Infobriefe

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Info 17-11 «Schenken»

Wie weit bist du mit deinen Geschenken? Ist das für dich auch eine gewisse Last? In unserer Familie war es so, und so beschlossen wir gemeinsam, auf das Beschenken der Erwachsenen zu verzichten. Aber eigentlich ist das ja auch schade. Das Problem ist doch einfach, dass man einander früher einen Topf Honig, eine Flasche Wein oder auch ein Kleidungsstück schenken konnte - im Bewusstsein, dass damit viel Freude ausgelöst wurde. Heute sind wir mit all diesen Dingen oft mehr als nur eingedeckt.
Irgendwie bin ich in dieser Sache an die Geschichte mit der zweiten Meile erinnert. Nicht wahr, eigentlich wollen wir ja die Erwartungen unserer Liebsten nicht enttäuschen - namentlich nicht diejenigen der Kinder. Aber so richtiges weihnachtliches Kribbeln kommt ja bei den «bestellten», sprich «gewünschten» Geschenken nicht auf, noch weniger freilich bei Geldspenden oder Beteiligungen. Es sei denn, der Spielraum sei gross genug und der Mut Enttäuschungen auszuhalten auch. Es müssten irgendwie die Elemente der Überraschung und vor allem auch der Freiwilligkeit drin sein, das Engagement beim Aussuchen und das Sich-Einfühlen. Und da sind wir dann bald wieder beim Stress (wenn ich an meine 13 Enkel denke). Meine Frau erhielt jedes Jahr vom Götti ein weiteres Teil des grossen Silberbestecks. Das war wohl auch nicht sehr prickelnd. Aber - hm - das haben wir immer noch und freuen uns daran. Diese Gedanken haben bei Angela Indermaur letztes Jahr einiges ausgelöst. Im Talk erzählt sie uns davon. Sehr inspirierend. 

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 27. November 2017

 

 

 

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Info 14-06 "Was ist Qualitätszeit?"

Gehörst du auch zu den Müttern, die schnell ihren Haushalt erledigen, damit sie nachher Zeit haben für ihre Kinder? Vielleicht bist du berufstätig, dann ist die Gefahr noch grösser, dass du dich gedrängt fühlst, für möglichst viel “Qualitätszeit” mit deinen Kindern zu sorgen. Darunter versteht man dann gerne so etwas wie “Freizeit”. Ist das wirklich Qualitätszeit?

Das Wort Qualität macht erst Sinn, wenn wir Kriterien haben. Was meinst du zu diesen? Kinder wollen Zeit verbringen mit den Eltern, und zwar so, dass die Kinder spüren, dass sich die Eltern dabei wohl und entspannt fühlen - was die Beziehung zum Kind angeht. Sie wollen mit den Eltern zusammen Probleme lösen und sich dabei wertvoll fühlen. Sie brauchen eine Atmosphäre, wo es okay ist, Fehler zu machen, darüber zu sprechen und daraus zu lernen. Sie haben eine tief sitzende Erwartung, dass die Eltern ihnen das reale Leben zeigen. Kinder brauchen nämlich die Eltern nicht dazu, ihnen beim Spielen zu helfen oder sie zu unterhalten. Sie brauchen fürs Spielen einzig die Erlaubnis und einen sicheren Rahmen. Es braucht nicht einmal so viele Dinge. Kinder können mit fast nichts spielen, solange sie nicht das Gefühl haben, jemand anders als sie selbst sei für den Spass verantwortlich.

Also: Zusammen das Haus putzen, den Garten jäten, das Auto waschen, den Tiefkühler enteisen oder den Keller aufräumen kann perfekte Qualitätszeit sein, solange das Kind das Gefühl hat, dabei willkommen zu sein. Ein Kleinkind spielt dann vielleicht lieber Lego in der Küche, während du den Kühlschrank reinigst. Ein grösseres hilft nur mit, weil du es sagst. Aber auch das kann Qualitätszeit sein, solange du dem Kind nicht grollst, weil es lieber einen Fussballmatch schauen würde, anstatt mit dir Qualitätszeit zu verbringen... Es ginge so freilich noch besser: “Wollen wir den Match schauen und hier nachher fertig machen?” Wenn dir das so stimmig erscheint, kannst du nächstes Mal, wenn du von der Arbeit kommst, dich getrost mit einem Buch mitten in die Arbeit setzen und warten, bis die Kinder kommen und ein entspanntes Mami in die Arme nehmen können. (Sorry, ihr Männner, bitte passt den Text für euch sinngemäss an!)

Talk über das Monatsthema


Livesendung vom 30. Juni 2014

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Info 13-03 "Die zweite Meile!"

"Wenn einer von dir verlangt, eine Meile mit ihm zu gehen, dann gehe zwei Meilen mit ihm!" Diese Bibelstelle aus dem fünften Kapitel des Matthäus-Evangeliums ist eine von denen, die ich erst seit kurzem in ihrer Tiefe zu verstehen beginne. Erst seit ich mich intensiv damit auseinandersetzte, was es braucht, damit Beziehungen tiefer und fester werden können, statt langsam zu erodieren und im Zerbruch oder in der Gleichgültigkeit zu enden. Es geht in diesem Vers darum, was Beziehungen nährt. Die erste Meile, die ich mit ihm gehe, gibt ihm das, was er - zu Recht oder zu Unrecht - einfordert. Sie nährt die Beziehung nicht, sie verhindert, dass sie sich verschlechtert, und beugt somit allfällige Unannehmlichkeiten vor. Ganz anders die zweite Meile: Sie ist es, die ich freiwillig mitgehe. Sie nährt nicht nur mein Gegenüber, sondern auch mich selber. Dieses Prinzip, das Jesus mit dem Vers vom Rock und dem Mantel unterstreicht, liegt dem Reich Gottes zugrunde. Es ist das Prinzip der unverdienten Gnade, das vielleicht in unseren Kopf passt, aber für unser Herz nur schwer zu fassen ist, es sei denn, wir fangen an, unseren Alltag danach auszurichten. 

