Infobriefe

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Refresher 19-01 «Ueben oder spielen - oder beides?»

Viele Kinder äussern irgendwann den Wunsch, ein Musikinstrument zu erlernen. Eltern melden sie dann für den Unterricht an und übernehmen die Verantwortung, dass das Kind täglich 10, 20, 30… Minuten übt. Oft sehen wir, dass den Kindern nach kurzer Zeit die Freude abhanden kommt. Es entsteht ein täglicher Kampf um die Übungsminuten, oft mit unschönen Argumenten: «Ich bezahle so viel Geld für den Unterricht, da erwarte ich aber, dass du auch täglich 20 Minuten übst!» So rufen wir unverzüglich den Gegenwillen auf den Plan. Das heisst, der äussere Druck wird in diesem Moment grösser als der innere Wunsch, zu üben, und wir finden uns in einem mühsamen Machtkampf wieder, wo es eigentlich nur Verlierer gibt.

Wie viel schöner wäre es aber doch, wenn ein Kind mit Freude bei der Sache sein könnte und auch einmal freiwillig auf seinem Instrument spielte - gerne auch länger als die empfohlenen 20 Minuten. Wie erreichen wir das?

Kein Druck, kein «Üben», sondern «Spielen» - dann, wenn das Kind Lust verspürt und mit Freude daran geht, wenn es sich im Spiel vertiefen und verlieren kann. Kein Üben, um die Mutter oder die Lehrerin zufriedenzustellen, sondern aus Freude an der Sache oder aber (später) auch einfach, weil es ein lohnendes Ziel vor Augen hat. Wie klingt das für dich?
Wer diesen Weg wählt, dem kann es passieren, dass das Kind erstmal gar nichts mehr macht. Aber selbst dann wird es in der Musikstunde vorwärts kommen. Und irgendwann kommt der Moment, wo fröhliche Flöten- oder Geigentöne erklingen. Einfach so…

Lehrpersonen, zu denen das Kind eine Beziehung aufbauen kann und die als Coaches den Kindern zur Seite stehen und sie motivieren, die aber keinen Druck ausüben, sind eine grosse Hilfe. Das Musizieren soll nicht ihr Bedürfnis sein, sondern das Bedürfnis des Kindes.

 

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 28. Januar 2019

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Info 16-04 "Es ist mein Zimmer!!"

«Hast du dein Zimmer aufgeräumt?» - «Nein, ich räume es auf, wenn es mir passt. Es ist mein Zimmer!» - «Solange du erst zwölf bist, bestimmen wir solche Dinge! Bevor dein Zimmer aufgeräumt ist, gibt es für dich kein Internet mehr!»

Solche Dialoge können sich auch in Familien abspielen, wo die Kinder grundsätzlich im Join-up sind. Namentlich, wenn es ums Thema «Aufräumen» geht. Es ist eines jener Themen, die oft mit Gegenwillen aufgeladen sind. Viele Eltern resignieren in diesem Punkt - um der Beziehung willen - oder sie führen einen endlosen Machtkampf in der Sache und strapazieren ihre Beziehung. Wie hört sich das Folgende für dich an, wenn du mit Simons Ohren hörst?

Wichtig: Wir warten auf eine Friedenszeit.

«Simon, was würde dir helfen, dein Zimmer in Ordnung zu halten? Ich möchte, dass dieser ewige Kampf ein Ende findet.» - «Lasst mich doch einfach machen. Es ist mein Zimmer.» - «Nein, Simon, es ist ein Zimmer, das wir dir gerne überlassen, weil du unser Sohn bist und wir für dich sorgen. Dazu gehört, dass wir nicht wollen, dass du in einem Chaos lebst, einzig deshalb, weil wir in dieser Sache dauernd im Streit liegen und die Unordnung dir regelmässig über den Kopf wächst. Wo siehst du das Problem, wenn dein Zimmer aufgeräumt ist?» - «Gar keins - das Aufräumen ist das Problem!» - «Okay, dann werden wir einen Weg finden.» 

