sind ja so angelegt, dass sie weiterlaufen, auch wenn der Deckel des Laptops geschlossen ist. Solche Spiele sollte man eher vermeiden.

Eine Sucht hingegen, wie in unserem Beispiel, ergibt sich nicht zwingend aus dem uferlosen Spielen. Für viele Kinder ist das reale Leben frustrierend und sinnlos. Die virtuelle Alternative zeigt uns, wonach sich ein Junge wirklich sehnt: Nach einem aufregenden, aber doch berechenbaren Ort, wo die Regeln klar, aber überschaubar sind. Sie sehnen sich nach einer Welt, wo man nach einem Fehler zwar verliert, aber nicht gedemütigt wird, wo jeder mehr oder weniger Erfolg hat und wo es andere gibt, die die Leidenschaft teilen, und man deshalb ein gemeinsames Thema und eine gemeinsame Vision hat. Was soll ein solcher Jugendlicher denken, wenn Mama nicht zuhören mag, wenn er davon spricht, was ihn fasziniert und begeistert?  
Es kann sein, dass es ihn bestätigt in seiner Überzeugung, dass nur das virtuelle Leben lebenswert ist. Dass die Erwachsenen ihn nur kritisieren und verändern, nicht verstehen oder gar lieben wollen.

Und dies würde ich dir raten, wenn du in einer ähnlichen Situation bist wie diese Mutter: Hör dem Jungen zu und freue dich über jede gewonnene Schlacht in seinem Spiel. Spüre sein Kämpferherz – das wäre dann wieder ein Stück Wirklichkeit. Überlege dir, ob sein Vater oder ein anderer Mann mit ihm in seinem Zimmer zum Beispiel eine neue Tapete montieren könnte, damit das wirkliche Leben auch ein bisschen farbiger wird, oder ob er gerne ab und zu etwas Feines kochen würde. Wie auch immer: Es ist wahrscheinlich hilfreicher, ins Leben zu investieren, als Süchte zu bekämpfen.

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 28. März 2016

 

Zusammenfassung Livesendung

  1.    Teil: Computerspiele
    • Auch viele sonst unkonzentrierte und schnell abgelenkte Kinder können sich oft stundenlang beim Gamen konzentrieren - das heisst, das Kind kann sich eigentlich lange konzentrieren, auch wenn in der Schule gerade das Thema Konzentration schwierig ist.
    • Von Computerspielen können wir lernen, was ein Kind braucht: Jugendliche brauchen gute, bewältigbare Herausforderungen, die Erfolg versprechen und Gemeinschaft fördern.
    • Ein Grundbedürfnis von Jugendlichen ist das Kämpfen, Gefahren durchstehen.
    • Als Eltern kann man nicht einfach Computerspiele verbieten - lieber Computerspiele, als dass sie aus lauter Langweile sich groben Gefahren ausliefern.
    • Es bringt nichts Computerspiele zu verbieten. Aber es wäre wichtig, die Computerzeit einzugrenzen. (Je mehr wir das Spielen verbieten, desto attraktiver wird es.)
    • Aber der Durst nach Gefahr darf nicht vollständig von den Computerspielen gestillt werden. Wir als Eltern müssen wissen, wie wir den Durst der Jugendlichen im realen Leben stillen können. (Sobald ein Kind aber süchtig nach Computerspielen ist, ist das sehr schwierig. Der Verlust ist grösser und der Ausstieg aus der Sucht schwieriger - darum ist es wichtig zu reagieren, bevor eine tiefe Sucht vorhanden ist. Vor allem Jungs neigen zur Spielsucht. Vor allem die Spiele, die auch weiterlaufen, wenn das Kind aufgehört hat zu gamen, sind gefährlich. Dann hat das Kind das Gefühl, es verpasst etwas und sagt vielleicht später: “Oh wäre ich doch nicht zum Sport gegangen, dann wäre meine Festung noch unverwundet.”)
    • Wenn wir Grenzen setzten, u. a. bei Computerspielen, ist es wichtig, dass das Kind realisiert, dass die Eltern nicht gegen es sind, sondern auf seiner Seite.

 

  • Das Entscheidende ist zu wissen: Jugendliche haben das Bedürfnis zu kämpfen und tapfer zu sein, und sie versuchen, dieses Bedürfnis z. B. mit Computerspielen abzudecken.

 

  • Wenn das reale Leben zu ‘gezähmt’ ist und die Gefahr fehlt, dann ist dieses Bedürfnis nicht gestillt.
  • Jungschar, Blauring und Pfadi sind gute Orte, um dieses Bedürfnis abzudecken.
  • Ein anderer sehr empfehlenswerter Vorschlag ist, dass Väter mit anderen Vätern den Mut aufbringen und mit ihren Söhnen das Abenteuer suchen.
  • Je besser die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist, desto besser können die Söhne etwas von ihren Vätern annehmen und desto besser ist damit die Prophylaxe gegen
    z. B. Spielsucht
  • Wie machen wir das reale Leben wieder jungenkonformer? Durch die Computerspiele wird das wirkliche Leben verdrängt, das reale Leben wird immer unattraktiver, und die Spiele nehmen an Attraktivität zu.
  • Wir als Eltern dürfen die Computerspiele bejahen, aber mit einer genauen Anfangs - und Endzeit.
  • Ein Kind braucht Langweile, um kreativ zu sein, aber wenn Langeweile zum Computerspielen führt, ist das weniger gut.
  • Kinder kommen oft erst auf die Idee, was sie tun könnten, wenn man es ihnen vorgelebt hat. Z.B. seilen sie sich einmal mit dem Vater ab, und dann wollen sie das später auch alleine machen: Das heisst, der Raum muss zur Verfügung stehen und das Abenteuer vorgelebt werden.
  • Falls Eltern auch nicht ihre Abenteuer erleben konnten, kann man auch ungeniert jemand anders, der sich auskennt, involvieren und gemeinsam ein Abenteuer bestreiten.

 

  1.    Teil: Diverse Fragen
  • Bei Auseinandersetzungen das Kind aufs Zimmer schicken, ist keine gute Lösung. Für das Kind ist es eine Katastrophe, denn in diesem Moment braucht es am meisten Nähe in seiner Not. Es wäre besser, wenn der involvierte Elternteil sagt, dass er schnell rausgeht und gleich wieder kommt.
  • Je besser ein Ausraster bewältigt werden kann, ohne dass das Kind aufs Zimmer geschickt werden muss, desto besser, denn sonst wird daraus ein Teufelskreis.
  • Je mehr ein Kind verunsichert ist, ob es geliebt ist und die nötige Nähe erhält, desto eher reagiert das Kind mit Dominanz.
  • Dem Kind immer wieder Nähe geben, die es braucht, und die Sicherheit und Geborgenheit
  • Frustrationsquelle herausfinden

 

 

 

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