Infobriefe

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Info 15-07 "Was treibt mich an?"

Hast du Lust, über eine spannende Frage nachzudenken? In den Ferien können wir es uns ja leisten, uns eingehend mit uns selber zu beschäftigen. Die Kinder funktionieren da ja oft ohne unser Dazutun…

Fast jede Handlung, ja fast jeden Gedanken können wir zwei grundlegenden Motiven zuordnen. Entweder, ich tue oder plane etwas aus Liebe - oder aus irgendeiner Form der Angst. Dazu gehört ganz besonders die Sorge. Nicht etwa die Für-sorge. Jene entspringt in der Regel der Liebe. Nein, viele Handlungen entspringen dem Wunsch, Unannehmlichkeiten oder gar Schmerzen abzuwehren. Ein Beispiel: Ich sage meinem Kind: «Nein, jetzt gibt es kein Eis.» Dieser eine Satz könnte beiden Quellen entspringen. Entweder sorge ich mich um das Wohl meines Kindes, oder aber ich habe Angst, dass mein Kind immer mehr Eis will oder dass die Umstehenden denken, ich könne nicht nein sagen. Oder ich denke, dass ich ja dann auch eins nehmen würde, und das wäre schlecht für meine Linie.

Du könntest auch antworten: «Ja, hier hast du Geld.» Und auch diese Antwort könnte beiden Quellen entspringen. Vielleicht möchtest du deinem Kind einfach einen Wunsch erfüllen, weil du es liebst. Vielleicht aber scheust du den Konflikt mit ihm. Vielleicht... Meine These: Alle deine Weisungen und Bemerkungen, die aus der Liebe kommen, seien es Jas oder Neins, lösen Segen aus. Alle, die sich aus irgendeiner Form von Angst, Furcht oder Sorgen nähren, eher nicht. Bitte mache dir doch Gedanken, ob es Handlungen bzw. Pläne gibt, die sich aus beiden Quellen gleichzeitig speisen. Dann wollen wir am Montag zur gewohnten Zeit darüber ins Gespräch kommen. 

 

Livesendung vom 27. Juli 2015

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Info 14-05 "Die geheime Macht der Sorgen - Teil 2"

Die grösste Sorge der Kinder - nein, aller Menschen - ist jene um die Bindungen. Die Frage nämlich: "Gehöre ich dazu? Liebt man mich? Schiebt man mich zur Seite?"

Diese grosse Sorge der Menschen kann man dazu nützen, sie zu steuern: “Wenn du das und das tust bzw. nicht tust, gehörst du dazu, liebt und bewundert man dich usw., andernfalls...” Schon immer lassen und liessen Kinder sich auf diese Weise führen. Wichtig ist und war, dass sie ständig ein bisschen im Zweifel sind, ob sie denn nun wirklich angenommen sind, ob sie wirklich okay sind. Diese Art der Führung gibt es auch in der Wirtschaft. Es ist hilfreich, Menschen dauernd ein bisschen in Sorge um ihren Job zu halten, um Schlendrian vorzubeugen. Man kann auch im Ehepartner den Zweifel säen, ob da nicht eine andere Beziehung sei, um ein wohltuendes Werbeverhalten auszulösen.

Das Risiko dieser Art der Führung ist indes beträchtlich.

Zum einen kippt das “Sich-Mühe-Geben” plötzlich ins Gegenteil. Dem Kind ist es scheinbar egal, wenn sich die Beziehung zu den Eltern verschlechtert oder wenn der Lehrer unzufrieden ist. Der Arbeiter kündigt die Stelle, weil der Druck ihm zu gross wurde.

Zum anderen, und das ist die grosse Unbekannte: Kinder können ihr Potenzial nur entfalten, wenn sie ganz sicher gebunden sind. Wenn sie sich geborgen fühlen und unangefochten in ihrer Stellung. Menschen sind nur dann wirklich kreativ, wenn sie darauf vertrauen, dass sie es sich leisten können zu scheitern. Je unsicherer sie sind, desto mehr gilt ihre Aufmerksamkeit dem Überwinden eben dieser Unsicherheit. Das Vermeiden von Fehlern wird wichtiger als das Erforschen neuer Lernfelder.


Einem Kind das Bewusstsein der bedingungslosen Annahme zu vermitteln, setzt jene wichtige Energie frei, die es braucht zum Reifen und zum Entwickeln eigener Ideen und Pläne.

Talk über das Monatsthema

Livesendung vom 26. Mai 2014

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Info 14-03 "Die geheime Macht der Sorgen - Teil 1"

Eine der edelsten Eigenschaften von uns Menschen ist die Fürsorglichkeit. Es ist der Impuls, für einen anderen Menschen da zu sein. Für jemanden zu sorgen, ist wohl das Erfüllendste, das es gibt. Es bedeutet nämlich, dass ich meinem Nächsten seine Sorgen abnehme. Wenn ich sie auf meine eigenen Schultern lade, haben sie einen völlig anderen Charakter als meine eigenen Sorgen. Ist das nicht etwas Sonderbares und auch Wunderbares?


“Wie soll ich nur…”, sagt jemand, ganz verzweifelt. “Ich kümmere mich darum, ich sorge dafür, dass… “ sagt jemand zu ihm, vielleicht mit einer liebevollen Berührung. Ein solcher Dialog nimmt dem einen die Sorgen ab. Sich um die Probleme eines andern zu kümmern, löst nicht etwa Kummer aus, sondern setzt Energie frei und fühlt sich gut an - es sei denn, ich habe den Mund zu voll genommen und bin plötzlich selber in sorgenvollen Gedanken gefangen. Dann ist es gut, wenn ich weiss, wohin ich mich wenden kann.
Sorgen lähmen, sie beflügeln nicht. Kinder in Sorge zu versetzen ist deshalb das Letzte, was liebende Eltern tun würden, wenn da nicht eine Lebenssituation wäre, die die Eltern ihrerseits mit lähmenden Sorgen erfüllt.
Mama ist besorgt, weil ihr Kind nicht in den Kindergarten will. Das Kind ist voller Sorge darüber, weil es im Kindergarten wieder…
Wenn die Mutter ihrer Fürsorglichkeit folgt, wird sie sich ganz anders fühlen, als wenn ihre eigenen Sorgen sie leiten. Ihre Fürsorglichkeit wird dann vielleicht so aussehen: “Komm, ich begleite dich. Ich wünsche dir, dass du den Mut hast, trotz aller Schwierigkeiten hinzugehen.” Oder auch: “Gehe du heute einmal zu Oma. Ich spreche dann mit Frau Ammann, was man da machen könnte.”
Wenn sie hingegen von ihren eigenen Sorgen beherrscht wird, werden ihre ersten Gedanken vielleicht diese sein: Wie stehe ich da, wenn…? Alle anderen Kinder gehen ja… Was habe ich falsch gemacht?
Welche Schiene wird sie wählen? Das hat viel mit Vertrauen zu tun. Denkst du auch, dass die Begriffe “Sorgen” und “Vertrauen” für zwei gegensätzliche Lebenskonzepte stehen?  
Übrigens: Ob es um den Kindergarten oder um die Lehr- oder Arbeitsstelle geht, macht letztlich keinen grossen Unterschied.

Talk über das Monatsthema

Livesendung vom 31. März 2014

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