Infobriefe

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Info 16-04 "Es ist mein Zimmer!!"

«Hast du dein Zimmer aufgeräumt?» - «Nein, ich räume es auf, wenn es mir passt. Es ist mein Zimmer!» - «Solange du erst zwölf bist, bestimmen wir solche Dinge! Bevor dein Zimmer aufgeräumt ist, gibt es für dich kein Internet mehr!»

Solche Dialoge können sich auch in Familien abspielen, wo die Kinder grundsätzlich im Join-up sind. Namentlich, wenn es ums Thema «Aufräumen» geht. Es ist eines jener Themen, die oft mit Gegenwillen aufgeladen sind. Viele Eltern resignieren in diesem Punkt - um der Beziehung willen - oder sie führen einen endlosen Machtkampf in der Sache und strapazieren ihre Beziehung. Wie hört sich das Folgende für dich an, wenn du mit Simons Ohren hörst?

Wichtig: Wir warten auf eine Friedenszeit.

«Simon, was würde dir helfen, dein Zimmer in Ordnung zu halten? Ich möchte, dass dieser ewige Kampf ein Ende findet.» - «Lasst mich doch einfach machen. Es ist mein Zimmer.» - «Nein, Simon, es ist ein Zimmer, das wir dir gerne überlassen, weil du unser Sohn bist und wir für dich sorgen. Dazu gehört, dass wir nicht wollen, dass du in einem Chaos lebst, einzig deshalb, weil wir in dieser Sache dauernd im Streit liegen und die Unordnung dir regelmässig über den Kopf wächst. Wo siehst du das Problem, wenn dein Zimmer aufgeräumt ist?» - «Gar keins - das Aufräumen ist das Problem!» - «Okay, dann werden wir einen Weg finden.» 

Hier eine mögliche Entwicklung: 

«Ich helfe dir beim Aufräumen, und dann legst du jede Woche zwei Termine fest, wo dein Zimmer wieder im Zustand ist, den wir zusammen herstellen. Was meinst du dazu?» - «Hm, reicht nicht einfach einmal?» - «Wenn ich daran denke, wie schnell ein Chaos entsteht, scheint mir zweimal pro Woche das Mindeste. Seit ich selber täglich meinen Tisch aufräume, schaffe ich es, Ordnung zu halten.» - «Täglich?» - «Klug wäre es, aber mindestens zwei Termine pro Woche solltest du setzen. Weisst du was? Zu deiner Unterstützung werde ich dasselbe mit meinem Atelier machen! Und wenn wir es einen Monat lang durchziehen, gehen wir zusammen Pizza essen. Ich lade dich ein.» - «Hm, so könnte es direkt noch Spass machen.»

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 25. April 2016

  1.    Teil: Das ist mein Zimmer!

 

  • Ordnung u. a. in den Kindernzimmern ist wichtig

 

  • Kommunikation zwischen Eltern und Kindern wichtig. Auch wenn ein älteres Kind im Join-up ist und mit den Eltern ein gutes Verhältnis hat, kann es hin und wieder zu Machtkämpfen kommen. Ein Machtkampfthema ist oft die Unordnung im Kinderzimmer.
  • Wie geht man als Eltern am besten mit Unordnung im Kinderzimmer um?
    • 1. Man spricht das Thema in einer Friedenszeit an. Nicht wenn man ins Zimmer reinkommt und die Spannung sofort spürbar ist. Das Kind empfindet es dann eher als Nörgelei.
    • 2. Wenn das Kind damit argumentiert, dass es ‘sein’ Zimmer ist, können wir das Kind darauf hinweisen, dass es zwar sein Zimmer ist, aber das Zimmer in unserem Haus ist und darum auch in unserer Verantwortung.
    • 3. Besser die ‘Vision der Ordnung’ in den Raum stellen, als das Thema ‘Aufräumen’.
    • 4. Man kann auch eine Vereinbarung treffen: Wenn du das Zimmer aufräumst, werde ich in dieser Zeit die Garage aufräumen, und nachher gibt es Pizza. Oder: Du räumst jeden Tag das Zimmer auf und ich dagegen jeden Tag eine Schublade. Auch diese Vereinbarung kann nach gewisser Zeit nach gutem Gelingen mit einer Pizza gefeiert werden.

 

  1.    Teil: Kinder, die nicht beim Tischabräumen helfen:
    • Es ist schade, wenn wir die Kinder mit Druck zum Abräumen zwingen müssen.
    • Wie können wir als Eltern mit diesem Thema umgehen?
      • 1. Wir warten auf eine Friedenszeit. Wir pfeifen unsere Kinder nicht zurück zum Abräumen, sondern räumen vorerst selber ab.
      • 2. Im Gespräch mit dem ältesten Kind könnten wir es darauf aufmerksam machen, dass wir abgeräumt haben und dass wir es nicht so toll finden, die Kinder ständig auf ihre Aufgabe hinzuweisen. Wir stellen dem Kind die Frage, wie wir das ändern könnten? Wir übergeben z. B. die Verantwortung dem Ältesten und sagen ihm, er soll doch mit seinen kleineren Geschwistern eine Lösung finden, wie sie in Zukunft das Thema Tischabräumen behandeln möchten. Dass ein Elternteil hilft, ist gut, aber der Elternteil, der gekocht hat, sollte nicht auch noch aufräumen müssen. Als gutes Vorbild vorangehen. Wenn das ältere Kind eine Lösung mit seinen Geschwistern gefunden hat, kann man darüber sprechen, wie die Lösung aussieht. Auch kann bereits besprochen werden, wie man damit umgeht, wenn ein Kind sich seiner Aufgabe entzieht, z. B. dass es dann alles alleine machen muss.

 

  • Im Gespräch mit den Kindern immer respektvoll sein. So respektvoll wie wir mit ihm umgehen, so wird das Kind auch uns begegnen.

 

 

  1.    Teil: Diverse Fragen
    • Wenn ein Kind seine Eltern schlägt, sollte man nicht zurückschlagen. Wir müssen dem Kind zeigen, dass wir stark und vertrauenswürdig sind. Das braucht ein Kind, um sich geborgen und sicher zu fühlen. Wenn ein Kind schlagen will, sollte man die Hände des Kindes halten. Es darf und soll spüren, dass wir körperlich überlegen sind.
    • Wir sollten uns auch nicht aus Spass vom Kind dominieren lassen, z. B. bei einem Wettrennen. Wenn ein Kind sich stärker fühlt als seine Eltern, dann fühlt es sich ungeschützt. Wer beschützt es dann? Niemand fühlt sich beschützt, wenn es die Eltern prügeln kann. Ein Kind kann nur dann optimal reifen, wenn es sich sicher und geborgen fühlt.
    • Ein Kind dazu anzuregen, selber Lösungen zu finden, ist ab diesen Zeitpunkten möglich:
      • 1. Wenn das Kind reif genug ist
      • 2. Idealerweise mit 7 Jahren
      • 3. Wenn ein Kind sich seine Zukunft vorstellen kann. (Ein 3-Jähriger weiss nicht, was es bedeutet, jeden Tag den Tisch abzuräumen.)

