Gute Gewohnheiten 2016

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6 Jahre 8 Monate her #5676 von Landi
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Danke Marlis!
Ich lese deine Gute-Gewohnheiten-Tipps sehr gerne und bin jeden Monat gespannt, was ihr euch als Familie diesmal wieder angewöhnen wollt. Wie sieht es eigentlich aus, wenn der Monat zu Ende ist? Sind die Gewohnheiten dann mehr oder weniger drin? Oder fallen die Kinder dann wieder ins alte Muster zurück? Ich hatte eben auch mal gute Gewohnheiten einführen wollen und wir haben beschlossen jeden Morgen angezogen und gekämmt zum Frühstück zu kommen. Ich habe damals einfach Wochenziele gesetzt mit den Kindern. Sie haben sich in dieser Woch Mühe gegeben und es klappte super. Als aber die Woche zu Ende war und ich ein neues Ziel einführen wollte mit der Erwartung, dass wir bei der ersten Gewohnheit bleiben, protestierten die Kinder lautstark und meinten, dass es reiche dies eine Woche zu machen. Jetzt wollen sie wieder im Pyjama bleiben.
Erlebst du Erfolge mit monatlich gesteckten Gewohnheitstraining?
Lg, Landi.

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6 Jahre 8 Monate her #5680 von marlis
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Liebe Landi

Als ich damals hörte, dass jene Mutter, von welcher die Idee kommt, 6 Wochen pro neue Gewohnheit einplant, dachte ich, dass sei eine sehr lange Zeitspanne. Mittlerweile denke ich, dass es eben doch so lange braucht, bis eine Gewohnheit eben eine Gewohnheit ist in dem Sinne, dass man es tut, ohne darüber nachzudenken. Das wäre ja der Zweck. Allerdings stelle ich fest, dass es nicht für jede Gewohnheit gleich viel Zeit braucht, bis sie drin ist. Es kommt auch ganz fest darauf an, wie oft man etwas machen muss. Betten muss man in der Regel nur einmal pro Tag, ebenso angezogen am Frühstück erscheinen. Aufs Klo muss man schon deutlich häufiger, wodurch der Trainingseffekt beschleunugt wird. Man könnte demnach sagen, dass man eine Gewohnheit - sagen wir mal - 30 oder auch 50 mal gemacht haben muss, bis sie drin ist. Licht löschen z. B. müsste also viel eher "drin" sein als etwa regelmässig Haare waschen.

Was mir noch wichtig erscheint: Anfangs Jahr besprach mit den Kindern ganz grundsätzlich den Zweck der guten Gewohnheiten, dass es ja auch darum, dass wir Elten weniger schimpfen "müssen" (ja, ich weiss ich muss ja nicht). Aber meiner Meinung nach sollen auch die Kinder ihren Beitrag dazu leisten, dass es weniger solche Situationen gibt. Da bieten sich die gG's geradezu an. Auch darüber redeten wir, dass es Dinge sind, die sie ein Leben lang so halten so sollen, nein, dürfen, ohne noch darüber nachdenken zu müssen. Den Kindern leuchte dies soweit ein. Und ein weiterer Punkt scheint mir noch wichtig: Ich betonte immer, WIR als Familie machen dies und das nun so. Dieses Kollektivgefühl trägt auch zum Gelingen bei. Vielleicht hilft es euch auch, den Fokus nicht so sehr auf "diese Woche" zu richten, sondern eher ein "von jetzt an für immer - Gefühl" zu entwickeln.

Zu den bisherigen Erfolgen: Betten ist bei den ohnehin ordentlicheren Kindern praktisch 100% drin, bei den andern vielleicht zu 70 - 80 %. Linke Socken begegne ich höchatens noch beim Saugen unter den Betten (das wäre ein auch mal ein Thema), aber in der Wäsche, wo auch die allermeisten Socken landen, sehe ich kaum mehr linke, das erstaunt mich erlichgesagt immer wieder, und es freut mich! Ob es daran liegt, dass ich vorher noch nie darauf bestand, oder auch nur geschimpft oder darauf hinwies? Das thema war jedenfalls kaum negativ belegt. Mit dem pünktlichen beim Tisch sein, am Mittag... hmm... können wir das überspringen? :blush: Das klappt bisher am Schlechtesten - weil die Mama es leider so oft nicht hinkriegt, um 12.15 wirklich fertig gekocht zu haben... die Kinder kooperieren mit mir, und finden die Regel entsprechend auch nicht so wichtig. *michtüchtigschäm* Wir werden da wohl mal einen WK nötig haben ;)
WC spülen klappt erstaunlich gut, obwohl es recht stark mit schimpf-Erinnerungen behaftet war. Und die gG mit der Ordnung im Auto wird wohl längere Zeit Zeit brauchen, bis sie drin ist. Im diesem Monat hatten wird erst eine Hand voll Gelegenheiten, es überhaupt zu üben - und in der Hälfte der Fälle vergassen wir es alle! Aber ich denke, gG's könne ja auch ein Stück weit "überlappend" laufen, es muss etwas noch nicht vollkommen abgeschlossen sein, bevor man etwas neues beginnt. Ein kleines Kind kann ja problemlos gleichzeit lernen, die Schuhe richtig hinzustellen, den Latz nach Gebrauch hinzuhängen, das Pyjama unters Kopfkissen zu versorgen usw. ohne dass man sich Gedanken über die Dauer der Einführung machen muss.