Wie oft reagieren wir Eltern auf das, was unsere Kinder fordern, und fühlen uns entsprechend unter Druck oder gar ausgenutzt. Hast du dir schon überlegt, wie es wäre, wenn du deinem Kinde mehr gibst als es einfordert? Wenn du spontan und aus eigenem Antrieb gibst? Einfach, weil du es willst und weil du spürst, wie gut das tut? Wenn du nachfragst, dir Zeit nimmst, bevor dein Kind darum bettelt oder sich resigniert zurückzieht, weil das Betteln so demütigend ist? Hast du dir schon überlegt, wie es sich anfühlen würde, mit deinem Mann oder deiner Frau die zweite Meile zu gehen? Wie könnte das konkret aussehen? Auf jeden Fall würde sich das Reich Gottes dadurch ausbreiten.

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Info 10-07 "Das Wesen der Rebellion"

Heute hat mir ein Jugendlicher eine wunderbare Bestätigung geliefert, dass Rebellion und Kontrolle geschwisterliche Geister sind. Er sagte mir etwa folgendes: "Ich muss einfach vorsorgen. Sobald ich mich nicht mehr wehre, nehmen mir die Erwachsenen alle Freiheit weg. Sobald ich tue, was er sagt, kommen zwei neue Forderungen. Deshalb gibt es für mich keine Alternative." Aus der Sicht der Erwachsenen sieht es umgekehrt aus: "Wenn ich ihm ein bisschen die Zügel loslasse, macht er, was er will. Deshalb muss ich ihn so eng führen."

Siehst du, dass diese beiden Sichtweisen zusammenpassen? Die Eltern getrauen sich nicht, die Zügel loszulassen, und der Junge getraut sich nicht, seine Rebellion aufzugeben. Beide bestätigen mit ihrem Verhalten täglich einander: "Meine Befürchtungen sind berechtigt." Was sich hier abspielt, spielt sich auf allen Niveaus immer wieder ab: in der Familie, am Arbeitsplatz und in der Weltpolitik. Der Ausstieg ist möglich, wenn jemand den ersten Schritt wagt. Dazu ist es hilfreich, wenn beide diesen unseligen Zusammenhang verstehen und sich davon verabschieden, einander üble Absichten zu unterstellen (obwohl vielleicht solche bei beiden auch noch mitmischen).

Falls du in einer ähnlichen Situation bist, dann möchte ich dir Mut machen, den Ausstieg zu wagen. Jugendliche und Kinder wissen mehr über das Leben, als wir Erwachsenen meinen. Ich weiss noch nicht, wie es weitergeht. Immerhin hat mir der Vater heute voller Hoffnung und Dankbarkeit berichtet, dass D bereit sei, seine Rebellion aufzugeben.

Hier noch ein Aufsteller aus dem Forum (Den Anfang müsst ihr selber dort nachlesen.):

Gestern Abend haben V. die Stube und A. die Küche aufgeräumt. Von sich aus :-)! Er hat sogar Spaghetti mit Tomatensauce zum Znacht gekocht. Es waren kaum Hilfestellungen nötig. Es fällt mir richtig auf, dass ich ihnen bis vor kurzem wirklich zu wenig zutraute. Wenn ich ihnen nun sage: Es muss noch dies und das gemacht werden, wer möchte was machen? Dann suchen sie sich fast immer das aus, was sie noch fast nie gemacht haben. Das finden sie wohl spannender. Ist ja eigentlich logisch. Ich kann das alles noch fast nicht glauben :-D.

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Info 10-06 "Jans Ämtli übernehmen"

Jan (9) ist im Stress. Er ist noch nicht fertig mit den Vorbereitungen für seinen Sporteinsatz am Abend. So verzögert sich das Nachtessen, denn sein Job wäre es, aufzutischen. Die andern Kinder, insbesondere auch Janine (7) werden zunehmend ungeduldig, und die Mutter möchte etwas zur Entspannung beitragen.

Variante A:
Sie geht auf Janine zu und sagt freundlich: "Janine, sei so lieb und tische für Jan auf, du siehst ja, dass er im Stress ist."

Variante B:
Sie geht auf Janine zu und flüstert ihr ins Ohr: "Möchtest du zu Jan gehen und ihn fragen, ob er froh wäre, wenn du heute Abend für ihn auftischst?"

In der Realität antwortete Janine ziemlich ungehalten: "Wieso soll ich für ihn auftischen, das ist doch sein Ämtli!?" Was denkst du, welche Variante ging dieser Antwort voraus? Du hast recht, es war die Variante A. Warum aber ist die Variante B so viel Erfolg versprechender?

Die Variante A heisst eigentlich: "Ich erwarte von dir, dass du jetzt Jans Job übernimmst. Eigentlich hättest du selber auf die Idee kommen sollen. (Du siehst ja....)." Wenn Janine es tut, wird der Dank Mama zufallen, denn es war ja ihre Idee. Mama hat also das gute Teil und Janine die Mühe. Das kommt schlecht an. Es ist auch eine der Bitten, die in Wirklichkeit keine sind (Manche Kinder haben Mühe damit, solange man diese Form der Aufforderung nicht einmal zum Thema macht.).

Die Variante B gibt dem Mädchen einen Tipp (deshalb zugeflüstert). Es ist wirklich frei, etwas für seinen Bruder zu tun und dann auch die entsprechende Anerkennung zu bekommen oder aber darauf zu verzichten (Vielleicht hat es ja gute Gründe, dieses Angebot nicht zu machen.).

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