 

  • Ultimaten und Drohungen gehören nicht in den den Kontext der Liebe.
  • Man sollte darauf achten, dass man den eigenen Willen nicht gegen das Rechtsempfinden des Kindes durchsetzt.
  • Konsequenzen, die vorher abgemacht wurden, sind am besten. 

 

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Info 16-03 "Er würde nur noch gamen!"

«Wenn ich ihn machen liesse, würde er nichts mehr anderes tun. Und wenn er dann zum Essen doch einmal hervorkommt, dann spricht er nur über sein Game. Ich kann es nicht mehr hören.»
So erzählte mir eine verzweifelte Mutter. Wer wollte ihre Besorgnis nicht verstehen! So ein 13-Jähriger kann einem das Leben schwer machen. «Ihm ist alles egal, solange er nur sein Spiel hat.»

Computerspiele sind in der Tat so interessant, dass man in den meisten Fällen nicht um eine Regelung herumkommt. Viele Spiele sind ja so angelegt, dass sie weiterlaufen, auch wenn der Deckel des Laptops geschlossen ist. Solche Spiele sollte man eher vermeiden.

Eine Sucht hingegen, wie in unserem Beispiel, ergibt sich nicht zwingend aus dem uferlosen Spielen. Für viele Kinder ist das reale Leben frustrierend und sinnlos. Die virtuelle Alternative zeigt uns, wonach sich ein Junge wirklich sehnt: Nach einem aufregenden, aber doch berechenbaren Ort, wo die Regeln klar, aber überschaubar sind. Sie sehnen sich nach einer Welt, wo man nach einem Fehler zwar verliert, aber nicht gedemütigt wird, wo jeder mehr oder weniger Erfolg hat und wo es andere gibt, die die Leidenschaft teilen, und man deshalb ein gemeinsames Thema und eine gemeinsame Vision hat. Was soll ein solcher Jugendlicher denken, wenn Mama nicht zuhören mag, wenn er davon spricht, was ihn fasziniert und begeistert?  
Es kann sein, dass es ihn bestätigt in seiner Überzeugung, dass nur das virtuelle Leben lebenswert ist. Dass die Erwachsenen ihn nur kritisieren und verändern, nicht verstehen oder gar lieben wollen.

Und dies würde ich dir raten, wenn du in einer ähnlichen Situation bist wie diese Mutter: Hör dem Jungen zu und freue dich über jede gewonnene Schlacht in seinem Spiel. Spüre sein Kämpferherz – das wäre dann wieder ein Stück Wirklichkeit. Überlege dir, ob sein Vater oder ein anderer Mann mit ihm in seinem Zimmer zum Beispiel eine neue Tapete montieren könnte, damit das wirkliche Leben auch ein bisschen farbiger wird, oder ob er gerne ab und zu etwas Feines kochen würde. Wie auch immer: Es ist wahrscheinlich hilfreicher, ins Leben zu investieren, als Süchte zu bekämpfen.

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 28. März 2016

 

Zusammenfassung Livesendung

  1.    Teil: Computerspiele
    • Auch viele sonst unkonzentrierte und schnell abgelenkte Kinder können sich oft stundenlang beim Gamen konzentrieren - das heisst, das Kind kann sich eigentlich lange konzentrieren, auch wenn in der Schule gerade das Thema Konzentration schwierig ist.
    • Von Computerspielen können wir lernen, was ein Kind braucht: Jugendliche brauchen gute, bewältigbare Herausforderungen, die Erfolg versprechen und Gemeinschaft fördern.
    • Ein Grundbedürfnis von Jugendlichen ist das Kämpfen, Gefahren durchstehen.
    • Als Eltern kann man nicht einfach Computerspiele verbieten - lieber Computerspiele, als dass sie aus lauter Langweile sich groben Gefahren ausliefern.
    • Es bringt nichts Computerspiele zu verbieten. Aber es wäre wichtig, die Computerzeit einzugrenzen. (Je mehr wir das Spielen verbieten, desto attraktiver wird es.)
    • Aber der Durst nach Gefahr darf nicht vollständig von den Computerspielen gestillt werden. Wir als Eltern müssen wissen, wie wir den Durst der Jugendlichen im realen Leben stillen können. (Sobald ein Kind aber süchtig nach Computerspielen ist, ist das sehr schwierig. Der Verlust ist grösser und der Ausstieg aus der Sucht schwieriger - darum ist es wichtig zu reagieren, bevor eine tiefe Sucht vorhanden ist. Vor allem Jungs neigen zur Spielsucht. Vor allem die Spiele, die auch weiterlaufen, wenn das Kind aufgehört hat zu gamen, sind gefährlich. Dann hat das Kind das Gefühl, es verpasst etwas und sagt vielleicht später: “Oh wäre ich doch nicht zum Sport gegangen, dann wäre meine Festung noch unverwundet.”)
    • Wenn wir Grenzen setzten, u. a. bei Computerspielen, ist es wichtig, dass das Kind realisiert, dass die Eltern nicht gegen es sind, sondern auf seiner Seite.

 

  • Das Entscheidende ist zu wissen: Jugendliche haben das Bedürfnis zu kämpfen und tapfer zu sein, und sie versuchen, dieses Bedürfnis z. B. mit Computerspielen abzudecken.

 

  • Wenn das reale Leben zu ‘gezähmt’ ist und die Gefahr fehlt, dann ist dieses Bedürfnis nicht gestillt.
  • Jungschar, Blauring und Pfadi sind gute Orte, um dieses Bedürfnis abzudecken.
  • Ein anderer sehr empfehlenswerter Vorschlag ist, dass Väter mit anderen Vätern den Mut aufbringen und mit ihren Söhnen das Abenteuer suchen.
  • Je besser die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist, desto besser können die Söhne etwas von ihren Vätern annehmen und desto besser ist damit die Prophylaxe gegen
    z. B. Spielsucht
  • Wie machen wir das reale Leben wieder jungenkonformer? Durch die Computerspiele wird das wirkliche Leben verdrängt, das reale Leben wird immer unattraktiver, und die Spiele nehmen an Attraktivität zu.
  • Wir als Eltern dürfen die Computerspiele bejahen, aber mit einer genauen Anfangs - und Endzeit.
  • Ein Kind braucht Langweile, um kreativ zu sein, aber wenn Langeweile zum Computerspielen führt, ist das weniger gut.
  • Kinder kommen oft erst auf die Idee, was sie tun könnten, wenn man es ihnen vorgelebt hat. Z.B. seilen sie sich einmal mit dem Vater ab, und dann wollen sie das später auch alleine machen: Das heisst, der Raum muss zur Verfügung stehen und das Abenteuer vorgelebt werden.
  • Falls Eltern auch nicht ihre Abenteuer erleben konnten, kann man auch ungeniert jemand anders, der sich auskennt, involvieren und gemeinsam ein Abenteuer bestreiten.