Hier eine mögliche Entwicklung: 

«Ich helfe dir beim Aufräumen, und dann legst du jede Woche zwei Termine fest, wo dein Zimmer wieder im Zustand ist, den wir zusammen herstellen. Was meinst du dazu?» - «Hm, reicht nicht einfach einmal?» - «Wenn ich daran denke, wie schnell ein Chaos entsteht, scheint mir zweimal pro Woche das Mindeste. Seit ich selber täglich meinen Tisch aufräume, schaffe ich es, Ordnung zu halten.» - «Täglich?» - «Klug wäre es, aber mindestens zwei Termine pro Woche solltest du setzen. Weisst du was? Zu deiner Unterstützung werde ich dasselbe mit meinem Atelier machen! Und wenn wir es einen Monat lang durchziehen, gehen wir zusammen Pizza essen. Ich lade dich ein.» - «Hm, so könnte es direkt noch Spass machen.»

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 25. April 2016

  1.    Teil: Das ist mein Zimmer!

 

  • Ordnung u. a. in den Kindernzimmern ist wichtig

 

  • Kommunikation zwischen Eltern und Kindern wichtig. Auch wenn ein älteres Kind im Join-up ist und mit den Eltern ein gutes Verhältnis hat, kann es hin und wieder zu Machtkämpfen kommen. Ein Machtkampfthema ist oft die Unordnung im Kinderzimmer.
  • Wie geht man als Eltern am besten mit Unordnung im Kinderzimmer um?
    • 1. Man spricht das Thema in einer Friedenszeit an. Nicht wenn man ins Zimmer reinkommt und die Spannung sofort spürbar ist. Das Kind empfindet es dann eher als Nörgelei.
    • 2. Wenn das Kind damit argumentiert, dass es ‘sein’ Zimmer ist, können wir das Kind darauf hinweisen, dass es zwar sein Zimmer ist, aber das Zimmer in unserem Haus ist und darum auch in unserer Verantwortung.
    • 3. Besser die ‘Vision der Ordnung’ in den Raum stellen, als das Thema ‘Aufräumen’.
    • 4. Man kann auch eine Vereinbarung treffen: Wenn du das Zimmer aufräumst, werde ich in dieser Zeit die Garage aufräumen, und nachher gibt es Pizza. Oder: Du räumst jeden Tag das Zimmer auf und ich dagegen jeden Tag eine Schublade. Auch diese Vereinbarung kann nach gewisser Zeit nach gutem Gelingen mit einer Pizza gefeiert werden.

 

  1.    Teil: Kinder, die nicht beim Tischabräumen helfen:
    • Es ist schade, wenn wir die Kinder mit Druck zum Abräumen zwingen müssen.
    • Wie können wir als Eltern mit diesem Thema umgehen?
      • 1. Wir warten auf eine Friedenszeit. Wir pfeifen unsere Kinder nicht zurück zum Abräumen, sondern räumen vorerst selber ab.
      • 2. Im Gespräch mit dem ältesten Kind könnten wir es darauf aufmerksam machen, dass wir abgeräumt haben und dass wir es nicht so toll finden, die Kinder ständig auf ihre Aufgabe hinzuweisen. Wir stellen dem Kind die Frage, wie wir das ändern könnten? Wir übergeben z. B. die Verantwortung dem Ältesten und sagen ihm, er soll doch mit seinen kleineren Geschwistern eine Lösung finden, wie sie in Zukunft das Thema Tischabräumen behandeln möchten. Dass ein Elternteil hilft, ist gut, aber der Elternteil, der gekocht hat, sollte nicht auch noch aufräumen müssen. Als gutes Vorbild vorangehen. Wenn das ältere Kind eine Lösung mit seinen Geschwistern gefunden hat, kann man darüber sprechen, wie die Lösung aussieht. Auch kann bereits besprochen werden, wie man damit umgeht, wenn ein Kind sich seiner Aufgabe entzieht, z. B. dass es dann alles alleine machen muss.

 

  • Im Gespräch mit den Kindern immer respektvoll sein. So respektvoll wie wir mit ihm umgehen, so wird das Kind auch uns begegnen.

 

 

  1.    Teil: Diverse Fragen
    • Wenn ein Kind seine Eltern schlägt, sollte man nicht zurückschlagen. Wir müssen dem Kind zeigen, dass wir stark und vertrauenswürdig sind. Das braucht ein Kind, um sich geborgen und sicher zu fühlen. Wenn ein Kind schlagen will, sollte man die Hände des Kindes halten. Es darf und soll spüren, dass wir körperlich überlegen sind.
    • Wir sollten uns auch nicht aus Spass vom Kind dominieren lassen, z. B. bei einem Wettrennen. Wenn ein Kind sich stärker fühlt als seine Eltern, dann fühlt es sich ungeschützt. Wer beschützt es dann? Niemand fühlt sich beschützt, wenn es die Eltern prügeln kann. Ein Kind kann nur dann optimal reifen, wenn es sich sicher und geborgen fühlt.
    • Ein Kind dazu anzuregen, selber Lösungen zu finden, ist ab diesen Zeitpunkten möglich:
      • 1. Wenn das Kind reif genug ist
      • 2. Idealerweise mit 7 Jahren
      • 3. Wenn ein Kind sich seine Zukunft vorstellen kann. (Ein 3-Jähriger weiss nicht, was es bedeutet, jeden Tag den Tisch abzuräumen.)

