Infobriefe

Stöbern Sie hier im Archiv unserer Infobriefe. Wenn Sie etwas zu einem bestimmten Thema suchen, dann sind die Briefe einerseits in Kategorien geordnet, andererseits können Sie auch unter "Tags" nach Themeninhalten suchen. Viel Spass!

Refresher 20-04 «Der Wald als Lernort»

Ich habe vor kurzem ein äusserst spannendes Lehrvideo über den Wald gesehen, das im Schweizer Schulfernsehen zur Verfügung gestellt wurde. Wenn du noch nicht fasziniert bist vom Wald, musst du dir dieses Video unsere Wälder, die Sprache der Bäume ansehen - sonst natürlich sowieso. Es hat mich bestärkt darin, das Thema im heutigen Refresher aufzugreifen. Den Anstoss allerdings gab mir eine Teilnehmerin des Trainerkurses, die mit ihren Kindern regelmässig in den Wald geht. Ihr könnt gespannt sein auf ihre Erfahrungen. 

Mich fasziniert es schon seit längerem, wie sich insbesondere hyperaktive und sehr sensible Kinder im Wald viel wohler fühlen als in einer gestalteten Umgebung. Die Natur wirkt auf diese Kinder beruhigend. Das Video berichtet von einer Studie, die nachweist, dass das nicht nur für diese Kinder zutrifft, sondern für alle Menschen. Man hat festgestellt, dass die Konzentration der Glückshormone schon nach 10 Minuten im Wald zunimmt, während die Stresshormone wie z.B. Cortisol gleichzeitig abnehmen. Die Wirkung hält über Stunden an. 

Ist dir auch schon aufgefallen, wie Kinder im Wald friedlich oder mindestens friedlicher sind? Ich rate Müttern und Vätern oft, immer wieder den selben Platz aufzusuchen. Das muss ja nicht etwa eine öffentliche Feuerstelle sein. Lieber vielleicht ein Ort mit einem kleinen Wasserlauf, einer Lichtung oder sonst etwas, das ihn auszeichnet. Diesen Ort zu benennen und ihn regelmässig aufzusuchen und zu beobachten, wie sich die Vegetation verändert, kann sich zu einem segensreichen Ritual entwickeln. Den Erwachsenen empfehle ich dann, sich irgendwo hinzusetzen und etwas zur Hand zu nehmen, was sie hindert auf die Kinder zu schauen und Einfluss auf ihr Tun zu nehmen. Ein gutes Buch vielleicht. Kinder finden in aller Regel schnell den Weg in ein emergentes Spiel, in ein Spiel, das ohne Anregung der Erwachsenen zustande kommt. Freilich nur dann, wenn sich in ihren Taschen nicht noch zufällig ein Handy befindet...

In Zeiten von Corona kann es aber im Wald ganz anders zu und her gehen. Schule im Wald. Waldkindergärten gibt es ja schon lange. Hier kannst du unser Gespräch anhören.

 

Talk über das Monatsthema


Auch dieses Mal haben wir über das Thema des Monats einen Podcast aufgenommen. Hier findest du den Podcast mit Heinz Etter und Donna Tonne.

 

Hotline mit Heinz Etter

Heinz Etter bestreitet jeweils am letzten Montag im Monat - das nächste Mal am 27. April 2020 - von 20:00 bis 21:00 Uhr die Hotline. Wie die Hotline funktioniert findest du hier.  

 

 

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Refresher 18-08 «Spielen»

Wenn wir kleinen Kindern zuschauen, wie sie in ein Spiel vertieft sind, fühlt sich das in der Regel gut und richtig an. Wir sind uns wohl alle einig, dass Spielen für Kinder etwas Wichtiges ist. Doch wie ist es mit grösseren Kindern, Teenagern, Jugendlichen…? Vor einigen Jahren verbrachten wir einige Ferientage in einem schwedischen Nationalpark. Unsere Kinder (damals 14, 12 und 9) spielten stundenlang im Wald und wir Eltern staunten echt darüber, wie sie sich noch so ins Spiel vertiefen konnten. Noch heute erinnern wir uns gerne an diese ausserordentlich friedlichen Ferien.
Vor einiger Zeit begann ich mich vertiefter mit dem Thema Spielen auseinanderzusetzen und jene Tage im Nationalpark Tiveden wurden zu einem Schlüssel für mich.
Was machte es aus, dass die Kinder dort so ins Spiel finden konnten? Sie hatten viel (bildschirmfreie!) Zeit, einen sicheren Rahmen, Freiheit, Vergnügen und Sicherheit. Ihr Spiel war Spiel, keine Realität. Es kam aus ihnen heraus und es hatte nichts mit Arbeit zu tun. Das sind die Punkte, die eben echtes Spiel ausmachen.
In diesem Jahr fragte ich mich im Voraus, ob wir auch wieder solche Momente erleben würden. Und tatsächlich, es gab sie! Weitsprung im Sand, Steinhäuschen bauen beim Wandern, ein völlig chaotisches und lustiges Wasserballspiel usw. Was es dazu brauchte? Zeit, Natur und manchmal mitspielende Eltern.
Wir spürten, wie Spannungen abgebaut wurden. Auf diese Weise konnten Erlebnisse verarbeitet und Aggressionen herausgelassen werden. Emotionen kamen ins Fliessen, Kreativität entstand.
Spielen, echtes Spielen tut gut - auch uns Erwachsenen. Und ich wünsche unseren Kindern, Teenagern, Jugendlichen und auch uns Erwachsenen immer wieder Momente, in denen wir abtauchen und ins Spiel finden können.

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 27. August 2018

 

 

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