 

  1.    Teil: Diverse Fragen
  • Bei Auseinandersetzungen das Kind aufs Zimmer schicken, ist keine gute Lösung. Für das Kind ist es eine Katastrophe, denn in diesem Moment braucht es am meisten Nähe in seiner Not. Es wäre besser, wenn der involvierte Elternteil sagt, dass er schnell rausgeht und gleich wieder kommt.
  • Je besser ein Ausraster bewältigt werden kann, ohne dass das Kind aufs Zimmer geschickt werden muss, desto besser, denn sonst wird daraus ein Teufelskreis.
  • Je mehr ein Kind verunsichert ist, ob es geliebt ist und die nötige Nähe erhält, desto eher reagiert das Kind mit Dominanz.
  • Dem Kind immer wieder Nähe geben, die es braucht, und die Sicherheit und Geborgenheit
  • Frustrationsquelle herausfinden

 

 

 

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Info 16-02 "Dankbarkeit, ein Gefühl, das zufrieden macht"

Wir wissen es alle: Wir haben es vergleichsweise gut und sollten demnach dankbar sein. Viele danken vor dem Essen, weil sie erkannt haben, wie wichtig es ist, sich das immer wieder bewusst zu machen. Nun, das Bewusstsein löst erst dann Dankbarkeit aus, wenn ich selber sie suche. Anerzogenes oder gar aufgezwungenes Danke-Sagen wirkt eher in der falschen Richtung, sonst wären wir wohl die dankbarste Generation. Wir danken nicht selten tausendmal auf einen Schlag oder mindestens vielmals…  
Wie aber kommen wir zum Gefühl der Dankbarkeit, das ja viel mit Freude zu tun hat? Wenn wir einem Kind etwas schenken, suchen wir ja dieses und kein aufgesetztes Danke. Schon gar nicht wollen wir dem Kind das hässliche Gefühl der Dankbarkeitspflicht aufbürden.
Alles, was selbstverständlich ist, löst bei uns keine Dankbarkeit aus. Alles, was uns zukommt, wo wir denken ein Recht zu haben, ebensowenig. Ein Kind, das das Recht hat, von dir mit dem Auto zur Schule gebracht zu werden, wird nicht dankbar sein. Eines, das denkt, es habe das Recht, dass du dir täglich den Kopf zerbrichst, was ihm Spass machen könnte, wird höchstens unglücklich sein, wenn es dir nicht gelingt. Es wird sich elend und als Opfer fühlen, wenn der Nachmittag langweilig ist, und dir Vorwürfe machen.
Ich denke, es ist wichtig, dass wir in unseren Familien eine klare Sicht dafür bekommen, wofür es ein Recht gibt und was uns fallweise zukommt, weil jemand uns aus freien Stücken etwas Gutes tun will. Das gilt für Kinder und Erwachsene. Wenn alles Pflicht ist, stirbt die Dankbarkeit und damit die Lebensfreude.
Eben merke ich, wie unser letzter Infobrief mit diesem zusammenhängt. Nein, es gibt kein Recht darauf, dass jemand uns liebt. Liebe, die Pflicht ist, ist keine. Lasst uns alle umso dankbarer sein für jene Liebe, die wir geschenkt bekommen.

Talk über das Monatsthema

 

Livesendung vom 29. Februar 2016

 

Zusammenfassung Livesendung

1. Teil: Dankbarkeit

    • Dankbarkeit ist ein gutes, schönes und positives Gefühl, wenn es echt ist
    • Verpflichtete Dankbarkeit ist unangenehm
    • Man kann ein Kind nicht dankbar stimmen - durch Appell erreicht man das Gegenteil
    • Google Beispiel: Arbeitnehmer viel Freiheit - nach 6 Jahren war Freiheit für viele Arbeitnehmer eine Selbstverständlichkeit - ausser für diejenigen, die dankbar waren
    • Verknappung hilft, sich aus dem Fluch der Selbstverständlichkeit zu befreien
    • Sich freiwillig etwas für eine gewisse Zeit zu entziehen hilft, es wieder zu schätzen
    • Überfürsorglichkeit führt nicht zu Dankbarkeit - den Mittelweg finden
    • Dankbarkeit kann man nicht einfordern, man kann sie aber vorleben!
    • Zentral ist Vorbild der Eltern. Dankbare Eltern sind das beste Tool
    • Ein Kind sollte permanent das Gefühl haben willkommen zu sein
    • Danke sagen ist eine gute und höfliche Gewohnheit. Aber mit einer guten Gewohnheit kann man keine Dankbarkeit erzeugen. Aber Kinder können negativ auffallen, wenn sie diese Anstandsregeln nicht gelernt bekommen haben
    • Man sollte dem Kind nichts schenken, damit es einem dankbar sein muss. Durch die Dankbarkeitspflicht kann es die Freude am Geschenk verlieren
    • Was ein Kind dankbar aufnimmt, bleibt auch länger hängen (z. B. Schule)


2. Teil: Diverse Fragen

    • Grösseres Kind braucht Legitimation der Eltern, dass es sich beim jüngeren Geschwister durchsetzen darf (ohne Gewalt)
    • Kind (3.5 Jahre) ruft nachts nach Mami und schreit umso mehr, wenn der Papi kommt. Kinder rufen primäre Bezugsperson. Könnte helfen, dass der Vater vor dem Einschlafen präsent ist.
    • Phänomen vom Übermut. Bedeutet Kontrollverlust vom Kind. Mit einem Kind in Übermut kann man nicht reden, belehren - man sollte Kind auf friedliche Art dominieren, z. B. die Hände halten - also körperlich eingreifen. Die Übermut ist keine böse Absicht vom Kind. Wichtig: früh eingreifen, z. B. Situation wechseln, in den Arm nehmen und Raum verlassen
    • Kind nicht wegstossen, wenn es sich schlecht benimmt - sondern es zu sich ziehen
    • Ältere Kinder, die nichts mit sich alleine anfangen können: Langeweile aushalten, mit ihnen in die Natur gehen und ihnen ohne Druck Freiraum geben. Natur hilft Emergenz (= das Auftreten qualitativ neuer Eigenschaften) zu entfalten. Müssen nichts leisten, um sich angenommen zu fühlen 
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Info 16-01 "Gibt es ein Recht geliebt zu werden?"

