Infobriefe

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Refresher 20-03 «Aus aktuellem Anlass: Was tun mit den Kindern?»

Vielleicht geht es dir wie vielen Müttern und Vätern und du siehst dich mit der Situation konfrontiert, dass deine Kinder zuhause sind und nicht einmal die Grosseltern einspringen sollten, wenn du keine Zeit für sie hast. Was tun? Wie kaum je seid ihr als Eltern auf euch alleine gestellt. Da habe ich mir gedacht, ich möchte dir vielleicht aus vertrauenspädagogischer Sicht ein bisschen Hoffnung machen, damit aus diesem Elend vielleicht doch auch ein bisschen Segen erwächst.

Kinder können auch alleine...

Traue deinen Kindern zu, dass ältere jüngeren schauen können. Übertrage Verantwortung auf die älteren Kinder. Das wird sie aufbauen. Vergiss nicht, die Kleinen zu ermutigen bzw. zu ermahnen, dass sie auf die Grossen hören sollen.
Nimm lieber einige Verluste in Kauf, aber lass die Kinder kochen. (Vielleicht brauchen sie Hilfe beim Aufräumen…). Du dienst ihnen mehr, als wenn du versuchst, doch noch alles zu bewältigen.
Übertrage ihnen Arbeiten im Haushalt und geh du deiner Arbeit nach.
Wenn du das Glück hast, Zeit für deine Kinder zu haben, dann gilt das Obige gleichwohl. Für dich gibt es nämlich jetzt eine neue Chance.

Macht eine Freilernphase

Freilernen ist jene Lernform, wo Kinder sich selber Herausforderungen suchen - so wie sie es als Kleinkinder taten. Sie unterscheidet sich klar von Homeschooling. Dort übernehmen die Eltern in einem gewissen Sinn die Rolle von Lehrkräften - was freilich ganz verschieden aussehen kann. Vielleicht bekommen deine Kinder ja von der Schule Aufträge und die Gelegenheit ergibt sich nur in beschränktem Masse. So oder so wird es so sein, dass deine Kinder plötzlich jede Menge Zeit haben und du dich herausgefordert siehst, sie zu unterhalten bzw. mit ihnen etwas zu unternehmen. Dann möchte ich dich ermutigen, die Sache etwas anders anzugehen. 

Löse dich vom Gedanken, deinen Kindern etwas zu bieten, sie zu unterhalten und dergleichen.  Das dürfte gar nicht so einfach sein, denn die Kinder sind sich gewohnt, dass sie durch Schule und Freizeitangebote dauernd von aussen angeregt werden. Sie kommen fast nicht mehr dazu zu erfahren, was in ihnen selber steckt. Es ist also zu erwarten, dass sie über Langeweile klagen. Sprich mit ihnen darüber, dass du möchtest, dass sie sich jetzt selber beschäftigen... Verzichte auch darauf, eine Liste von Möglichkeiten zu erstellen. Überlasse es deinen Kindern. Halte es aus, dass viel Frustration auftreten wird. Es lohnt sich, denn die Chance ist gross, dass sie bald einmal aktiv werden.

«Wenn sie die ganze Zeit am Handy und am PC sind, dann gehts.»

Wie kannst du verhindern, dass Handy und PC in die Bresche springen und die kindlichen Gehirne unterhalten? Meine Gesprächspartnerin im Podcast spielt mit dem Gedanken, die Kinder einfach einmal open-end gamen zu lassen - einfach um zu sehen, ob da irgendwann eine Sättigung eintritt. Die Idee ist spannend. Wenn du das machst, sind wir gespannt auf deine Erfahrungen. Ich stelle den Refresher-Brief ja auch aufs Forum. Vielleicht ist es bei euch auch kein Problem, aber ich gehe davon aus, dass die Versuchung grösser ist als sonst, und es deshalb Sinn macht, klare Regeln zu haben. Nicht um die Kinder zu begrenzen, sondern um sie zu befreien. Hier braucht es offene Gespräche.Ihr könntet noch andere fixe Abmachungen treffen: Jeden Tag nach draussen gehen. Jeden Tag ein bisschen Sport und Bewegung. Kinder können auch die Frage diskutieren: Was wollten wir, was wollte ich schon lange einmal machen?

Dürfen sie? Oder lauert da die Angst, dass die Kinder doch unbedingt etwas lernen sollten, damit sie nicht in Rückstand geraten? Achte gut auf dich selber. Wenn das so ist, dann nimm diese Angst ernst und ziehe gewisse Zeiten am Tag durch, wo sie am Schulstoff arbeiten. Schlimm wäre, wenn du die Angst verdrängst und sie in Form von Druck, Unzufriedenheit und Stress den ganzen Tag aus den Ritzen deines Herzens kommt und die Freiheit vertreibt.

