Infobriefe

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Refresher 18-12 «Ich freue mich auf den Heiligen Abend!»

An dieser Aussage ist im Grossen und Ganzen ja nichts Besonderes. Wenn wir sie aus dem Mund eines 16-jährigen Teenagers hören, aber irgendwie doch. Gerade die Weihnachtszeit ist voll von solchen «weichen» Dingen, die unsere Gefühle ansprechen, und ich finde das einfach super.
Unsere Kinder und Teenager brauchen ihre Gefühle und Emotionen, um reifen zu können. Sie brauchen weiche Herzen, Herzen, die verletzlich sind, weil es gerade diese verletzlichen Gefühle wie das Fühlen von Erfüllung, aber auch von Vergeblichkeit sind, die sie zur Reifung bewegen und auch zur viel diskutierten Resilienz.
Im rauen Schul- und Arbeitsalltag muss sich ein Kinderherz schützen oder panzern, wie wir das auch nennen. Das ist gut und wichtig so. Doch genauso wichtig ist es, dass das Herz zu Hause wieder weich werden kann. Dies ist möglich, wenn das Zuhause ein sicherer Ort ist und die Beziehung zu den Eltern von bedingungsloser Annahme geprägt ist. Ein Ort, wo sie nicht chronisch und im grossen Ausmass verletzt werden. Und wenn das so ist, kann auch ein sonst cooler Teenager sagen, dass er sich auf die schöne und gemütliche Weihnachtszeit freut. Und jeder Teenager, der so etwas sagen kann, ist ein Grund zur Freude, weil es eben zeigt, dass er in Kontakt mit seinen Gefühlen ist.
Ausserdem ist eine Beziehung zu einem fürsorglichen Erwachsenen der allerbeste Schutz vor Verletzungen, die von aussen kommen können. Eine Join-up-Beziehung ist das Beste, was wir für unsere Kinder tun können, und die allerbeste Voraussetzung für Reifung.
Natürlich sind diese Gefühle und Emotionen das ganze Jahr hindurch essenziell wichtig. Doch vielleicht kann gerade die Weihnachtszeit mit all ihren Besonderheiten eine Zeit sein, wo wir uns das besonders bewusst machen. Für oben erwähnten Teenager ist das auf jeden Fall so und das ist gut so.

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Info 17-10 "Wegweiser Misstrauen!"

Möchten Sie auch lieber vertrauensvolle und harmonische Beziehungen als solche, die mit Misstrauen versehen sind? Misstrauen muss jedoch nicht per se negativ sein. So wie Tag und Nacht für ihre Gott gegebene Nützlichkeit stehen, hat auch «Misstrauen» seinen Nutzen. Misstrauensgefühle können Ihnen hilfreiche Wegweiser sein. Ein gesundes Mass an Misstrauen half schon das eine oder andere Mal, Schaden zu vermeiden. Wo also ziehen wir die Grenze? Aus dem Blickwinkel der Komplementarität betrachtet, wird Misstrauen nicht mehr als Feind von Vertrauen gesehen, sondern als ein ergänzendes Moment. Misstrauen assoziieren wir mit Argwohn, Befürchtungen, Besorgnis, Disharmonie, Eifersucht, Verdacht, Hintergedanken. All dies hat in guten Beziehungen nichts zu suchen - zumindest nicht über einen längeren Zeitraum. Gute Beziehungen bauen auf Transparenz, Offenheit, Loyalität, Integrität, Respekt und Wohlwollen auf und bilden dadurch eine Vertrautheit in den Beziehungen.
Kommen Gefühle des Misstrauens langanhaltend aus einer persönlichen Mangellage heraus, wirken sie beziehungsschädigend. Entstanden sie jedoch aus einer Wachsam- und Achtsamkeit der momentanen Ereignislage heraus, können sie gute Hinweise für eventuelle Gefahren oder Risiken sein.
Denken sie an Menschen, die zu vertrauensvoll Verträge unterschreiben und nachher in der Gefangenschaft des Kleingeschriebenen stehen. Oder an einen Berufspiloten, der zu vertrauensvoll daran glaubt, dass sein Flugzeug bereits vom Co-Piloten durchgecheckt worden ist.
Gesundes Misstrauen zeigt sich da, wo jemand Vertrauen zu sich und seinen Gefühlen hat. Vertraue ich mir selbst, bin ich in der Lage, Situationen angemessen zu klären, meine und andere Gefühle liebevoll aufzunehmen und deren Signale zu verstehen.
Ähnlich, wie der Wind weht, wo er will, werden auch Misstrauenserlebnisse spontan und situativ auftauchen. Sie sind nicht planbar, aber dafür wahrnehmbar und dadurch auch steuerbar.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen geschärften Blick dafür und einen achtsamen und liebevollen Umgang mit Ihren Misstrauensgefühlen.

Livesendung vom 30. Oktober 2017

 

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