Wer kennt ihn nicht, diesen Schmerz: Da bin ich liebenswürdig und nett, und mein Gegenüber zeigt mir die kalte Schulter. Je unreifer Menschen sind, desto ungeschminkter kann eine solche Zurückweisung dann daherkommen.
Viele Kinder werden mit einer gefährlichen Idee infiziert: Wenn ich nett bin zu den Menschen, dann habe ich ein Recht darauf, dass andere auch nett sind zu mir. Das Sprichwort verspricht es ja: «Wie man in den Wald ruft, so kommt es zurück.» Nun ist das Sprichwort nicht einfach falsch, aber eine gefährliche Falle, wenn ich daraus statt einer Wahrscheinlichkeit ein Recht ableite und deshalb Gefahr laufe, frustriert zu sein oder gar in die Bindungsumkehr zu geraten, wenn meine Erwartung sich nicht erfüllt. Nein, es gibt zwar das Gebot zu lieben, aber kein Recht, dass Zuneigung immer erwidert wird.
Wenn dein Kind also nicht von allen Kindern geliebt wird, dann überlege dir gut, ob es nicht wichtig wäre ihm zu sagen, dass es jenen aus dem Weg gehen darf, ja soll, bei denen die Chemie nicht stimmt.
Ich bin überzeugt, dass es wichtig ist, jene feinen Zeichen lesen zu lernen, die sagen: «Ich möchte dich nicht verletzen, aber ich möchte mit dir keinen näheren Kontakt.» Eine solche Botschaft braucht keine Begründung, weil wir selber oft gar nicht wissen, warum das so ist. Kinder schon gar nicht. Wer eine solche Botschaft lesen und akzeptieren kann ohne bittere Gedanken gegen andere oder sich selbst, ist frei, vielleicht sogar frei dennoch zu lieben.

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Livesendung vom 25. Januar 2016

 

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Info 15-12 "Verschiedenheit feiern"

«Alle sind grösser, klüger, schöner als ich.» Viele Kinder vergleichen sich unablässig mit ihren Gleichaltrigen, aber auch mit ihren Geschwistern und fragen sich, ob ja alles immer gleichmässig und somit gerecht verteilt sei. Was für eine hoffnungslose Sache. Wer auf der Suche nach dieser Art von Gerechtigkeit ist, wird immer frustriert sein. Was für ein Eifer herrscht doch, im Namen der sogenannten Chancengleichheit, alle Besonderheiten und Spezialitäten einzuebnen.

Ich habe als Kind darunter gelitten, dass ich nicht war wie jene, die ihre Sachen nicht liegen lassen, ihre Hausaufgaben nicht vergessen und keine Termine verpassen. Es schien mir, als sei man ohne diese Gaben höchstens geduldet auf dieser Welt. Andere dachten wohl so in Bezug auf die Mathematik, die Rechtschreibung oder andere disqualifizierende Defizite. Wie schön wäre es, wenn wir uns entschliessen könnten, einander die Unzulänglichkeiten auszugleichen, statt sie uns vorzuwerfen! Ist es nicht ein wunderbarer Plan Gottes, dass wir ja eben gerade nicht autonom und unabhängig sind? Nicht einmal fortpflanzen können wir uns selbständig... Das göttliche Prinzip heisst Kooperation, nicht Konkurrenz und auch nicht Gleichmacherei. Im Stall zu Bethlehem versammelten sich die verschiedensten Kreaturen. Alle knieten sie vor Ihm. Das ist die Art von Gemeinschaft, von der ich träume. Ich wünsche euch allen gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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Livesendung vom 28. Dezember 2015

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Info 15-11 "Ist dein Kind undankbar?"

Wenn ja, dann mache dir bewusst, wie frustrierend das für dich im Grunde ist. Wenn jemand deine Dienste, deine Zuwendung oder auch Dinge von dir entgegennimmt ohne ein Zeichen der Dankbarkeit, dann fühlst du dich zu Recht irgendwie beraubt. Vielleicht schüttelst du jetzt den Kopf. Wir haben uns daran gewöhnt, und es gilt als ausgemacht, dass Kinder ja das Recht haben auf Zuwendung, Schutz, Nahrung und Obdach. Ähnlich wie wir selber ja selber wenig dankbar sind für all die Segnungen, die uns zuteil werden. Manchmal schauen wir neidvoll auf Menschen anderer Kulturen, die fröhlicher und dankbarer sind als wir und deshalb wohl glücklicher trotz allen Mangels.

Ich lade dich ein darüber nachzudenken, woran das liegen könnte.

Was meinst du zu dieser These? "Kinder - ja, alle Menschen - haben dann Zugang zur Dankbarkeit und damit zu einem Stück Glück, wenn sie einen Mangel als Bedürfnis wahrnehmen und nicht als ein vorenthaltenes Recht." Wie aber kommen wir dahin? Ein Recht zu haben, ist zwar etwas Schönes. Wichtig wäre es, dankbar dafür zu sein, dass uns dieses Recht zugestanden wird. Es war ja nicht immer so!

Zentral aber ist es, dass wir die Bedürfnislage im Auge behalten. Sie steuert nicht nur die Hierarchie, sondern auch die Gefühle der Dankbarkeit. Wieso soll ein Kind dankbar sein, wenn man ihm eine Frage beantwortet, die es gar nicht gestellt hat? Wieso soll es dankbar sein für das elterliche Coaching, wenn es dieses als Kritik und Gängelei erlebt und die Aufgabenhilfe als mütterlichen Kontrollzwang? Oft ist es deshalb hilfreich zu warten, bis dem Kind ein Bedürfnis bewusst wird, als ihm vorschnell alles Ungemach aus dem Weg räumen zu wollen.Du kennst unseren Leitspruch: “Die wichtigsten Dinge im Leben kann man weder einfordern noch erzwingen: das Vertrauen, die Liebe, den Respekt und letztlich auch nicht den Gehorsam - nur hässliche Kopien davon.” Die Dankbarkeit würde auch in diese Liste gehören, und die “Dankbarkeitspflicht” wäre dann die hässliche Kopie.

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Livesendung vom 30. November 2015

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Info 15-10 "Das sagt man nicht!"

“Dumme Mama!” Bist du auch der Meinung, dass es nicht okay ist, wenn ein Kind so oder ähnlich mit seinen Eltern spricht? Viele Eltern lassen es zu, und manchmal fürchte ich, dass sie sich von mir darin bestätigt sehen. Vielleicht denken sie an diese berechtigte Forderung: Die Kinder sollen ihre Gefühle zeigen dürfen. Mehr noch: Sie sollen sie zeigen. Aber: Wir sollten als Eltern alles daran setzen, den Kindern die entsprechende Form dafür zu zeigen. Es hilft also in keiner Weise, einem Kind, das dich so benennt, zu sagen: “Das sagt man nicht!” Wichtig ist ja, dass du ihm sagst und vor allem vorlebst, wie man seine Wut und seine Frustration angemessen ausdrückt. Angemessen wäre in diesem Fall “nicht abwertend”, da ein Kind ja darauf angewiesen ist, zu den Eltern aufzuschauen. Wenn ein Kind also herumtobt und schreit, dass es dein Nein nicht ertragen kann, dann wäre das etwa die Richtung, die ich für hilfreich halte. Oder Mundart: “Es sch... mich mega a! Ich halt’s fasch nöd us, wenn i nöd cha …!!!”

