Refresher

Stöbern Sie hier im Archiv unserer Infobriefe. Wenn Sie etwas zu einem bestimmten Thema suchen, dann sind die Briefe einerseits in Kategorien geordnet, andererseits können Sie auch unter "Tags" nach Themeninhalten suchen. Viel Spass!

Refresher 22-09 «Überlastete Eltern»

Überlastete Eltern

Sicher, wenn ich mit Eltern spreche, sind es meistens jene, bei denen irgendetwas nicht rund läuft. Sogar jene, die sich vertieft mit Vertrauenspädagogik auseinandersetzen, haben nicht selten anspruchsvolle Lebenssituation und suchen gerade deshalb nach neuen Wegen. 

Dennoch wage ich zu behaupten, dass sich in vielen Familien ein Muster erkennen lässt: Viele Erwachsene empfinden ihr Elternsein oft als streng, manchmal frustrierend oder gar zermürbend. Die Beziehungen sind zwar herzlich, aber vielerorts sehen sich überforderte Eltern fordernden und undankbaren Kindern gegenüber.

Wenn das bei dir so ist, dann lade ich dich ein, morgen anders zu denken als gestern. Das Wichtigste für deine Kinder ist, dass du dich über sie freust. Wichtiger als die Erfüllung all ihrer Wünsche und Forderungen. Wenn Kinder spüren, dass du sie als anstrengend empfindest oder als mühsam, kommt ein Teufelskreis in Gang. Kinder, die an der elterlichen Annahme und Liebe zweifeln, werden nicht einfacher, sondern schwieriger. Ich rate dir deshalb folgendes: Nimm dein Kind, wie es ist, freue dich über es. Wenn es Probleme hat und deshalb welche macht, dann lass ihm seine Probleme. Mache sie nicht zu deinen, sondern bleibe auf seiner Seite. Vertraue auf seine Fähigkeit aus Fehler zu lernen. Das fühlt sich für dein Kind besser an, als wenn du ihm vorwirfst, dir das Leben schwer zu machen. Leide mit deinem Kind, wenn es Misserfolge einstecken muss, aber erspare ihm deine Vorwürfe, dass es selber schuld sei und sich einfach endlich anders verhalten solle usw. Erspare ihm aber auch billige Ermutigungen à la “du schaffst das”. Der Grundton sollte vielleicht etwa so sein: “Das ist gerade echt schwer für dich, aber da gehen wir durch.” Vielleicht fragst du dich auch einmal, wie wichtig all die Dinge wirklich sind, die du durch Nörgelei und Kritik zu bewirken suchst. Entspanne dich! Dein Kind weiss längst, was du von ihm willst. Sobald es ihm besser geht, wenn es wieder in deiner Liebe und Annahme zur Ruhe kommt, kann es sein, dass manches sich wie von selbst erledigt. 

Beachte den Podcast. Er ist an einem Treffen von VP-Trainerinnen und Trainern entstanden, wo wir diese Fragen besprochen haben. Profitiere von diesem spannenden Erfahrungsaustausch.

 

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Refresher 22-08 «Reizwort Hierarchie»

Reizwort Hierarchie

Gehörst du auch zu den Menschen denen dieses Wort nicht gefällt? Für mich war es eine echte Herausforderung das Phänomen zu benennen, das mit der Join-up Beziehung gemeint ist. Du erinnerst dich: Das Wort habe ich von Monty Roberts, dem Pferdeflüsterer übernommen.

Er beschreibt damit jene Beziehung, die Gewalt im Umgang mit Pferden überflüssig macht. Die menschlichen Join-up Beziehungen sind ähnlich. Auch hier geht es um die zwei Elemente: Hierarchische Ordnung und Vertrauen. Obwohl wir ja beim Vertrauen sofort zustimmen, liegen hier gewaltige Schwierigkeiten, die ich gerne in einem späteren Refresher thematisiere. Eltern tun sich schwer damit, Kindern zu vertrauen - “aus Erfahrung” heisst es dann.

Diesmal wollen wir uns um die Hierarchie kümmern. Andere aus dem Team schlagen vor, eher von Rangfolge zu sprechen. Nun, in beiden Fällen denken wir automatisch an den Mehrwehrt der Überordnung und deshalb vom Minderwert der Unterordnung. Auch diese Wörter “unter” und “über” lösen je nachdem schon Widerstand aus.

In diesem Refresher möchte ich dich ermutigen, diese ideologischen Bedenken wegzustecken und dich auf einen anderen Blick auf soziale Ordnungen einzulassen. Natürliche Gemeinschaften sind alle hierarchisch, ob das nun Wölfe sind, Kühe oder Gruppen von Menschen. Bei uns Menschen gibt es darüber hinaus partnerschaftliche Beziehungen. Reife Menschen sind fähig solche Beziehungen zu leben. Es ist gewissermassen die Hohe Schule des Zusammenlebens und selbst in modernen Ehen nicht immer einfach… Wie üblich sollten wir nicht mit der Hohen Schule anfangen, sondern jene elementaren Dinge lernen, die im hierarchischen Zusammenleben wichtig sind. Was zeichnet gute Leiter aus - unabhängig ob das Bundesräte, Mütter oder ältere Geschwister sind? Es geht weniger um Macht, die jemand ausübt, sondern um das Phänomen der Fürsorglichkeit: Ich kümmere mich um dein Wohl. Meine Leitung versteht sich als hilfreiche Unterstützung. Jesus spricht davon, dass der Leiter ein Diener sei. Insbesondere Kleinkinder bis etwa sieben Jahre sind darauf angewiesen, in solchen Strukturen zu leben, damit sie reifen können und fähig werden, Beziehungen auf Augenhöhe zu gestalten.

Ich habe mich mit Anne Dinger, einer Absolventin des BRK - des Berater-und Referentenkurses über das Thema ausgetauscht. Dies ist der Link zum Podcast. Er dauert eine knappe halbe Stunde.

 

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