Und dann?

Entscheidend dabei wird sein, dass deine Kinder und ihr als Eltern euch bewusst seid, dass es unter Umständen zuerst Tage der Leere geben wird. Überlegt euch, wie ihr damit umgehen wollt, wenn der Frust zu Aggression führt. Vorsorgen ist besser als Heilen!

Wenn die Kinder dann aktiv sind, kann es sein, dass das Aufräumen zur Herausforderung wird. Mein Tipp: Beharre darauf, dass jeden Tag aufgeräumt wird - wie in den Werkstätten der Handwerker. Unordnung erstickt die Kreativität.  

Ich wünsche euch eine inspirierende Zeit mit euren "arbeitslosen" Kindern und dass ihr euch als Familie ganz neu entdeckt.

 

Talk über das Monatsthema


Auch dieses Mal haben wir über das Thema des Monats einen Podcast aufgenommen. Hier findest du den Podcast mit Heinz Etter und Claudia Feierabend.

 

Hotline mit Heinz Etter

Die Live-Beratung über Skype hat zuwenig Interesse ausgelöst. Wir bieten dieses Angebot nur noch nach Absprache an. Bitte melde dich per Mail, fass du das wünschst. Heinz Etter wird stattdessen jeweils am letzten Montag im Monat - 30. März 2020 - von 20:00 bis 21:00 Uhr die Hotline bestreiten. Wie die Hotline funktioniert findest du hier.  

 

 

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Info 11-01 "Ermutigung"

Ein schönes Wort. Wer möchte nicht gern ermutigt werden? Kann man davon zu viel bekommen?

Kennst du diese Situation? "Ich mag nicht mehr." - "Nur noch bis zu jener Kurve, dann machen wir eine Pause. Komm, das schaffst du." - "Wieso machen wir denn immer Wanderungen?" - "Das ist doch schön, schau mal...."

Manchmal brauchen Kinder alle paar Minuten elterlichen Trost, weil die Schlange am Skilift so lang ist oder weil das Essen schnell kalt wird oder nicht schmeckt oder weil die Füsse kalt sind usw. Das Besondere daran ist, dass die Kinder den Trost in vorwurfsvollem Ton einfordern. Die Eltern sind ja in der Regel schuld, dass die Kinder in diese schlimme Situation geraten sind. Sie wollten ja, dass die Kinder dies oder jenes tun, also sind sie schuld an all dem Leiden, das damit verbunden ist. Kennst du das? Wenn ja, dann möchte ich dich ermutigen, dir das Ermutigen ein bisschen abzugewöhnen. "Rufe mich, wenn du dich positiv auf die Aufgaben eingestellt hast, dann helfe ich dir gerne." "Kannst du dich motivieren, bis ganz oben? Sonst warte doch einfach hier, bis wir wieder runterkommen mit den Schlitten." "Du musst doch nicht in die Skischule. Du darfst auch eine Schneeburg bauen." Kinder wollen dann plötzlich selber. Wenn sie lange genug beobachten, wie andere Spass haben, werden sie irgendwann selber die Kraft finden. Deine Ermutigung: "Schau, das ist doch toll, mit den andern das Skifahren zu lernen. Das schaffst du!!" bewirkt höchstens, dass das Kind dir Vorwürfe macht, wenn es öfter hinfällt als andere.

Im Moment läuft auf dem Forum ein Thema, auf das ich gespannt bin: Langeweile. Viele Eltern übernehmen die Verantwortung für die Langeweile ihrer Kinder und decken sie mit Vorschlägen ein, die diese dann vorwurfsvoll verwerfen. Hier läuft eine ganz unselige spiegelbildliche Kooperation. Je mehr die Eltern ihre Kinder "ermutigen", desto mehr geraten diese in emotionale Rücklage. Traurig ist es, dass wir solche Kinder dann als negativ erleben und dazu neigen, ihnen ihr Gejammer vorzuwerfen. Dabei haben sie sich einfach daran gewöhnt, angeschoben zu werden. Wer geschoben wird, muss sich zurücklehnen, um nicht hinzufallen.

Traue es also deinem Kind zu, seine Probleme selber zu lösen. Rede sie ihm nicht ein. Die Bibel fordert uns auf, mit den Weinenden zu weinen, nicht ihnen zu sagen, dass es gar nicht so traurig sei.

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