Dein Vorbild wird hier wichtig sein: Deine Kinder ertragen es, wenn du frustriert bist, aber sie ertragen es nicht, dich als Gegner oder gar als Feind zu erleben. Schrei also in der Wut, aber schreie nicht an, schlage in deine Hand, aber nicht dein Kind. Schmeisse vielleicht auch den Bleistift in eine Ecke, aber bedrohe nicht dein Kind. Je unreifer dein Kind ist, desto mehr ist es darauf angewiesen, dich auf seiner Seite wahrzunehmen. Nun, vielleicht gehörst du ja zu jenen, die nie wütend werden und die alles ertragen können. Falls das aber nur nach aussen so scheint, könnte es sein, dass deine Eltern es dabei bewenden liessen zu sagen: “So sprichst du nicht mit deinem Vater!”

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Livesendung vom 26. Oktober 2015

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Info 15-09 "Wer hilft wem?"

«Mama, wo sind meine Turnschuhe?», ruft Pascal (9). Die Mutter macht sich sofort auf die Suche und findet schliesslich nicht die Turnschuhe, sondern ihren Pascal, der auf dem Bänklein im Gang sitzt, vertieft in ein Comicheft. Die Mutter wird ihn jetzt bestimmt auffordern, ihr zu helfen und nicht einfach zu warten.


Interessant ist hier die Frage: Muss man das einem Kind wirklich beibringen? Ich bin überzeugt, dass Kinder sich spontan schuldig fühlen, wenn etwas nicht läuft, wie es sollte - solange sie sich für die Sache verantwortlich fühlen. Kinder zeigen es an, wenn sie für einen Bereich Verantwortung übernehmen wollen. Lassen wir es zu? «Selber!» heisst das Zauberwort. Wenn ein Kind ein Glas in die Hand nimmt, dann übernimmt es damit auch die Verantwortung dafür, was mit dem Inhalt geschieht. Was aber tun wir, wenn es den Sirup verschüttet? Nehmen wir an, das dreijährige Kind sei eben dabei, mit der Serviette und den blossen Händen den Sirup auf dem Tisch zu verteilen. Dabei kommen auch andere Gläser in Gefahr.

Vergleiche die folgenden Szenarien:

«Lass das, du machst es ja nur noch schlimmer!», sagt die Mutter, holt den Lappen und putzt den Tisch.

«Pass doch auf, schau mal, was du angerichtet hast. Hol sofort den Lappen!»

«Moment, komm, wir helfen dir beim Aufwischen!» Alle heben ihre Sachen hoch, der Kleine holt den Lappen und beginnt schon mal. Bei heiklen Stellen wird der Lappen gleich von zwei Händen geführt, von einer kleinen unten und einer grossen darüber. Und das Kind wird spüren: «Wenn mir etwas passiert, dann trage ich die Folgen, aber meine Familie hilft mir und lässt mich nicht im Stich.»

Zurück zu den Turnschuhen. Quizfrage: Welche Szene stammt wohl am ehesten aus Pascals Kindheit?
 
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Info 15-08 "Wer spricht am Tisch?"

Es ist noch nicht Jahrhunderte her, da sprachen am Tisch nur die Erwachsenen oder gar nur die Männer. Ich selber erinnere mich noch lebhaft, wie ich zusammen mit zwei anderen Kindern auf dem Rücksitz eines VW-Käfers in die Berge gefahren bin. Schweigend, weil das in jener Familie halt so war. Die anderen schien das nicht zu stören, nur mich. “Wenn ich das gewusst hätte!!”, grollte es in mir. Wie schön, dass diese Zeiten vorbei sind.

Leider ist es heute oft umgekehrt. Die Kinder haben das Wort, und den Erwachsenen kommt höchstens noch die Rolle zu, die Redeanteile zu verteilen. Was vielen Kindern vorenthalten wird, sind Gespräche zwischen Erwachsenen, denen sie einfach zuhören und über die sie sich Gedanken machen dürfen. Gespräche, wo sie lernen, wie Erwachsene Konflikte lösen, Pläne schmieden, das eigene Erleben interpretieren und Anteil nehmen am Leben anderer. Die Kinder spüren: Es geht nicht immer um uns. Wir sind eingeladen, am Leben unserer Eltern teilzunehmen. Nicht nur umgekehrt. Unbestritten: Kinder sollten auch erzählen dürfen und die Anteilnahme der anderen erfahren, aber es gilt dafür zu sorgen, dass allfälliger Schulfrust nicht ungefiltert über den Tisch ausgeschüttet wird und womöglich erst noch im Wettstreit mit den Geschwistern.

Wenn du denkst, dass das fast unvermeidlich ist, dann versuche doch einmal, das Essen um eine kleine aber wichtige Viertelstunde nach hinten zu verschieben. Diese kostbare Zeit kannst du nutzen, um mit den Kindern zusammen die letzten Vorbereitungen zu treffen. So können sie dann vielleicht, währenddem sie die Salatsauce rühren, von ihren Erfahrungen berichten. Wie wäre es, wenn der Papa, so er denn da ist, mit einem anderen Kind den Tisch deckt?

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Livesendung vom 31. August 2015

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Info 15-07 "Was treibt mich an?"

Hast du Lust, über eine spannende Frage nachzudenken? In den Ferien können wir es uns ja leisten, uns eingehend mit uns selber zu beschäftigen. Die Kinder funktionieren da ja oft ohne unser Dazutun…

Fast jede Handlung, ja fast jeden Gedanken können wir zwei grundlegenden Motiven zuordnen. Entweder, ich tue oder plane etwas aus Liebe - oder aus irgendeiner Form der Angst. Dazu gehört ganz besonders die Sorge. Nicht etwa die Für-sorge. Jene entspringt in der Regel der Liebe. Nein, viele Handlungen entspringen dem Wunsch, Unannehmlichkeiten oder gar Schmerzen abzuwehren. Ein Beispiel: Ich sage meinem Kind: «Nein, jetzt gibt es kein Eis.» Dieser eine Satz könnte beiden Quellen entspringen. Entweder sorge ich mich um das Wohl meines Kindes, oder aber ich habe Angst, dass mein Kind immer mehr Eis will oder dass die Umstehenden denken, ich könne nicht nein sagen. Oder ich denke, dass ich ja dann auch eins nehmen würde, und das wäre schlecht für meine Linie.

Du könntest auch antworten: «Ja, hier hast du Geld.» Und auch diese Antwort könnte beiden Quellen entspringen. Vielleicht möchtest du deinem Kind einfach einen Wunsch erfüllen, weil du es liebst. Vielleicht aber scheust du den Konflikt mit ihm. Vielleicht... Meine These: Alle deine Weisungen und Bemerkungen, die aus der Liebe kommen, seien es Jas oder Neins, lösen Segen aus. Alle, die sich aus irgendeiner Form von Angst, Furcht oder Sorgen nähren, eher nicht. Bitte mache dir doch Gedanken, ob es Handlungen bzw. Pläne gibt, die sich aus beiden Quellen gleichzeitig speisen. Dann wollen wir am Montag zur gewohnten Zeit darüber ins Gespräch kommen. 