Das morgentliche Anziehen vor dem Frühstüch ist bei uns so: Die Grosen 4 (11, 9, 8 und 7) machen das schon längere Zeit völlig selbstverstandlich, die 2 Jüngsten (5 und 4) kommen oft in den Kleidern, manchmal auch im Pyjama zum Frühstück. Das kam bei den Grossen praktisch von selber, so nach dem Motto, "ich bin nun alt genug, um wie Mama mich gleich nach dem Aufstehnen anzuziehen". Wenn aber eure Kinder es einfach lieben, im Pyjama zu essen, es dich aber langfristig stört, könntet ihr z. B. folgende Abmachung treffen: "Werktags sitzen von nun an alle angezogen da, am Wochenende dürft ihr im Pyjama kommen" oder so ähnlich.

Vielleicht wäre ein gemeinsames Feiern beim Erreichen der Erfolge eine Idee, die Kinder anzuspornen, was denkst Du? Wichtig scheint mir dabei aber, dass man eben keine bestimmte Zeit abmacht, wann man dann feiert, sondern erst, wenn man plötzlich feststellt "Hey, mir ist aufgefallen, dass in den letzten soundso vielen Tagen ja immer alle Kinder fixfertig angezogen zum Tisch erschienen! - Freude herrscht!"

Ob Du damit etwas anfangen kannst?

Liebe Grüsse, Marlis
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6 Jahre 8 Monate her #5684 von Landi
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Danke, Marlis! Spannend deine Ausführungen

Das mit dem angezogen beim Frühstück erscheinen, funktionnierte auch deswegen nicht - denke ich - weil es meine Idee war und ich die Kinder gar nicht richtig mitnahm. Wie du schreibst, wie du das ganze Thema der gG's thematisiert hast und wie die Kinder das verstanden, wäre schon eher eine Atmosphäre, die zum Gelingen beitragen würde.

Mittlerweilen ist das Anziehen am Morgen kein Thema mehr, weil wir uns schon ziemlich an die hiesige Kultur angepasst haben, wo die Menschen grunsätzlich den ganzen Tag im Pyjama oder Trainer sind, es sei denn sie verlassen ihr Quartier. Nur unsere 9-jährige hat eines Tages entschieden, dass sie das nun einfach machen wolle, so wie Mama. Sie kommt immer fix fertig zum Frühstück.

Bin gespannt auf weiter gG-Ideen und hoffe, dass ich mich bald aufraffen kann auch wiedermal eine einzuführen oder auszuprobieren... :) .

Lg, Landi.

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6 Jahre 7 Monate her - 6 Jahre 7 Monate her #5700 von marlis
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Diesmal pünktlich... ;)

Also, die neue gute Gewohnheit ab Juni haben wir wieder gemeinsam beim Mittagessen bestimmt. Klar war sofort, dass es etwas in Richtung "mehr Ordnung" sein soll. Aber wo? Ums Haus herum? In der Stube? Nötig ist es überall gleichermassen. Wir entschieden uns für "jeden Abend wird die Stube aufgeräumt", zumindest so, dass Papa am Morgen nicht mehr über Duplos und Co. stolpert, und das Sofa frei ist von Büchern und Kleidern. Nun habe ich den Job, die Kinder vor dem Abendessen zum Aufräumen zusammenzutrommeln, so die Abmachung. Mau luege...
Last edit: 6 Jahre 7 Monate her by marlis.
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6 Jahre 7 Monate her #5708 von tiqva
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Ihr Lieben

Ich verfolge gespannt eure Diskussion, denn mich fordert dieses Thema ziemlich heraus, da ich selber oft zuwenig strukturiert und ausdauernd bin, um eine Gewohnheit "bis zum Ende" einzuführen.

Dr. Caroline Leaf, eine Forscherin auf dem Gebiet der kognitiven Neurowissenschaften, schreibt in ihrem Buch "Wer hat mein Gehirn Ausgeschaltet?: Toxische Gedanken und Emotionen überwinden", dass Gewohnheiten mindestens 63 Tage brauchen, bis sie sitzen. Der Prozess beginnt beim Langzeitgedächtnis; zuerst wird in 21 Tagen der Gedanke vollständig neu geformt, und bis er bei der Handlungsebene "anlangt", braucht es nochmals mind. zwei solcher Zyklen, also 63 Tage.

Ich finde das sehr spannend - und es hilft auch zu verstehen, warum manche Dinge so lange brauchen.
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