 

  • Ultimaten und Drohungen gehören nicht in den den Kontext der Liebe.
  • Man sollte darauf achten, dass man den eigenen Willen nicht gegen das Rechtsempfinden des Kindes durchsetzt.
  • Konsequenzen, die vorher abgemacht wurden, sind am besten. 

 

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Info 12-11 "Grenzen setzen - aber wie? Teil 3"

Eine Grenze gesetzt zu bekommen, ist für uns alle immer wieder frustrierend. Unsere Pläne werden durchkreuzt. Auch Kinder haben ihre Pläne und Absichten. Sie zu durchkreuzen sollte für uns nicht Routine sein. Je tiefer die Bindung des Kindes an uns ist, desto eher lassen Kinder das zwar zu, aber wir alle sollten die Zahl solcher Aussensteuerungen auf ein Minimum beschränken. Wenn wir das im Gefühl tun, vom Kind ein Opfer zu verlangen, und dieser Gedanke unseren Tonfall prägt, wird das deinem Kind nicht entgehen. "Tut mir wirklich leid für dich, aber jetzt müssen wir gehen." Es hat die Chance, seinen Gehorsam als "Verzichtsleistung" zu begreifen anstatt als Niederlage. 

Erkenne umgekehrt, wenn du dich gedrängt fühlst, dich durchzusetzen, dich auf einen Machtkampf einzulassen, weil du Angst hast, die Kontrolle zu verlieren. 

Rituale sind so hilfreich. Ein Kind, das weiss, dass es Nachtessen gibt, wenn der sechs Uhr Bus um die Ecke fährt, braucht nicht herbeigepfiffen zu werden. Es kommt, weil es seine eigenen Pläne dieser Struktur anpassen konnte. Besprich doch den Tagesablauf immer wieder mit deinen Kindern. Je mehr sich Kinder mit den Strukturen identifizieren, desto leichter fällt es ihnen, sich darauf einzustellen. Nimm möglichst jene Dinge weg, die von aussen eure Abläufe beherrschen wollen. Ein DVD-Player z. B. zeigt seine Geschichten, wann ihr es wollt. Beim Fernseher ist es umgekehrt.

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Info 12-10 "Grenzen setzen - aber wie? Teil 2"

Ich möchte in der nächsten Zeit ein paar Inputs zu diesem Thema gestalten. Wir alle kommen immer wieder in die Lage, unserem Kind nein zu sagen. Wie ein Kind darauf reagiert, hängt sehr stark damit zusammen, wie dieses Nein daherkommt. Viele Eltern haben ein Problem damit, klar zu führen. Sie fühlen sich gedrängt, ihr Kind mit Argumenten zu überzeugen. Lies dazu vielleicht nochmals den Input 12-04. Andere sehen den Widerstand ihres Kindes voraus, sie laden ihr Nein emotional auf, und es kommt dann "streng" daher. Es enthält gleichzeitig die Drohung: "Wehe, du akzeptierst das nicht." Kaum kommt Widerstand des Kindes, wird der Ton aggressiver. Der Machtkampf ist lanciert. Ob du als Elternteil klein beigibst oder dich druckvoll durchsetzest, ändert nichts daran: Eine solche Situation ist nicht geeignet, ein Kind im Join-up zu halten oder gar, es dahin zu führen. Lies dir das folgende in einem liebevollen Ton vor: "Oh, ich sehe, du würdest lieber noch etwas spielen hier. Traurig, dass wir gehen müssen, aber es ist so." Wichtig ist, dass du dich aus der Vorstellung lösen kannst, dass dein Kind dir eine klare Führung übel nimmt. Im Gegenteil! Ein Kind liebt es, wenn es weiss, was von ihm erwartet wird. Entscheidend ist, dass sein Gehorsam von dir als Opfer anerkannt und gewürdigt wird. 

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