 

Livesendung vom 27. Juli 2015

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Info 15-06 "Ich habe Durst!"

Eine scheinbar ganz normale Aussage, und sie könnte so weitergehen: «Darf ich mir ein Glas Sirup machen?» oder auch «Darf ich mir im Keller eine Cola holen?»

Manchmal ist es anders, und die nächste Person, die sich bewegt, ist nicht der Neunjährige, der Durst hat, sondern die Mutter. Sie fühlt sich augenblicklich unwohl, nachdem ihr Kind Durst hat. Sie fühlt sich verpflichtet, diesen Übelstand sofort zu beheben. Vielleicht schlägt sie dem Kind ein paar Getränke vor, die das Kind unwillig ablehnt. «Lieber eine Cola!»

Zugegeben, das mag in dieser Ausprägung selten sein, aber die Gefahr, dass Eltern die Probleme ihrer Kinder zu ihren eigenen machen, ist gross und relativ weit verbreitet. So müssen Kinder gar nicht mehr fragen: «Mama, fährst du mich zur Schule? Ich habe den Bus verpasst.» Sie wissen es: Wenn sie sagen: «Der Scheissbus ist mir vor der Nase davongefahren», kommt ihr Problem und ihr Druck ohne ihr Zutun bei Mama an, und sie wird sich fühlen, als ob sie selber den Bus verpasst hätte. So fällt es ihr auch nicht auf, wenn das Kind die Hilfe für selbstverständlich nimmt und sich auch nicht veranlasst sieht, dankbar zu sein. 

Es ist noch nicht so lange her, da sagten Eltern in dieser Situation: «Geschieht dir recht! Wieso trödelst du so lange? Mach, dass du auf dein Fahrrad kommst!»

Gäbe es da etwas Hilfreiches dazwischen? Ich denke schon. Zum Beispiel so: «Oh, das tut mir leid. Das kann es geben.» Punkt. Das Kind übernimmt für sich die Verantwortung und löst das Problem. Wenn das ganz klar ist, dann sind Mamas frei zu sagen: «Komm, Jonas, ich bringe dich zur Schule. Ich gehe dann gleich noch zu...»

Kinder, die sich gewohnt sind, dass die Erwachsenen ihre Probleme lösen, sind in ihrer Entwicklung beeinträchtigt. Noch schlimmer: Nicht wenige Kinder lasten ihre Probleme den Eltern an, fordern deren Hilfe ein und verpassen deshalb jene schönen Momente, wo Eltern ein Auge zudrücken. Wie sollen sie, wenn sowieso schon beide zu sind?

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Livesendung vom 29. Juni 2015

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Info 15-05 "Ein Plädoyer für Tagesmütter"

Wir erleben in unseren Tagen eine grosse Diskussion darüber, ob Kitas nun gut oder nicht so gut seien für die Kinder. Ich möchte lieber eine Lanze brechen für jene Form der Kinderbetreuung, die manche Mutter mit unguten Gefühlen verbindet: Die Betreuung durch eine Tagesmutter. Sie mag sich vielleicht fragen: “Wird mein Kind nicht plötzlich die Tagesmutter mehr lieben als mich?”

Wenn du das auch schon so gefühlt hast, dann möchte ich dich ermutigen, das neu zu überdenken. Kinder können viele Bindungen eingehen - nicht nur eine. Sie sind designt, mit einer ganzen grossen Sippe umzugehen. Die Reduktion auf zwei oder manchmal nur eine Bezugsperson entspricht nicht dem kindlichen Bedürfnis. Im Gegenteil!

Problematisch ist es, wenn ein Kleinkind sich zu lange mit Menschen abgeben muss, an die es nicht gebunden ist. Es wird sich dann zwingend an jene binden, die bleiben: an die anderen Kinder. Kinder aber sind nicht geeignet, für andere Orientierungspunkt zu sein, und ebenso wenig können sie sich gegenseitig Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.

Sobald dein Kind spürt, dass es im Join-up sein kann sowohl mit der Tagesmutter als auch mit seiner Mama, weil die beiden sich kennen und mögen, wird es sich geborgen und sicher fühlen. Das wird die Beziehung zu dir so wenig beschädigen wie die Beziehung zu den Grosseltern oder gar zu deinem Ehemann.

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Livesendung vom 25. Mai 2015

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Info 15-04 "Beziehungsmacht nützen"

Gehörst du zu den Menschen, die den Kindern ihren Willen aufzwingen? Oder bist du jemand, der den Kindern möglichst ihren Willen lässt?
Ich möchte dich heute daran erinnern, dass VP weder den einen noch den andern Weg empfiehlt. Kindern ihren Willen zu lassen, ist oft richtig, aber ebenso oft brauchen Kinder unseren Einfluss, der sie auf eine andere Fährte führt. Wie diese Einflussnahme geschieht und worauf die Macht dazu beruht, das ist das Thema von VP: Es geht darum, unsere Kinder ins Join-up zu führen und so eine Beziehungsmacht aufzubauen, ja und dann müssen wir sie auch nutzen. Es kann durchaus passieren, dass unsere Kinder gar nicht einverstanden sind mit unseren Ideen. Das sollte uns nicht wundern und uns im Normalfall auch nicht vom Weg abbringen. Kinder müssen das Recht haben, ihre Befindlichkeit auszudrücken. Wenn wir ihnen das zugestehen, noch besser, wenn wir sie darin unterstützen, dann können wir die Art, wie das geschieht, beeinflussen. Ein Kind, das keine Lust hat, eine Arbeit zu verrichten, sollte das Recht haben, sein Missfallen angemessen auszudrücken. „Oh, ich sehe, das fällt dir jetzt gerade schwer. Das tut mir leid, aber das muss sein.“ Eine solche Botschaft ist hilfreicher als: „Wieso kannst du nicht ein einziges Mal ‘okay’ sagen? Immer dieses Gemotze.“ Manchen Kindern hilft es, wenn wir ihren Widerstand bereits einplanen und voraussehen. „Es wird dir vielleicht schwerfallen, aber heute musst du alleine kochen. Gib einfach dein Bestes. Ich komme erst um halb eins.“ Ein solches Kind fühlt sich ernst genommen und verstanden. Es ist ja dann immer noch frei zu sagen: „Kein Problem, das mach ich doch gerne…“

Livesendung vom 27. April 2015

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Info 15-03 "Nahrung, die nicht sättigt"

Was hat ein Handy mit Plastikgranulat gemeinsam? Noch mehr, als man meinen würde. Im Mittelmeer schwimmt eine grosse Menge Plastikgranulat, das vor allem deshalb bedrohlich ist, weil die Fische es fressen und dann das Gefühl haben, satt zu sein. Ihr Hungergefühl weicht einem Gefühl der Schwachheit und Energielosigkeit.

Mit dem Konsum von Unterhaltung und dem Verweilen vor Bildschirmen ist es ähnlich. Computerspiele sind nicht gesundheitsschädlich - insbesondere, wenn die Eltern die Kinder darin begleiten - aber sie nehmen ihnen das Eigentliche, das Echte.

Naturfilme, gerade weil sie so faszinierend sind, können einem Kind das Beobachten der Natur banal erscheinen lassen. Dabei ist jenes eine Erfahrung, die viel tiefer geht bzw. gehen kann. So ist es in vielen anderen Lebensbereichen. Wir reifen am Echten, am Wahren. Wir wollen alle lieber richtig fein essen, nicht einfach Pillen schlucken, die uns mit dem Nötigsten versorgen. Nicht das Facebook ist das Problem, sondern, dass es auf seichte Weise das Bedürfnis nach Gemeinschaft befriedigt und so die echte Begegnung verdrängt.

Nun berichten mir viele Eltern, dass es für die Kinder ohne Klassen-Chat und facebook nicht mehr zum Aushalten sei. Nun, es sei. (Es ist jetzt nicht der Ort, darüber nachzudenken, warum es für viele Jugendliche derart wichtig ist, rund um die Uhr im Kontakt mit ihren Altersgenossen zu sein.) Was also kann man in einer solchen Situation tun?
Vielleicht könnten wir uns an die autofreien Sonntage erinnern. Sie waren für uns ein mega Spass. Ganze Familien fuhren Hand in Hand mit den Rollschuhen auf den Hauptstrassen. Vielleicht hätten wir einen ähnlichen Effekt, wenn wir elektronikfreie Zeiten einführen würden, so wie es am Anfang mit dem Telefonieren war: Nie über Mittag, nie nach acht Uhr. Vielleicht gäbe es dann wieder Zeiten, wo niemand am Handy oder am PC ist, wo niemand gerade unbedingt ein WhatsApp lesen muss. Zeiten für Gespräche, fürs gemeinsame Arbeiten usw. Was meinst du dazu? Diskutiere mit - am Montag.

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Livesendung vom 30. März 2015

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Info 15-02 "Gute Gewohnheiten"

“Setz dich anständig hin!” “Iss nicht mit den Händen!” “Versorge deine Schuhe anständig!” Wie fühlst du dich, wenn du das liest? Vielleicht hörst du, wie die Eltern es in gereiztem Ton zum x-ten Mal sagen. Vielleicht fühlst du wieder wie damals den Gegenwillen. Und vielleicht gehörst du zu jenen, die ihren Kindern das ersparen wollen, die auf keinen Fall ihren Alltag mit solchen Nörgeleien vergiften wollen. Da fühle ich mit dir. Wenn du aber zu jenen gehörst, die es dann einfach hinnehmen müssen, dass die Schuhe irgendwo sind und die Hände der Kinder unter dem Tisch oder im Essen, dann möchte ich dir Mut machen, den vertrauenspädagogischen Weg zu beschreiten. Er besteht darin, die Kinder liebevoll, aber klar zu führen und ihnen all die vielen wohltuenden Gewohnheiten zu vermitteln, die uns das Leben so sehr erleichtern. Wie schön, wenn ein Kind das Licht löscht, wenn es das WC verlässt, den Lappen vor dem Aufhängen auswringt usw. Wie aber mache ich das? “Schau, Lio, hier gehören deine Schuhe hin.” Diesen Satz sagst du morgen in freundlichem Ton. Übermorgen auch und so lange, bis es dem Kind zur Selbstverständlichkeit wird, die Schuhe an den Platz zu stellen - und sogar dich daran zu erinnern. Der entscheidende Punkt ist folgender: Vermeide es, den Druck von Mal zu Mal zu erhöhen. Sage es ihm heute so, wie wenn es das erste Mal wäre. Oder auch so: “Lio, weisst du noch, wo deine Schuhe zu Hause sind?” “Schön, die sind sicher froh, dass sie sich ausruhen dürfen.” Sollte sich eine solche Gewohnheit nicht einstellen, dann entspannt ein Satz wie dieser die Situation: “Soll ich heute für dich die Schuhe versorgen?” Das wäre dann viel hilfreicher als: “Wie oft muss ich dir noch sagen…!”  Du aber bleibe beharrlich und liebevoll und vermittle deinen Kindern gute Manieren. Sie sind heute so wichtig wie zu allen Zeiten. Und vergiss nicht: Kinder blühen auf, wenn Eltern sich wohlfühlen - nicht nur umgekehrt.

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Livesendung vom 23. Februar 2015

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Info 15-01 "Für Gerechtigkeit sorgen - aber wie?"

Klar zu sein in der Führung, ohne gegnerisch oder gar feindlich zu wirken, das ist die Herausforderung vertrauenspädagogischer Eltern- bzw. Lehrerschaft. Auf der Seite des Kindes zu bleiben, auch wenn ich mich durchsetze, darum geht es.
Heute möchte ich einen anderen Spagat ansprechen: Wie bringen wir eine Atmosphäre von Gnade und Barmherzigkeit unter einen Hut mit dem Bedürfnis des Kindes nach Gerechtigkeit? Viele Kinder - und Erwachsene - sind aggressiv, wenn sie frustriert sind, und gehen auf jene los, die mehr die Auslöser als die Ursache des Zorns sind. Wie man Aggression loswird, ohne andere zu verletzen, haben wir in den letzten Infobriefen thematisiert.

Manchmal zeigen Menschen auch zorniges Verhalten aus einem anderen Grund. So zwingend das Zulassen von Frustration und Aggression ist, so gefährlich wäre es, Gewalt als Mittel der Durchsetzung des eigenen Willens zu tolerieren. (Für die Kenner des Frustkreisels: wenn die dritte Ausfahrt zur ersten wird.) Wie reagiere ich, wenn mein Kind genau in diesem Sinne Gewalt gegen seine Geschwister anwendet oder wenn es mich anschreit oder gar prügelt, weil ich nein gesagt habe? Muss ich es bestrafen? Falls ja, wie? Schau dir dazu das Video an. 

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Livesendung vom 26. Januar 2015

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Info 14-12 "Ein nachhaltiges Weihnachtsgeschenk"

Im letzten Infobrief haben wir darüber nachgedacht, wie hilfreich es ist, Frustration und Aggression auszudrücken, ohne anderen zu schaden.

Was aber, wenn ich das Gefühl habe, mein Ärger komme eben gerade von diesem Kind her, das sich unangemessen benimmt? Soll ich einfach alles schlucken? Ich kann mir doch nicht alles bieten lassen... Kennst du das? Es kann dein Leben nachhaltig vergiften.

Da möchte ich dich denn einladen, dir ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk zu machen: den Frieden Gottes bleibend in dir aufzunehmen - nicht nur als insulares Phänomen am Heiligen Abend. Das herzige Kind in der Krippe hat nämlich später gesagt, wir sollten damit aufhören einander anzuklagen, zu richten und zu verurteilen. ER hat es übernommen, uns vom Zwang zur Rache zu befreien, und uns berufen einander zu vergeben, wenn wir Unrecht ertragen mussten. Frei vom Zwang zur Rache sind wir frei, uns wirksam für Gerechtigkeit einzusetzen.

Wenn wir gelernt haben, unsere Aggression auf unschädliche Weise  - dafür rechtzeitig - zu fühlen und zu zeigen, werden diese Gebote nicht mehr unrealistisch sein. Wir werden dann nämlich nicht alle unsere Frustrationen stapeln, bis sie sich in der Konfrontation mit jemandem entladen müssen - in der Regel ja gerade mit jemandem, den wir lieben. Jesu Geburt, Sein Kommen zu feiern, bekommt so einen tiefen Sinn, und die Geschenke werden zum Symbol dieses Paradigmenwechsels, den ER eingeleitet hat.

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Livesendung vom 29. Dezember 2014

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Info 14-11 "Ich will nicht, dass du diese Wörter brauchst!"

Hast du auch schon versucht, auf diese Weise den Wortschatz deiner Kinder aufzuräumen? Nicht wahr - es ist hoffnungslos. Je mehr du diese Wörter verdammst, desto mehr erfüllen sie ihren Zweck, nämlich im Frust die Aggression auszudrücken. Es geht ja gerade darum, dass diese Wörter hässlich sein müssen. Deshalb werden auch oft Fäkalien beigezogen. Als ich ein Kind war, galt “Seich” als schlimm genug für diesen Zweck. Inzwischen ist die Inflation so weit fortgeschritten, dass selbst “Scheisse” nur noch mit entprechenden Adjektiven dafür ausreicht.

Schlimmer scheint mir, wenn wir im Frust andere verletzen. Das kann als direkte Beschimpfung daherkommen oder auch durch Beleidigung und Abwertung. Die Entlastung, die der Aggressor dabei erfährt, ist wohl der Grund dafür, dass es sinnlos ist, dem mit Verboten beikommen zu wollen.

Hilfreicher ist es, dem Kind Alternativen zu zeigen. Wie kann ich meinen Frust und meine Aggression ausdrücken, ohne anderen zu schaden? Das ist möglich, aber in unserer Gesellschaft weitgehend unbekannt. Was machst du, wenn es dir zu viel wird? Neigst du auch dazu, dann deine Kinder anzuschreien oder deinen Frust gewissermassen in kleinen Dosen in Form von Gehässigkeiten loszuwerden? Ich selber befinde mich seit Jahren in einem Umerziehungsprozess. Ich übe mich darin, meine Aggression wahrzunehmen, anzunehmen und auszudrücken. Meist schreie ich dann vor mich hin und beschimpfe die Situation. Das entlastet mich und macht mir den Kopf frei, das “Anderseits” wieder zu sehen.

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Livesendung vom 24. November 2014

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Info 14-10 "Eiskalt angelogen!"

Hast du das auch schon von deinem Kind gedacht? Oder ihm das sogar vorgeworfen? Ich gebe es zu, ich habe früher so gedacht und manchmal auch gesprochen - schlimmer noch: Ich war einer, der gedacht hat, man könne Eiseskälte anders als durch Wärme beikommen.

Ein Kind, das die Unwahrheit gesagt hat, soll meine Betroffenheit über die Situation wahrnehmen können, aber seit der VP-Gedanke in mir Raum gewinnt, meldet sich - wenn ich dabei bin zu (ver)urteilen - spontan eine Stimme: “Wie erlebt das Kind die Situation? Was geht ihm durch den Kopf? Hat es Angst, beschämt zu werden? Ist es gar in der Bindungsumkehr?" Diese Gedanken stimmen mich milde und barmherzig - selbst dann, wenn ich keine Antworten finde. So aber kann ich dann mit dem Kind darüber reden. Vielleicht kommen wir dann zum Schluss: Ja, es war wirklich eine eiskalte Lüge. Jetzt können wir darüber sprechen, wieso es in dieser Situation eiskalt war und wo es noch frei gewesen wäre, die Dinge zu ändern. Erst jetzt lässt sich die Schuld des Kindes ermessen und wie sie bewältigt werden kann. Vielleicht kann ich das Kind sogar in die Arme nehmen und es wärmen. 
Kinder und Erwachsene sagen manchmal die Unwahrheit, weil sie unter Druck sind und Angst haben. Manchmal sind es auch Gedanken der Rache oder des Neids. Diese Dinge gilt es anzugehen - nicht über Anklage und Beschämung, sondern über die Einfühlung und das Gespräch. 

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Livesendung vom 27. Oktober 2014

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Info 14-09 "Respekt beibringen!"

Dieses Thema hat uns schon wiederholt beschäftigt. Stört es dich, wenn Kinder Eltern schlagen? Oder auch wenn sie einander prügeln? Mich stört es noch mehr, wenn Kleine Grössere prügeln als umgekehrt. Mir hilft es nur zum Teil, dass ich darauf vertraue, dass Kinder, wenn sie reifen können, mit etwa sieben Jahren damit aufhören. Es stört mich etwa gleich, wie wenn Nachbars Chihuahua mich in meinem eigenen Garten anbellt. Es hat etwas Entartetes, denn diesem Hündchen ist einfach ein natürliches Gefühl für seinen Platz in der Welt abhanden gekommen. Ähnlich empfinde ich es, wenn Kinder wutschnaubend auf ihre Eltern einschlagen und diese es geschehen lassen. Ich glaube nicht, dass das einem Kind guttut. Man kann respektvoll auf der Seite des Kindes bleiben und es liebevoll in seine Schranken weisen im Wissen, dass dieses Verhalten aus der Unreife kommt. So schützen wir sein Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit. Ich glaube nicht, dass unser Dreijähriger es als Plädoyer für Gewaltfreiheit versteht, wenn wir uns prügeln lassen, sondern als bedrohliche Schwäche. Wir sollten einem Kind nicht jene Signale vorenthalten, die ihm bewusst machen, dass es noch klein und schutzbedürftig ist und es auch sein darf, ohne seine Würde zu verlieren.

Vor ein paar Monaten hat unser fünfjähriger Enkel ernsthaft behauptet, er könne schneller laufen als ich und sowieso als meine Frau. Es war mir sofort klar: Ich selber und auch sein Vater liessen ihn manchmal, wenn nicht gar regelmässig, gewinnen, in der Meinung, das Kind verstehe den Spass. Wie schnell verwirrt man ein Kinderherz!  Es blieb uns nichts, als mehrfach unsere Performance unter Beweis zu stellen... Ich halte auch das Rollenspiel für ein taugliches Mittel, solche Zusammenhänge im Alarmsystem eines Kindes zu verankern bzw. zu festigen, anstatt dieses durch unser unsensibles Verhalten abzubauen. Spiele also eher einmal den Löwen statt das Zicklein. Du kannst es ja am Schluss doch leben lassen...

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Livesendung vom 29. September 2014

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